Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche stehen auf nahezu jeder Hundefutterverpackung. Trotzdem ist oft nicht klar, was diese Angaben eigentlich bedeuten und was man aus ihnen über ein Futter herauslesen kann. Besonders häufig sorgt Rohasche im Hundefutter für Verwirrung, weil der Begriff schnell so verstanden wird, als würde dem Futter tatsächlich Asche zugesetzt.
Die analytischen Bestandteile beschreiben bestimmte Stoffgruppen, die im fertigen Futter analytisch ermittelt werden. Sie können dir wichtige Informationen liefern, sind aber keine einfache Bewertungsskala für gutes oder schlechtes Hundefutter. In diesem Artikel schauen wir uns deshalb genauer an, was hinter Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche steckt, welche Aussagen diese Werte zulassen und warum du beim Vergleich von Nassfutter und Trockenfutter zusätzlich den Wassergehalt berücksichtigen solltest.
Was sind analytische Bestandteile beim Hundefutter?
Die analytischen Bestandteile sind nicht mit der Zutatenliste beziehungsweise der Zusammensetzung eines Hundefutters zu verwechseln. Die Zusammensetzung zeigt dir, welche Rohstoffe für das Futter verwendet wurden und wie sich die Deklaration eines Hundefutters lesen lässt. Die analytischen Bestandteile beschreiben dagegen bestimmte Stoffgruppen, die im fertigen Produkt analytisch bestimmt werden.
Zu den typischen Angaben gehören Rohprotein, Rohöle und Rohfette, Rohfaser und Rohasche. Je nach Futter findest du zusätzlich Angaben wie Feuchtigkeit, Calcium oder Phosphor. Die Bezeichnung „roh“ bedeutet dabei nicht, dass die Bestandteile unverarbeitet oder roh im Futter vorliegen. Der Begriff stammt aus der Futtermittelanalytik und bezeichnet die dabei ermittelten Stoffgruppen.
Rohprotein im Hundefutter: Was bedeutet der Wert?
Der Rohproteingehalt gehört zu den Angaben auf Hundefutter, die besonders häufig mit der Qualität eines Futters in Verbindung gebracht werden. Dabei wird Rohprotein schnell mit dem Fleischanteil gleichgesetzt. Das ist jedoch nicht dasselbe. Ein Futter mit 10 Prozent Rohprotein enthält also nicht automatisch 10 Prozent Fleisch. Bei der Futtermittelanalyse wird der Stickstoffgehalt des Futters bestimmt und daraus der Rohproteingehalt berechnet. Erfasst werden dabei nicht nur Proteine aus Fleisch, sondern grundsätzlich stickstoffhaltige Verbindungen aus allen enthaltenen Rohstoffen. Der Wert allein verrät deshalb nicht, woher das Protein stammt. Es kann beispielsweise aus Fleisch, Innereien, Ei, Milchprodukten oder pflanzlichen Bestandteilen kommen.
Auch über die Qualität des enthaltenen Proteins sagt der Rohproteinwert allein nur wenig aus. Zwei Futtermittel können denselben Rohproteingehalt haben und sich trotzdem deutlich darin unterscheiden, welche Proteinquellen verwendet wurden, welche Aminosäuren sie liefern und wie gut der Hund sie verdauen und verwerten kann. Ein besonders hoher Rohproteingehalt ist deshalb nicht automatisch ein Zeichen für ein besonders gutes Futter. Rohprotein ist eine analytische Größe und weder mit dem Fleischanteil noch mit der Menge an tatsächlich verwertbarem Protein gleichzusetzen.
Rohfett im Hundefutter: Was bedeutet der Wert?
Der Rohfettgehalt wird auf Futtermitteln meist als „Rohöle und Rohfette“ angegeben. Er beschreibt den Anteil der Bestandteile, die bei der Futtermittelanalyse als fettlösliche Stoffe erfasst werden. Fett ist für den Hund ein wichtiger Energielieferant und liefert außerdem essenzielle Fettsäuren. Der Rohfettwert allein verrät dir jedoch nicht, aus welchen Fettquellen dieser Anteil stammt oder wie das enthaltene Fettsäuremuster aussieht. Zwei Futtermittel können deshalb denselben Rohfettwert haben und trotzdem ganz unterschiedliche Fette enthalten.
