Hundefutter Zusammensetzung verstehen: Inhaltsstoffe und Deklaration richtig lesen

Ein Blick auf die Rückseite eines Hundefutters kann schnell verwirrend werden. Dort stehen Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, verschiedene Prozentangaben, Rohprotein, Rohfett, Mineralstoffe und Zusatzstoffe. Dazu kommen Aussagen auf der Vorderseite wie „hoher Fleischanteil“, „Lebensmittelqualität“ oder „ohne künstliche Zusatzstoffe“. Doch was sagt die Zusammensetzung eines Hundefutters tatsächlich aus und welche Rückschlüsse lassen sich aus einer Deklaration gerade nicht ziehen?

Wenn du weißt, wie die einzelnen Angaben zu lesen sind, kannst du ein Hundefutter deutlich besser einordnen. Dabei geht es nicht darum, einzelne Zutaten vorschnell als gut oder schlecht zu bewerten. Entscheidend ist, die Angaben auf der Verpackung richtig zu verstehen und voneinander unterscheiden zu können.

Was steht eigentlich auf einem Hundefutter?

Auf einer Verpackung findest du verschiedene Angaben, die leicht miteinander verwechselt werden können. Die Zusammensetzung beschreibt, welche Futtermittel beziehungsweise Zutaten verwendet wurden. Die analytischen Bestandteile geben bestimmte analytisch ermittelte Werte des fertigen Futters an, zum Beispiel Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Unter den Zusatzstoffen findest du Futtermittelzusatzstoffe, die zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Vitamine, Spurenelemente, Konservierungsmittel oder Antioxidationsmittel.

Hinzu kommen unter anderem die Fütterungsempfehlung und die Angabe, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder ein Ergänzungsfuttermittel handelt. Diese Angaben erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine Zutatenliste ist deshalb beispielsweise nicht dasselbe wie eine Nährstoffanalyse.

Die Zusammensetzung beim Hundefutter: Was steckt drin?

Unter der Überschrift „Zusammensetzung“ findest du die verwendeten Einzelfuttermittel beziehungsweise Zutaten. Grundsätzlich werden sie nach ihrem Gewichtsanteil in absteigender Reihenfolge aufgeführt. Was bei der Herstellung mengenmäßig am meisten eingesetzt wurde, steht also weiter vorne.

Trotzdem solltest du aus dieser Reihenfolge nicht mehr herauslesen, als sie tatsächlich aussagt. Ein wasserreicher frischer Rohstoff bringt beispielsweise deutlich mehr Gewicht mit als eine bereits getrocknete Zutat. Die Position in der Zutatenliste sagt deshalb nicht automatisch, welcher Bestandteil im fertigen Futter den größten Anteil an Trockensubstanz oder Nährstoffen liefert. Auch über die Qualität oder Verdaulichkeit eines Rohstoffs sagt seine Position in der Zutatenliste zunächst nichts aus.

Offene, halboffene und geschlossene Deklaration beim Hundefutter

Beim Vergleich verschiedener Hundefutter begegnen dir häufig die Begriffe offene, halboffene und geschlossene Deklaration. Dabei handelt es sich um gebräuchliche Bezeichnungen dafür, wie detailliert ein Hersteller die Zusammensetzung offenlegt. Es sind keine gesetzlichen Qualitätsstufen eines Futters.

Offene Deklaration

Bei einer offenen Deklaration werden die verwendeten Bestandteile vergleichsweise genau benannt und häufig zusätzlich mit Prozentangaben versehen. Ein Beispiel wäre: Rindermuskelfleisch 30 %, Rinderherz 15 %, Rinderleber 5 %, Karotte 10 %, Kartoffel 8 %. Du kannst dadurch relativ genau erkennen, welche Bestandteile verwendet wurden. Das erhöht die Transparenz, bedeutet aber noch nicht automatisch, dass das Futter deshalb qualitativ besser ist.

Halboffene Deklaration

Bei einer halboffenen Deklaration werden einzelne Bestandteile genauer angegeben, andere dagegen zusammengefasst. Ein Beispiel könnte lauten: Rind 60 % aus Muskelfleisch, Herz, Lunge und Leber, Gemüse, Mineralstoffe. Du erhältst damit mehr Informationen als bei einer sehr allgemeinen Deklaration, weißt aber nicht unbedingt, in welchem Verhältnis die einzelnen Bestandteile innerhalb einer Gruppe eingesetzt wurden.

