Nierenwerte beim Hund: Tabelle, erhöhte Werte und ihre Bedeutung

Die Nierenwerte beim Hund gehören zu den häufig bestimmten Laborwerten. Auf einem Befund finden sich dabei meist mehrere Parameter wie Kreatinin, Harnstoff, SDMA und Phosphat. Sie werden häufig gemeinsam als Nierenwerte bezeichnet, liefern aber unterschiedliche Informationen und können auch durch Faktoren beeinflusst werden, die nicht direkt in der Niere entstehen.

Genau deshalb sollte ein einzelner erhöhter Nierenwert nicht automatisch mit einer Nierenerkrankung gleichgesetzt werden. Für die Beurteilung der Nierenfunktion werden die Blutwerte gemeinsam betrachtet und häufig durch eine Urinuntersuchung ergänzt. Auch Flüssigkeitshaushalt, Muskelmasse, Fütterung, Medikamente und der Verlauf können für die Interpretation wichtig sein.

Nierenwerte beim Hund: Tabelle der wichtigsten Werte

Zu den häufig beurteilten Nierenparametern gehören Harnstoff, Kreatinin, SDMA und Phosphat. Daneben können weitere Blutwerte wichtige Informationen über mögliche Folgen einer eingeschränkten Nierenfunktion liefern.

WertAbkürzungBedeutung
HarnstoffUREA, BUNAbbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, das über die Nieren ausgeschieden wird und unter anderem durch Fütterung und Flüssigkeitshaushalt beeinflusst werden kann
KreatininCREAMarker zur Beurteilung der renalen Ausscheidungsfunktion, dessen Konzentration unter anderem von der Muskelmasse abhängt
SDMASDMAErgänzender Marker für Veränderungen der glomerulären Filtrationsrate, weniger von der Muskelmasse beeinflusst als Kreatinin
PhosphatP, PHOSMineralstoff, dessen Ausscheidung unter anderem über die Nieren reguliert wird
KaliumKElektrolyt, dessen Konzentration bei verschiedenen Nierenerkrankungen verändert sein kann
CalciumCaTeil des Mineralstoffhaushalts und eng mit Phosphat sowie hormonellen Regulationsmechanismen verbunden
AlbuminALBKann unter anderem bei einem Proteinverlust über die Nieren verändert sein
Hämatokrit und ErythrozytenHCT, RBCKönnen bei chronischer Nierenerkrankung unter anderem durch eine verminderte Erythropoetinwirkung beeinflusst werden

Die Tabelle zeigt bereits, warum es nicht sinnvoll ist, nur nach einem einzigen „Nierenwert“ zu suchen. Kreatinin, Harnstoff und SDMA liefern Informationen über unterschiedliche Aspekte der Filtration und Ausscheidung. Andere Werte helfen dabei, mögliche Auswirkungen einer Nierenerkrankung zu erkennen.

Nierenwerte beim Hund: Normalwerte und Referenzwerte

Für Nierenwerte gibt es keine einzige Tabelle mit Normalwerten, die für jeden Hund und jedes Labor gleichermaßen gilt. Referenzbereiche können sich je nach Untersuchungsmethode, Labor und Einheit unterscheiden. Deshalb solltest du die Werte deines Hundes immer mit dem Referenzbereich vergleichen, der direkt auf seinem Laborbefund angegeben ist.

Hinzu kommt, dass ein Wert innerhalb des Referenzbereichs nicht automatisch bedeutet, dass er für jeden Hund unauffällig ist. Körpergröße, Muskelmasse, Alter und frühere Laborwerte können die Einordnung beeinflussen. Gerade bei Kreatinin und SDMA kann deshalb auch der Verlauf interessant sein.

Was sagen Nierenwerte beim Hund überhaupt aus?

Eine wichtige Aufgabe der Nieren besteht darin, das Blut zu filtern und Stoffe auszuscheiden, die der Körper nicht mehr benötigt. Vereinfacht gesagt beschreibt die glomeruläre Filtrationsrate, kurz GFR, wie viel Plasma die Nieren innerhalb einer bestimmten Zeit filtern.