Ein hoher oder niedriger Rohfettgehalt ist nicht automatisch gut oder schlecht. Wie viel Fett sinnvoll ist, hängt unter anderem von der gesamten Fütterung und vom Energiebedarf des Hundes ab. Wenn du die Mahlzeiten selbst zusammenstellst, spielt deshalb nicht nur die Zahl auf der Analyse eine Rolle. Gerade beim BARFen lässt sich der Fettgehalt der Ration gezielter betrachten. Möchtest du verschiedene Fleischsorten kombinieren, kannst du außerdem mit dem Fettrechner den durchschnittlichen Fettgehalt deiner Fleischmischung berechnen. Der Rohfettwert zeigt dir also die analytisch ermittelte Fettfraktion, nicht aber, welche Fette enthalten sind oder wie diese ernährungsphysiologisch zu beurteilen sind.
Rohfaser im Hundefutter: Was bedeutet der Wert?
Rohfaser wird häufig mit dem gesamten Ballaststoffgehalt eines Futters gleichgesetzt. Das ist jedoch nicht richtig. Bei der Futtermittelanalyse erfasst der Rohfaserwert nur einen Teil der pflanzlichen Faserbestandteile. Andere Ballaststoffe können je nach Analyseverfahren nur teilweise oder gar nicht im Rohfaserwert auftauchen. Ein Rohfasergehalt von beispielsweise 2 Prozent bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das Futter insgesamt nur 2 Prozent Ballaststoffe enthält.
Auch aus der Höhe des Rohfaserwertes lässt sich nicht ableiten, welche Faserquellen verwendet wurden. Zellulose, Gemüsefasern, Flohsamenschalen oder andere pflanzliche Bestandteile können sich hinsichtlich ihrer Eigenschaften im Verdauungstrakt deutlich unterscheiden. Rohfaser zeigt deshalb nur einen Teil der analytisch erfassten Faserfraktion und nicht den gesamten Ballaststoffgehalt des Futters.
Rohasche im Hundefutter: Was bedeutet der Wert?
Der Begriff Rohasche klingt zunächst so, als würde dem Hundefutter tatsächlich Asche zugesetzt. Gemeint ist aber etwas ganz anderes. Für die Analyse wird eine Futterprobe stark erhitzt, sodass die organischen Bestandteile verbrennen. Zurück bleibt der anorganische Anteil des Futters, also vor allem Mineralstoffe. Dieser Rückstand wird als Rohasche bezeichnet. Zum Rohaschewert tragen unter anderem Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium und weitere Mineralstoffe bei. Aus der Zahl allein lässt sich jedoch nicht erkennen, welche Mineralstoffe enthalten sind und in welchen Mengen sie vorliegen. Ein Rohaschegehalt von beispielsweise 2,5 Prozent sagt also nicht aus, wie viel Calcium oder Phosphor das Futter enthält.
Auch die häufige Aussage, ein hoher Rohaschewert sei automatisch ein Zeichen für minderwertige Rohstoffe oder einen besonders hohen Knochenanteil, greift zu kurz. Der Wert zeigt zunächst nur die gesamte mineralische Fraktion des Futters. Für eine genauere Einordnung sind die einzelnen Mineralstoffgehalte wesentlich interessanter als der Rohaschewert allein.
Feuchtigkeit und Trockenmasse: Warum Nassfutter und Trockenfutter nicht direkt vergleichbar sind
Der Feuchtigkeitsgehalt spielt eine wichtige Rolle, wenn du die analytischen Bestandteile verschiedener Futtermittel miteinander vergleichen möchtest. Gerade bei Nassfutter und Trockenfutter können die Prozentangaben auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken, obwohl der Unterschied hauptsächlich durch den Wassergehalt entsteht. Ein Nassfutter enthält deutlich mehr Wasser als ein Trockenfutter. Dadurch wirken Werte wie Rohprotein oder Rohfett auf der Verpackung automatisch niedriger.
Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein enthält deshalb nicht zwangsläufig weniger Rohprotein als ein Trockenfutter mit 25 Prozent Rohprotein. Für einen sinnvollen Vergleich müssen beide Werte zunächst auf dieselbe Bezugsgröße gebracht werden. Dafür wird die sogenannte Trockenmasse verwendet. Sie beschreibt den Anteil des Futters, der nach Abzug des Wassers übrig bleibt. Enthält ein Nassfutter beispielsweise 80 Prozent Feuchtigkeit, besteht es zu 20 Prozent aus Trockenmasse. Bei einem Trockenfutter mit 10 Prozent Feuchtigkeit beträgt die Trockenmasse dagegen 90 Prozent.