Geschlossene Deklaration

Bei einer sogenannten geschlossenen Deklaration werden häufiger übergeordnete Gruppen verwendet, zum Beispiel: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe. Bei Heimtierfutter dürfen unter bestimmten Voraussetzungen solche Kategorien anstelle der konkreten Einzelfuttermittel angegeben werden.

Für dich als Käufer ist dadurch allerdings weniger genau erkennbar, welche einzelnen Rohstoffe tatsächlich verarbeitet wurden. Das kann besonders dann relevant sein, wenn dein Hund bestimmte Bestandteile nicht verträgt oder du genau wissen möchtest, was im Futter enthalten ist.

Ist eine offene Deklaration automatisch besser?

Nein. Eine offene Deklaration ist zunächst einmal transparenter. Wenn ein Hersteller beispielsweise genau aufführt, welche Innereien enthalten sind, kannst du die Zusammensetzung wesentlich besser nachvollziehen als bei einer allgemeinen Angabe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“.

Transparenz und Qualität sind aber nicht dasselbe. Auch eine sehr detaillierte Zutatenliste sagt nicht automatisch aus, wie hochwertig die verwendeten Rohstoffe tatsächlich sind oder wie die gesamte Zusammensetzung ernährungsphysiologisch zu beurteilen ist. Umgekehrt ist ein Futter nicht automatisch schlecht, nur weil seine Deklaration weniger detailliert ist. Der Vorteil einer offenen Deklaration liegt vor allem darin, dass du besser nachvollziehen kannst, was tatsächlich eingesetzt wurde.

Was bedeuten die Prozentangaben bei Hundefutter?

Prozentangaben wirken auf den ersten Blick besonders eindeutig. Steht auf einer Dose beispielsweise „70 % tierische Bestandteile“, klingt das zunächst nach einer klaren Information. Entscheidend ist aber, was diese 70 % tatsächlich enthalten. Sind es Muskelfleisch und Innereien? Welche Innereien sind enthalten? Gehören Lunge oder andere tierische Bestandteile dazu? Wie verteilen sich die einzelnen Komponenten?

Auch ein hoher Fleischanteil beantwortet deshalb noch nicht automatisch die Frage, welche tierischen Rohstoffe genau verwendet wurden. Wird eine bestimmte Zutat auf der Verpackung durch Worte, Bilder oder andere Darstellungen besonders hervorgehoben, muss ihr Gewichtsanteil angegeben werden. Deshalb lohnt es sich immer, nicht nur die große Aussage auf der Vorderseite zu betrachten, sondern auch nachzusehen, worauf sich die Prozentangabe in der tatsächlichen Zusammensetzung bezieht.

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: Was bedeutet das?

Kaum ein Begriff auf Hundefutter wird so häufig negativ bewertet wie „tierische Nebenerzeugnisse“. Ganz unbegründet ist die Skepsis gegenüber dieser Bezeichnung allerdings nicht. Das Problem ist weniger, dass tierische Nebenerzeugnisse grundsätzlich minderwertig wären, sondern dass sich hinter diesem Sammelbegriff sehr unterschiedliche tierische Bestandteile verbergen können.

Dazu können ernährungsphysiologisch interessante Bestandteile wie Leber, Niere oder andere Innereien gehören. Gleichzeitig können aber auch ganz andere tierische Bestandteile verarbeitet werden. Innerhalb der für Heimtierfutter relevanten tierischen Nebenprodukte kommen unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise auch Geflügelköpfe, Füße oder Federn infrage. Diese Bestandteile sind ernährungsphysiologisch natürlich nicht miteinander gleichzusetzen. Eine Leber liefert beispielsweise zahlreiche Vitamine und Spurenelemente, Federn bestehen dagegen überwiegend aus Keratin und haben eine völlig andere Zusammensetzung.