Nimmt diese Filtrationsleistung ab, können Stoffe, die normalerweise über die Nieren ausgeschieden werden, verstärkt im Blut verbleiben. Zu den klassischen Parametern, die dabei betrachtet werden, gehören insbesondere Harnstoff und Kreatinin. SDMA liefert ergänzende Informationen über Veränderungen der GFR. Auch Phosphat kann bei eingeschränkter Nierenfunktion ansteigen.

Die Niere hat jedoch wesentlich mehr Aufgaben als nur die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Sie ist unter anderem am Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt beteiligt und bildet Erythropoetin, das die Neubildung roter Blutkörperchen unterstützt. Deshalb kann eine länger bestehende Nierenerkrankung Veränderungen weit über Kreatinin und Harnstoff hinaus verursachen.

Nierenwerte beim Hund erhöht: Bedeutet das automatisch Niereninsuffizienz?

Nein. Erhöhte Nierenwerte beim Hund sind zunächst ein Laborbefund und noch keine Diagnose. Besonders Harnstoff und Kreatinin können auch ansteigen, wenn die Niere selbst nicht die ursprüngliche Ursache der Veränderung ist.

Ein wichtiger Einflussfaktor ist beispielsweise der Flüssigkeitshaushalt. Bei einer Dehydratation kann die Nierendurchblutung abnehmen und es können Retentionsparameter ansteigen. Auch Störungen des Harnabflusses können zu erhöhten Werten führen.

Für die Einordnung muss deshalb geklärt werden, ob eine Veränderung prärenal, renal oder postrenal entstanden sein könnte. Erst zusammen mit Urinbefund, Vorgeschichte, klinischer Untersuchung und gegebenenfalls weiterer Diagnostik wird aus den erhöhten Laborwerten ein aussagekräftiger Befund.

Harnstoff beim Hund

Harnstoff entsteht beim Abbau von Aminosäuren beziehungsweise Eiweiß und wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Ein erhöhter Wert kann bei einer verminderten renalen Ausscheidung vorkommen, wird aber vergleichsweise stark von anderen Faktoren beeinflusst.

So können beispielsweise Flüssigkeitsmangel, die Proteinzufuhr oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt den Wert beeinflussen. Auch deshalb eignet sich Harnstoff nicht als alleiniger Marker für die Nierenfunktion. Was ein erhöhter Harnstoffwert bedeuten kann, sollte immer gemeinsam mit Kreatinin, SDMA und den übrigen Befunden beurteilt werden.

Kreatinin beim Hund

Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt, das eng mit der Muskelmasse zusammenhängt und überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird. Steigt die Konzentration im Blut, kann dies auf eine verminderte Filtrationsleistung hinweisen.

Der Wert wird jedoch deutlich von der Muskelmasse beeinflusst. Ein großer, stark bemuskelter Hund kann einen anderen Ausgangswert haben als ein alter Hund mit ausgeprägtem Muskelabbau. Auch der Flüssigkeitshaushalt und die Bedingungen rund um die Blutentnahme spielen bei der Interpretation eine Rolle.

Warum Kreatinin beim Hund erhöht sein kann, lässt sich deshalb nicht allein mit der Frage beantworten, ob der Wert innerhalb oder außerhalb des Laborreferenzbereichs liegt. Besonders interessant ist häufig auch die Entwicklung über mehrere Untersuchungen.

SDMA beim Hund

SDMA steht für symmetrisches Dimethylarginin und wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Steigt der Wert an, kann dies auf eine Verminderung der glomerulären Filtrationsrate hinweisen. Im Vergleich zu Kreatinin wird SDMA wesentlich weniger durch die Muskelmasse beeinflusst und kann deshalb gerade bei sehr schlanken oder muskelarmen Hunden zusätzliche Informationen liefern.

SDMA kann bei sinkender GFR früher auffällig werden als Kreatinin. Ein erhöhter Wert bedeutet trotzdem nicht, dass anhand von SDMA allein eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert werden kann. Ein erstmals oder geringgradig veränderter SDMA Wert sollte gemeinsam mit Kreatinin, Urinbefund und Verlauf beurteilt werden.

Phosphor und Phosphat beim Hund

Phosphor liegt im Organismus überwiegend in Form von Phosphat vor. Der größte Anteil befindet sich in Knochen und Zähnen. Ein kleinerer Anteil erfüllt wichtige Aufgaben bei Energiegewinnung, Zellmembranen und weiteren Stoffwechselprozessen.