So rechnest du auf Trockenmasse um
Möchtest du einen analytischen Wert auf Trockenmassebasis umrechnen, verwendest du folgende Formel:
Analytischer Wert ÷ Trockenmasse × 100
Beispiel Nassfutter:
10 Prozent Rohprotein und 80 Prozent Feuchtigkeit ergeben 20 Prozent Trockenmasse.
10 ÷ 20 × 100 = 50 Prozent Rohprotein auf Trockenmassebasis
Beispiel Trockenfutter:
25 Prozent Rohprotein und 10 Prozent Feuchtigkeit ergeben 90 Prozent Trockenmasse.
25 ÷ 90 × 100 = rund 27,8 Prozent Rohprotein auf Trockenmassebasis
In diesem Beispiel hat das Nassfutter bezogen auf die Trockenmasse also den höheren Rohproteinanteil.
Wichtig ist aber, was dieser Vergleich nicht aussagt. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, welches Futter deinem Hund tatsächlich mehr oder besser verwertbares Protein liefert. Rohprotein ist ein analytisch ermittelter Wert und nicht gleichbedeutend mit der Menge an tatsächlich verwertbarem Protein. Dafür spielen auch die verwendeten Proteinquellen, die enthaltenen Aminosäuren und die Verdaulichkeit eine Rolle. Die Trockenmasse hilft dir also dabei, die Rohproteinwerte verschiedener Futtermittel trotz ihres unterschiedlichen Wassergehalts miteinander zu vergleichen. Sie sagt dir aber nicht, welches Futter das hochwertigere Protein enthält oder wie viel davon dein Hund tatsächlich verwerten kann.
Kohlenhydrate im Hundefutter: Was bedeutet NfE?
Anders als Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche wird der Kohlenhydratgehalt auf Hundefutter meist nicht direkt angegeben. Wenn Feuchtigkeit und die übrigen analytischen Werte bekannt sind, lässt sich aber eine rechnerische Restgröße bestimmen. Diese wird als NfE, also stickstofffreie Extraktstoffe, bezeichnet. Die Berechnung lautet: 100 minus Feuchtigkeit minus Rohprotein minus Rohfett minus Rohfaser minus Rohasche = NfE. Enthält ein Nassfutter beispielsweise 75 Prozent Feuchtigkeit, 10 Prozent Rohprotein, 6 Prozent Rohfett, 1 Prozent Rohfaser und 2 Prozent Rohasche, ergibt sich ein NfE-Wert von 6 Prozent.
Der NfE-Wert wird häufig vereinfacht als Kohlenhydratgehalt bezeichnet. Dabei sollte man wissen, dass auch die Rohfaser zu den Kohlenhydraten gehört, analytisch aber separat bestimmt und deshalb bei der NfE-Berechnung abgezogen wird. Die klassische Rohfaseranalyse erfasst außerdem nicht sämtliche Faserbestandteile vollständig. Ein Teil der tatsächlichen Faserfraktion kann deshalb rechnerisch bei den NfE landen. Die NfE bestehen vor allem aus leichter verfügbaren Kohlenhydraten wie Stärke und Zucker, sind aber keine direkt gemessene Kohlenhydratmenge. Der Wert ist eine berechnete Restgröße und deshalb eher eine Orientierung als eine exakte Analyse sämtlicher Kohlenhydrate im Futter.
Calcium und Phosphor: Warum einzelne Mineralstoffe interessanter sein können als Rohasche
Der Rohaschewert zeigt dir nur, wie hoch die gesamte mineralische Fraktion eines Futters ist. Welche Mineralstoffe sich dahinter verbergen, lässt sich daraus nicht erkennen. Deshalb können zusätzliche Angaben wie Calcium und Phosphor deutlich aussagekräftiger sein. Calcium und Phosphor sind wichtige Mineralstoffe und stehen im Körper in engem Zusammenhang. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viel von beiden enthalten ist, sondern auch ihr Verhältnis zueinander. Wie das Calcium-Phosphor-Verhältnis einzuordnen ist, hängt dabei immer von der gesamten Fütterung ab.
Werden Calcium und Phosphor auf der Verpackung angegeben, kannst du ihr Verhältnis relativ einfach berechnen. Enthält ein Futter beispielsweise 1 Prozent Calcium und 0,7 Prozent Phosphor, ergibt sich durch 1 ÷ 0,7 ein Verhältnis von ungefähr 1,4 : 1. Ob die enthaltenen Mengen und das Verhältnis tatsächlich passend sind, lässt sich aber nicht allein anhand einer pauschalen Zahl beurteilen. Dabei spielen unter anderem Alter, Lebensphase und die gesamte Fütterung eine Rolle. Gerade bei Welpen und Junghunden ist eine passende Mineralstoffversorgung besonders wichtig. Calcium und Phosphor zeigen gut, warum der Rohaschewert allein nur begrenzt weiterhilft. Zwei Futtermittel können einen ähnlichen Rohaschegehalt haben und trotzdem ganz unterschiedliche Mengen einzelner Mineralstoffe enthalten.