Genau deshalb ist eine allgemeine Angabe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ nur begrenzt aussagekräftig. Sie verrät dir nicht, welche tierischen Bestandteile tatsächlich verarbeitet wurden und in welchem Verhältnis sie enthalten sind. Das bedeutet aber nicht, dass ein Futter allein wegen dieser Bezeichnung automatisch schlecht ist. Der entscheidende Nachteil liegt in der fehlenden Transparenz.

Ist viel Muskelfleisch automatisch ein Qualitätsmerkmal?

Auch hier lohnt sich ein genauerer Blick. Muskelfleisch ist ein wichtiger Proteinlieferant, ein möglichst hoher Muskelfleischanteil macht ein Futter aber nicht automatisch hochwertiger. Andere tierische Bestandteile können ebenfalls wichtige Nährstoffe liefern. Gerade Innereien zeigen, warum die einfache Gleichung „viel Muskelfleisch gleich gutes Futter“ zu kurz greift. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie hoch der Fleischanteil auf der Verpackung angegeben wird, sondern auch, was sich tatsächlich dahinter verbirgt.

Was bedeutet Lebensmittelqualität bei Hundefutter?

Auf Hundefutter liest man immer wieder Aussagen wie „Fleisch in Lebensmittelqualität“ oder „Rohstoffe in Lebensmittelqualität“. Um diese Aussage einordnen zu können, muss man zunächst wissen, wie tierische Nebenprodukte rechtlich eingeteilt werden. Es gibt drei Kategorien. Dabei handelt es sich nicht einfach um Qualitätsstufen von gut bis schlecht. Die Kategorien unterscheiden tierisches Material vielmehr danach, um welche Art von Material es sich handelt und wofür es verwendet werden darf.

Kategorie 1

Kategorie 1 umfasst Material mit dem höchsten gesundheitlichen Risiko. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Risikomaterialien sowie bestimmte Tiere oder tierische Bestandteile mit besonderen gesundheitlichen Risiken. Dieses Material darf nicht zu Hundefutter verarbeitet werden.

Kategorie 2

Kategorie 2 umfasst ebenfalls Material, das nicht für die Herstellung von Heimtierfutter verwendet werden darf. Dazu zählen beispielsweise Gülle, Magen und Darminhalt sowie verschiedene andere tierische Nebenprodukte, die nicht in die Futtermittelkette gelangen dürfen.

Kategorie 3

Kategorie 3 ist die für die Herstellung von Heimtierfutter relevante Kategorie. Sie umfasst allerdings sehr unterschiedliche tierische Materialien. Dazu gehören einerseits Schlachtkörper und Teile geschlachteter Tiere, die genusstauglich sind, aber aus kommerziellen Gründen nicht für den menschlichen Verzehr verwendet werden. Gründe können beispielsweise eine geringe Nachfrage nach bestimmten Teilstücken oder Innereien, Überschüsse oder wirtschaftliche Gründe sein.

Zur Kategorie 3 können aber auch Teile eines Tieres gehören, die bei der Fleischuntersuchung selbst als genussuntauglich zurückgewiesen wurden, sofern keine Anzeichen einer auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit vorliegen. Dazu können beispielsweise lokal beanstandete oder veränderte Bereiche gehören, etwa nach Verletzungen oder starken Blutergüssen. Auch Geflügelköpfe, Füße und Federn gehören unter bestimmten Voraussetzungen zu Kategorie 3.

Kategorie 3 bedeutet deshalb nicht automatisch Lebensmittelqualität.

Was meint ein Hersteller also, wenn er mit „Lebensmittelqualität“ wirbt? Zunächst einmal ist wichtig: „Lebensmittelqualität“ ist keine gesetzlich festgelegte Futtermittelkategorie. Es gibt neben Kategorie 1, 2 und 3 keine zusätzliche amtliche Kategorie namens „Lebensmittelqualität“.

Die Aussage soll beim Käufer vielmehr suggerieren, dass für das Futter besonders hochwertige Ausgangsrohstoffe verwendet wurden, die qualitativ mit Rohstoffen aus dem Lebensmittelbereich vergleichbar sein sollen. Welche konkreten Anforderungen der jeweilige Hersteller damit verbindet, legt der Begriff selbst jedoch nicht fest.