Kann man an den analytischen Bestandteilen gutes Hundefutter erkennen?
Die analytischen Bestandteile liefern dir wichtige Informationen über ein Futter, für eine Qualitätsbewertung reichen sie allein aber nicht aus. Ein bestimmter Rohprotein-, Rohfett- oder Rohaschewert ist deshalb nicht automatisch gut oder schlecht. Die Werte zeigen zwar, wie hoch bestimmte Stoffgruppen im Futter sind, aber nicht, woher diese stammen. Zwei Futtermittel können beispielsweise denselben Rohproteingehalt haben, obwohl dafür völlig unterschiedliche Proteinquellen verwendet wurden. Genauso sagt ein identischer Rohfettwert nichts darüber aus, welche Fette und Fettsäuren enthalten sind. Auch die Verdaulichkeit und Verwertbarkeit der enthaltenen Nährstoffe lässt sich aus den analytischen Bestandteilen nicht ablesen.
Deshalb sind pauschale Aussagen wie „Rohprotein über X Prozent ist gut“ oder „Rohasche darf höchstens X Prozent betragen“ wenig hilfreich. Solche Grenzen berücksichtigen weder die verwendeten Rohstoffe noch die Zusammensetzung des Futters oder den Hund, für den es gedacht ist. Die analytischen Bestandteile sind ein wichtiges Puzzleteil bei der Beurteilung eines Hundefutters, ergeben aber erst zusammen mit der Zusammensetzung, den Zusatzstoffen und weiteren Angaben ein sinnvolleres Gesamtbild.
So kannst du die analytischen Bestandteile sinnvoll nutzen
Die analytischen Bestandteile helfen dir vor allem dabei, einzelne Angaben eines Futters besser einzuordnen und verschiedene Produkte sinnvoller miteinander zu vergleichen. Dabei solltest du die Werte nicht isoliert betrachten.
- Rohprotein: Schau zusätzlich darauf, welche Proteinquellen in der Zusammensetzung genannt werden.
- Rohfett: Der Wert zeigt die Fettfraktion, nicht aber, welche Fette oder Fettsäuren enthalten sind.
- Rohfaser: Sie entspricht nicht dem gesamten Ballaststoffgehalt des Futters.
- Rohasche: Zusätzliche Angaben zu einzelnen Mineralstoffen können deutlich mehr Informationen liefern.
- Nassfutter und Trockenfutter: Vergleiche die Werte bei unterschiedlichem Wassergehalt auf Trockenmassebasis.
- Futterart: Berücksichtige, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder ein Ergänzungsfuttermittel handelt.
So können dir die analytischen Bestandteile helfen, Unterschiede zwischen Futtermitteln zu erkennen. Sie ersetzen aber nicht den Blick auf die Zusammensetzung und sagen allein noch nicht, welches Futter für deinen Hund am besten geeignet ist.
Und was ist bei selbst zusammengestellten Rationen?
Wenn du die Mahlzeiten deines Hundes selbst zusammenstellst, zum Beispiel beim BARFen oder Kochen, sind nicht einzelne Deklarationswerte entscheidend, sondern die Nährstoffgehalte der verwendeten Lebensmittel und das, was über die gesamte Tagesration zusammenkommt. Fleisch, Innereien, Fett, Calciumquelle, pflanzliche Bestandteile und Ergänzungen liefern jeweils unterschiedliche Nährstoffe. Erst gemeinsam ergibt sich daraus die tatsächliche Versorgung deines Hundes.
Wenn du wissen möchtest, ob die aktuelle Zusammenstellung wirklich passt, kann eine Rationsüberprüfung deiner bestehenden Fütterung zeigen, ob Mengen, Nährstoffquellen und Verhältnisse stimmig zusammenspielen.
Fazit: Analytische Bestandteile richtig einordnen
Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche liefern dir wichtige Informationen über ein Hundefutter, sie sind aber keine Qualitätsnoten. Der Rohproteinwert sagt allein nichts über die Qualität oder Verwertbarkeit der Proteinquellen aus, Rohfett nichts über die enthaltenen Fettsäuren, Rohfaser entspricht nicht automatisch dem gesamten Ballaststoffgehalt und Rohasche verrät dir nicht, welche Mineralstoffe tatsächlich enthalten sind.
Besonders wichtig ist außerdem der Wassergehalt. Wenn du Nassfutter und Trockenfutter vergleichen möchtest, solltest du die Werte auf Trockenmassebasis betrachten, damit der unterschiedliche Feuchtigkeitsgehalt den Vergleich nicht verfälscht. Auch dann bleibt entscheidend, die analytischen Bestandteile gemeinsam mit Zusammensetzung, Zusatzstoffen und weiteren Angaben zu betrachten. Sie helfen dir, ein Futter besser einzuordnen, ersetzen aber nicht den Blick auf das Gesamtbild.