Das Fleisch, das für die Herstellung von Hundefutter vorgesehen ist, besitzt zu diesem Zeitpunkt keinen Lebensmittelstatus mehr. Es handelt sich um Material für die Futtermittelherstellung. „Lebensmittelqualität“ bedeutet also nicht, dass im Hundefutter rechtlich Lebensmittel verarbeitet werden. Die Bezeichnung wird auch nicht vorab von einer Behörde vergeben und ist kein amtliches Qualitätssiegel. Der Hersteller beziehungsweise die für die Kennzeichnung verantwortliche Person entscheidet selbst, diese freiwillige Aussage zu verwenden. Solche Werbeaussagen dürfen allerdings nicht irreführend sein und können im Rahmen der amtlichen Futtermittelüberwachung überprüft werden. Für dich als Käufer bedeutet das: „Lebensmittelqualität“ klingt zunächst nach einer klar definierten Qualitätsstufe, ist es rechtlich aber nicht.

Zusatzstoffe im Hundefutter: Was steckt dahinter?

Zusatzstoffe werden Futtermitteln zu bestimmten Zwecken zugesetzt. Sie sind nicht automatisch etwas Negatives und auch nicht mit minderwertigen Zutaten gleichzusetzen. Rechtlich gibt es verschiedene Kategorien von Futtermittelzusatzstoffen.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Dazu gehören beispielsweise Vitamine, Verbindungen von Spurenelementen und Aminosäuren. Auf einer Deklaration findest du dann zum Beispiel Angaben zu Vitamin D, Zink, Kupfer, Mangan oder Jod. Eine solche Liste bedeutet nicht automatisch, dass ein Futter schlechter ist oder besonders viele problematische Stoffe enthält.

Technologische Zusatzstoffe

Technologische Zusatzstoffe erfüllen eine Funktion bei der Herstellung, Verarbeitung oder Haltbarkeit des Futters. Dazu gehören beispielsweise Konservierungsmittel, Antioxidationsmittel, Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmittel oder Säureregulatoren. Ein Antioxidationsmittel kann beispielsweise dazu dienen, Fette vor Oxidation zu schützen. Konservierungsmittel können vor dem Verderb durch Mikroorganismen schützen. Auch hier sagt allein die Tatsache, dass ein technologischer Zusatzstoff eingesetzt wurde, noch nichts über die Qualität des gesamten Futters aus.

Sensorische Zusatzstoffe

Zu den sensorischen Zusatzstoffen gehören unter anderem Farb- und Aromastoffe. Sie können beispielsweise Geruch, Schmackhaftigkeit oder Aussehen eines Futters beeinflussen.

Sind zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe ein schlechtes Zeichen?

Nein. Ein Futter mit zugesetzten Vitaminen oder Spurenelementen ist nicht automatisch schlechter als eines, das mit möglichst wenigen Zusätzen wirbt. Ebenso bedeutet eine kurze Zusatzstoffliste nicht automatisch, dass ein Futter hochwertiger ist.

Hinzu kommt ein Punkt, der bei der Deklaration schnell übersehen wird: Bei Heimtierfutter müssen nicht sämtliche verwendeten Zusatzstoffe vollständig und namentlich auf dem Etikett erscheinen. Je nach Zusatzstoff gelten unterschiedliche Kennzeichnungspflichten. Bei bestimmten Stoffen reicht beispielsweise die Angabe der Funktionsgruppe. Andere Zusatzstoffe müssen auf Anfrage des Käufers genauer benannt werden. Eine kurze Zusatzstoffliste auf der Verpackung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass im fertigen Futter keinerlei Zusatzstoffe vorhanden sind.

„Ohne künstliche Zusatzstoffe“: Was bedeutet das eigentlich?

Aussagen wie „ohne künstliche Zusatzstoffe“, „ohne Konservierungsstoffe“ oder „ohne künstliche Farb- und Aromastoffe“ wirken auf den ersten Blick wie ein klares Qualitätsmerkmal und suggerieren häufig, dass ein Futter besonders natürlich oder hochwertig ist. Dabei lohnt es sich genauer hinzuschauen.

„Ohne künstliche Zusatzstoffe“

Diese Aussage klingt sehr umfassend. Zunächst stellt sich aber die Frage, auf welche Zusatzstoffe sich der Hersteller konkret bezieht. Ein ernährungsphysiologischer Zusatzstoff wie eine Zinkverbindung erfüllt schließlich einen völlig anderen Zweck als ein Farbstoff oder Konservierungsmittel.

Außerdem kann ein Zusatzstoff bereits über einen eingekauften Rohstoff oder eine Vormischung in das Futter gelangen. Der Futtermittelhersteller muss ihn also nicht zwangsläufig selbst als einzelnen Stoff in seine Rezeptur geben. Das ist allerdings nicht dasselbe wie die Frage, ob mit der Abwesenheit eines Stoffes geworben werden darf. Bei Aussagen wie „ohne zugesetzt“ oder „hergestellt ohne“ soll der betreffende Stoff weder direkt über die Rezeptur noch indirekt über eingesetzte Futtermittel oder Zusatzstoffe eingebracht worden sein. Der Hersteller kann sich bei einer solchen Aussage also nicht einfach darauf berufen, einen Stoff nicht selbst zugesetzt zu haben, wenn er bereits über einen eingekauften Bestandteil in das Futter gelangt.

„Ohne Konservierungsstoffe“

Auch diese Aussage sollte man im Zusammenhang mit der Art des Futters betrachten. Ein Nassfutter in einer Dose oder Schale kann beispielsweise durch Erhitzen haltbar gemacht werden. Dafür sind nicht zwangsläufig zusätzliche Konservierungsstoffe notwendig.

Bei einem solchen Produkt ist „ohne Konservierungsstoffe“ möglicherweise vollkommen korrekt. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass deshalb besonders hochwertige Zutaten verwendet wurden. Die Haltbarkeit wird lediglich auf andere Weise erreicht.

„Ohne künstliche Farb- und Aromastoffe“

Auch diese Aussage bezieht sich nur auf bestimmte Zusatzstoffe. Dass ein Futter keine künstlichen Farbstoffe enthält, sagt beispielsweise nichts darüber aus, welche tierischen Rohstoffe verwendet wurden oder wie transparent die Zusammensetzung deklariert ist. Gleiches gilt für Aromastoffe. Wenn du diese Stoffe vermeiden möchtest, kann die Angabe für dich durchaus interessant sein. Sie sollte aber nicht automatisch mit einer insgesamt höheren Futterqualität gleichgesetzt werden.

„Ohne Zuckerzusatz“

Auch „ohne Zuckerzusatz“ begegnet einem auf Hundefutter immer wieder. Die Aussage bedeutet nicht automatisch, dass das Futter keinerlei Zucker enthält. Rohstoffe können von Natur aus Zucker beziehungsweise Kohlenhydrate enthalten. Auch hier beschreibt die Aussage also eine bestimmte Eigenschaft des Produktes und nicht automatisch die Qualität der gesamten Zusammensetzung.

Aussagen auf der Vorderseite einer Verpackung können hilfreich sein, ersetzen aber nicht den Blick auf die tatsächliche Deklaration. Wenn auf einem Futter beispielsweise groß „ohne künstliche Zusatzstoffe“ steht, lohnt sich deshalb immer die Frage: Welche Zusatzstoffe sind tatsächlich enthalten und auf welche Stoffe bezieht sich die Aussage genau?

Analytische Bestandteile: Eine andere Information als die Zutatenliste

Neben der Zusammensetzung findest du auf Hundefutter Angaben wie Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Diese Werte beschreiben nicht, aus welchen Zutaten das Futter hergestellt wurde. Sie geben bestimmte analytisch ermittelte Bestandteile des fertigen Futters an.

Ein Rohproteingehalt von beispielsweise 10 % bedeutet deshalb nicht, dass das Futter 10 % Fleisch enthält. Ebenso wenig bedeutet Rohasche, dass dem Futter tatsächlich Asche zugesetzt wurde. Die analytischen Bestandteile sind also etwas anderes als die Zusammensetzung beziehungsweise Zutatenliste. Sie liefern zusätzliche Informationen über das fertige Futter, lassen sich aber ebenfalls nicht als einfache Qualitätsbewertung lesen.