FAQ: Analytische Bestandteile im Hundefutter
Was bedeutet Rohprotein im Hundefutter?
Rohprotein ist eine analytisch ermittelte Größe. Dafür wird der Stickstoffgehalt des Futters bestimmt und daraus der Rohproteingehalt berechnet. Der Wert zeigt nicht, wie viel Fleisch enthalten ist und sagt allein auch nichts darüber aus, welche Proteinquellen verwendet wurden oder wie gut dein Hund das Protein verwerten kann.
Ist ein hoher Rohproteingehalt beim Hundefutter gut?
Nicht automatisch. Ein hoher Rohproteingehalt sagt zunächst nur aus, wie hoch die analytisch ermittelte Proteinfraktion des Futters ist. Entscheidend ist zusätzlich, aus welchen Proteinquellen sie stammt, welche Aminosäuren enthalten sind und wie gut dein Hund die Proteine verdauen und verwerten kann.
Was bedeutet Rohfett im Hundefutter?
Rohfett beziehungsweise „Rohöle und Rohfette“ beschreibt die bei der Futtermittelanalyse ermittelte Fettfraktion. Der Wert sagt jedoch nicht, aus welchen Fettquellen das Fett stammt oder welche Fettsäuren enthalten sind. Deshalb ist ein hoher oder niedriger Rohfettwert nicht automatisch gut oder schlecht.
Was bedeutet Rohfaser im Hundefutter?
Rohfaser beschreibt nur einen Teil der pflanzlichen Faserbestandteile eines Futters und ist nicht mit dem gesamten Ballaststoffgehalt gleichzusetzen. Andere Faserbestandteile können bei der klassischen Rohfaseranalyse nur teilweise oder gar nicht erfasst werden.
Was bedeutet Rohasche im Hundefutter?
Rohasche bedeutet nicht, dass dem Hundefutter Asche zugesetzt wurde. Für die Analyse wird eine Futterprobe stark erhitzt, sodass die organischen Bestandteile verbrennen. Der verbleibende anorganische Anteil besteht vor allem aus Mineralstoffen und wird als Rohasche bezeichnet.
Ist ein hoher Rohaschegehalt im Hundefutter schlecht?
Ein hoher Rohaschewert ist nicht automatisch ein Zeichen für minderwertige Rohstoffe oder einen hohen Knochenanteil. Er zeigt zunächst nur die gesamte mineralische Fraktion des Futters. Für eine genauere Beurteilung sind Angaben zu einzelnen Mineralstoffen wie Calcium und Phosphor deutlich aussagekräftiger.
Warum kann man Nassfutter und Trockenfutter nicht direkt vergleichen?
Nassfutter enthält deutlich mehr Wasser als Trockenfutter. Dadurch wirken Werte wie Rohprotein oder Rohfett auf der Verpackung automatisch niedriger. Für einen sinnvollen Vergleich sollten die analytischen Werte deshalb auf Trockenmassebasis umgerechnet werden.
Wie rechne ich Rohprotein auf Trockenmasse um?
Zuerst berechnest du die Trockenmasse, indem du den Feuchtigkeitsgehalt von 100 Prozent abziehst. Anschließend rechnest du: analytischer Wert ÷ Trockenmasse × 100. Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein und 80 Prozent Feuchtigkeit enthält 20 Prozent Trockenmasse. 10 ÷ 20 × 100 ergeben 50 Prozent Rohprotein auf Trockenmassebasis.
Was bedeutet NfE beim Hundefutter?
NfE steht für stickstofffreie Extraktstoffe und ist eine rechnerische Restgröße. Sie wird aus 100 minus Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche berechnet. Der NfE-Wert wird häufig vereinfacht als Kohlenhydratgehalt bezeichnet, ist aber keine direkte Messung sämtlicher Kohlenhydrate im Futter.
Kann man an den analytischen Bestandteilen erkennen, ob ein Hundefutter gut ist?
Nein, die analytischen Bestandteile reichen für eine Qualitätsbewertung allein nicht aus. Sie zeigen bestimmte Stoffgruppen des Futters, aber nicht, welche Rohstoffe dafür verwendet wurden, wie gut die Nährstoffe verwertbar sind oder ob das Futter insgesamt zu deinem Hund passt. Dafür müssen auch Zusammensetzung, Zusatzstoffe und weitere Angaben berücksichtigt werden.