Was Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche genau bedeuten und warum sich beispielsweise die Werte von Nassfutter und Trockenfutter nicht direkt miteinander vergleichen lassen, erkläre ich ausführlich im Artikel Analytische Bestandteile beim Hundefutter verstehen.

Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel?

Auf der Verpackung muss angegeben sein, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder ein Ergänzungsfuttermittel handelt. Diese Angabe wird leicht übersehen, ist für die Beurteilung eines Futters aber wichtig.

Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es aufgrund seiner Zusammensetzung für eine Tagesration ausreicht. Bei entsprechender Fütterung soll es also die vollständige tägliche Futtergrundlage bilden. Ein Ergänzungsfuttermittel besitzt dagegen eine Zusammensetzung, die nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die Tagesration ausreicht.

Gerade bei Fleischdosen lohnt sich deshalb ein genauer Blick. Eine Dose kann optisch und von ihrer Zutatenliste her wie ein vollständiges Futter wirken und trotzdem lediglich als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet sein. Ob ein Futter ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel ist, lässt sich deshalb nicht am Fleischanteil, an einer offenen Deklaration oder an der Länge der Zutatenliste erkennen. Entscheidend ist die entsprechende Kennzeichnung des Produktes.

Was eine Hundefutter Deklaration nicht verrät

Eine ausführliche Deklaration kann dir zeigen, welche Zutaten verwendet wurden, wie genau der Hersteller diese benennt und welche analytischen Bestandteile und Zusatzstoffe angegeben sind. Trotzdem hat auch eine sehr transparente Deklaration Grenzen.

Aus der Zutatenliste allein kannst du beispielsweise nicht erkennen:

  1. wie gut die enthaltenen Nährstoffe vom Hund verwertet werden können
  2. wie die Versorgung mit einzelnen Aminosäuren, Fettsäuren, Vitaminen oder Spurenelementen tatsächlich aussieht
  3. ob bestimmte Mineralstoffe in einem passenden Verhältnis zueinander stehen
  4. wie hoch der tatsächliche Gehalt von Nährstoffen ist, die nicht angegeben werden müssen
  5. ob das Futter für einen bestimmten Hund individuell gut geeignet ist

Auch eine sehr offene Deklaration ist deshalb keine vollständige Nährstoffanalyse. Sie hilft dir vor allem dabei nachzuvollziehen, welche Rohstoffe eingesetzt wurden und wie transparent der Hersteller darüber informiert. Für eine vollständige ernährungsphysiologische Beurteilung reichen diese Angaben allein jedoch nicht aus.

Hundefutter Zusammensetzung beurteilen: Darauf kannst du achten

Wenn du ein Hundefutter in der Hand hältst, musst du nicht jede einzelne Angabe isoliert bewerten. Sinnvoller ist es, die Deklaration Schritt für Schritt zu lesen. Achte zunächst darauf, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel handelt. Schau dir anschließend die Zusammensetzung an. Werden die verwendeten Rohstoffe konkret benannt oder überwiegend unter Sammelbegriffen zusammengefasst? Kannst du erkennen, welche tierischen Bestandteile enthalten sind und worauf sich angegebene Prozentwerte beziehen?

Danach lohnt sich ein Blick auf die analytischen Bestandteile und die Zusatzstoffe. Werbeaussagen auf der Vorderseite solltest du anschließend mit der tatsächlichen Deklaration vergleichen. Begriffe wie „hoher Fleischanteil“, „Lebensmittelqualität“, „ohne künstliche Zusatzstoffe“ oder „ohne Konservierungsstoffe“ können bestimmte Eigenschaften suggerieren, ersetzen aber nicht den Blick auf die Angaben auf der Rückseite.

Für eine erste Einordnung kannst du dir folgende Fragen stellen:

  1. Ist das Produkt als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet?
  2. Wie genau werden die verwendeten Rohstoffe benannt?
  3. Welche tierischen Bestandteile sind tatsächlich angegeben?
  4. Worauf beziehen sich die Prozentangaben?
  5. Welche analytischen Bestandteile werden angegeben?
  6. Welche Zusatzstoffe sind aufgeführt?
  7. Passen die Werbeaussagen auf der Vorderseite zu dem, was sich aus der Deklaration tatsächlich ablesen lässt?

So entsteht aus vielen einzelnen Angaben nach und nach ein vollständigeres Bild des Futters, ohne dass einzelne Begriffe vorschnell als Qualitätsmerkmal oder Ausschlusskriterium bewertet werden.

Wenn du die Ration deines Hundes selbst zusammenstellst

Noch einmal anders sieht es aus, wenn du das Futter deines Hundes selbst zusammenstellst, zum Beispiel beim BARFen oder bei selbst gekochten Rationen. Hier gibt es keine fertige Deklaration, anhand derer du die Zusammensetzung beurteilen kannst. Entscheidend ist vielmehr, was über die gesamte Ration tatsächlich zusammenkommt.

Einzelne hochwertige Lebensmittel oder ein hoher Fleischanteil sagen dabei noch nicht aus, ob der Hund mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird. Fleisch, Innereien, Calciumquelle, Fett, pflanzliche Bestandteile und mögliche Ergänzungen müssen gemeinsam betrachtet werden. Gerade bei selbst zusammengestellten Rationen ist deshalb nicht nur wichtig, was gefüttert wird, sondern auch in welcher Menge und in welchem Verhältnis die einzelnen Bestandteile zueinander stehen.

Wenn du wissen möchtest, ob die aktuelle Fütterung deines Hundes zu seinem Bedarf passt, kann eine Rationsüberprüfung sinnvoll sein. Dabei wird die gesamte bestehende Ration betrachtet und geprüft, ob die Versorgung mit den wichtigen Nährstoffen stimmig ist.

Fazit: Hundefutter Deklarationen richtig einordnen

Eine Futtermitteldeklaration kann dir viele wichtige Informationen über ein Hundefutter liefern. Sie zeigt dir, welche Rohstoffe verwendet wurden, wie genau diese benannt werden, welche analytischen Bestandteile angegeben sind und welche Zusatzstoffe eingesetzt wurden. Eine offene Deklaration bedeutet dabei vor allem mehr Transparenz, aber nicht automatisch eine höhere Qualität. Auch tierische Nebenerzeugnisse oder Aussagen wie „Lebensmittelqualität“ und „ohne künstliche Zusatzstoffe“ sollten immer im Zusammenhang mit der tatsächlichen Deklaration betrachtet werden.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Zusammensetzung, analytischen Bestandteilen und Zusatzstoffen sowie die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel. Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Dinge und lassen sich nicht einfach miteinander gleichsetzen. Je besser du verstehst, was die einzelnen Angaben auf einer Verpackung tatsächlich bedeuten, desto leichter kannst du Werbeaussagen von den Informationen unterscheiden, die für die Beurteilung des Futters wirklich relevant sind.

FAQ: Hundefutter-Deklaration richtig verstehen

Was bedeutet die Zusammensetzung auf Hundefutter?

Unter der Zusammensetzung findest du die verwendeten Futtermittel beziehungsweise Zutaten. Sie werden grundsätzlich nach ihrem Gewichtsanteil in absteigender Reihenfolge aufgeführt. Die Zutatenliste zeigt dir damit, welche Rohstoffe eingesetzt wurden, ist aber nicht mit den analytischen Bestandteilen oder einer vollständigen Nährstoffanalyse gleichzusetzen.

Was ist eine offene Deklaration beim Hundefutter?

Bei einer offenen Deklaration werden die verwendeten Bestandteile vergleichsweise genau benannt und häufig zusätzlich mit Prozentangaben versehen. Dadurch kannst du besser nachvollziehen, welche Rohstoffe enthalten sind. Eine offene Deklaration bedeutet jedoch vor allem mehr Transparenz und nicht automatisch eine höhere Futterqualität.

Ist eine offene Deklaration beim Hundefutter immer besser?

Nicht automatisch. Eine offene Deklaration macht die Zusammensetzung besser nachvollziehbar, sagt aber allein noch nichts darüber aus, wie hochwertig die Rohstoffe sind, wie gut sie verwertet werden können oder wie die gesamte Rezeptur ernährungsphysiologisch zu beurteilen ist.

Was bedeutet „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“?

Die Bezeichnung kann sehr unterschiedliche tierische Bestandteile umfassen. Dazu können ernährungsphysiologisch interessante Innereien wie Leber oder Niere gehören, aber auch andere tierische Bestandteile. Der Nachteil einer solchen Sammelbezeichnung liegt vor allem darin, dass du nicht genau erkennen kannst, welche Bestandteile verarbeitet wurden und in welchem Verhältnis sie enthalten sind.

Sind tierische Nebenerzeugnisse im Hundefutter schlecht?

Nein, tierische Nebenerzeugnisse sind nicht grundsätzlich minderwertig. Innereien können beispielsweise wichtige Vitamine und Mineralstoffe liefern. Der Begriff umfasst jedoch sehr unterschiedliche Materialien, weshalb die genaue Zusammensetzung entscheidender ist als die Bezeichnung „tierische Nebenerzeugnisse“ allein.

Was bedeutet Lebensmittelqualität bei Hundefutter?

„Lebensmittelqualität“ ist keine gesetzlich festgelegte Futtermittelkategorie und kein amtliches Qualitätssiegel. Die Bezeichnung soll in der Regel ausdrücken, dass besonders hochwertige Ausgangsrohstoffe verwendet wurden. Welche konkreten Anforderungen der Hersteller damit verbindet, ist durch den Begriff selbst jedoch nicht einheitlich festgelegt.

Sind Zusatzstoffe im Hundefutter automatisch schlecht?

Nein. Zusatzstoffe werden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Vitamine und Spurenelemente, aber auch technologische Zusatzstoffe wie Antioxidationsmittel oder Konservierungsmittel. Ob ein Futter gut oder schlecht ist, lässt sich deshalb nicht allein daran erkennen, ob Zusatzstoffe enthalten sind.

Was bedeutet „ohne künstliche Zusatzstoffe“ bei Hundefutter?

Die Aussage sollte immer im Zusammenhang mit der tatsächlichen Deklaration betrachtet werden. Verschiedene Zusatzstoffe erfüllen sehr unterschiedliche Aufgaben. Eine Angabe wie „ohne künstliche Zusatzstoffe“ beschreibt deshalb nur eine bestimmte Eigenschaft des Futters und ist nicht automatisch ein Beleg für eine insgesamt höhere Qualität.

Was ist der Unterschied zwischen Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel?

Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es bei entsprechender Fütterung die vollständige tägliche Futtergrundlage bilden kann. Ein Ergänzungsfuttermittel reicht dagegen allein nicht für die gesamte Tagesration aus und muss mit anderen Futtermitteln kombiniert werden.

Was sagen Prozentangaben auf Hundefutter aus?

Prozentangaben zeigen den Gewichtsanteil bestimmter Zutaten oder Bestandteile, beantworten aber nicht automatisch, wie sich diese im Detail zusammensetzen. Eine Angabe wie „70 Prozent tierische Bestandteile“ sagt beispielsweise noch nicht, welche Fleischteile oder Innereien enthalten sind und in welchem Verhältnis sie eingesetzt wurden.

Kann ich allein anhand der Deklaration erkennen, ob ein Hundefutter gut ist?

Nein. Eine Deklaration kann dir viele wichtige Informationen liefern, ersetzt aber keine vollständige ernährungsphysiologische Beurteilung. Sie zeigt unter anderem, welche Rohstoffe verwendet wurden, welche analytischen Bestandteile angegeben sind und welche Zusatzstoffe aufgeführt werden. Ob das Futter insgesamt bedarfsgerecht und für deinen Hund geeignet ist, lässt sich daraus allein nicht sicher ableiten.

Sabine Nowak

Sabine Nowak

Tierheilpraktikerin für Hunde

Hi, ich bin Sabine. Ich helfe dir, deinen Hund besser zu verstehen, wenn Gesundheit, Fütterung oder Alltag nicht mehr rundlaufen.

Ob Verdauung, Haut, Ernährung, Verhalten, Betreuung oder wiederkehrende Unsicherheit: Ich schaue nicht nur auf einzelne Probleme, sondern darauf, was bei deinem Hund zusammenhängt.

So bekommst du mehr Klarheit, bessere Entscheidungen und einen alltagstauglichen Weg, der wirklich zu deinem Hund passt.

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