Die Nieren sind wesentlich an der Regulation des Phosphathaushalts beteiligt. Bei fortschreitender Einschränkung der Nierenfunktion kann die Ausscheidung abnehmen und Phosphat im Blut ansteigen. Ein erhöhter Wert ist jedoch nicht ausschließlich ein Nierenbefund. Auch ein erniedrigter Wert besitzt verschiedene mögliche Ursachen.

Die unterschiedlichen Ursachen von erhöhten und niedrigen Werten erkläre ich ausführlicher bei Phosphor und Phosphat beim Hund.

Warum reicht eine Blutuntersuchung der Nierenwerte nicht aus?

Eine der wichtigsten Ergänzungen zur Blutuntersuchung ist der Urin. Die Nieren sollen nicht nur Stoffwechselprodukte ausscheiden, sondern auch Wasser zurückhalten beziehungsweise ausscheiden und den Urin entsprechend konzentrieren. Deshalb liefert die Urinuntersuchung Informationen, die Kreatinin, Harnstoff oder SDMA allein nicht liefern können.

Je nach Fragestellung können unter anderem das spezifische Gewicht des Urins, Harnstatus, Sediment und der Protein-Kreatinin-Quotient untersucht werden. Der sogenannte UP/C beziehungsweise UPC hilft dabei zu beurteilen, ob über den Urin vermehrt Protein verloren geht.

Für eine umfassendere Nierenabklärung können zusätzlich eine Blutdruckmessung und bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall sinnvoll sein. Welche Untersuchungen benötigt werden, hängt vom jeweiligen Befund ab.

Was bedeutet das spezifische Gewicht des Urins?

Das spezifische Gewicht gibt Hinweise darauf, wie stark die Niere den Urin konzentriert. Ein sehr verdünnter Urin kann bei einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit auftreten, besitzt aber auch zahlreiche andere mögliche Ursachen. Dazu gehören beispielsweise eine erhöhte Wasseraufnahme, bestimmte Medikamente oder hormonelle Erkrankungen.

Auch deshalb sollte ein auffälliges spezifisches Gewicht nicht unabhängig von den Blutwerten gelesen werden. Die Kombination aus Blutwerten und Urinbefund ist für die Nierenbeurteilung wesentlich aussagekräftiger als ein einzelner Parameter.

Was ist eine Azotämie beim Hund?

Von einer Azotämie wird gesprochen, wenn stickstoffhaltige Stoffwechselprodukte im Blut vermehrt vorhanden sind. In der klinischen Beurteilung stehen dabei insbesondere erhöhte Konzentrationen von Harnstoff und Kreatinin im Mittelpunkt.

Eine Azotämie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine chronische Nierenerkrankung vorliegt. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb wird zwischen prärenalen, renalen und postrenalen Zusammenhängen unterschieden.

Prärenale Azotämie

Bei einer prärenalen Veränderung liegt die Ursache vor der Niere. Wird die Niere beispielsweise aufgrund eines ausgeprägten Flüssigkeitsmangels schlechter durchblutet, können Harnstoff und Kreatinin ansteigen, ohne dass eine strukturelle Nierenerkrankung die ursprüngliche Ursache sein muss.

Renale Azotämie

Bei einer renalen Azotämie liegt die Ursache in einer eingeschränkten Nierenfunktion selbst. Für diese Einordnung reichen die erhöhten Blutwerte allein jedoch nicht aus. Besonders der Urinbefund und die übrige Diagnostik helfen dabei, die Situation genauer zu beurteilen.

Postrenale Azotämie

Postrenal bedeutet, dass die Ursache hinter der Niere liegt. Kann Urin beispielsweise aufgrund einer Abflussstörung nicht normal ausgeschieden werden, können Retentionsparameter ebenfalls ansteigen. Auch deshalb sollte die Ursache erhöhter Nierenwerte nicht allein anhand einer Blutprobe festgelegt werden.

Nierenwerte beim Hund und Flüssigkeitsmangel

Dehydratation kann mehrere Laborwerte beeinflussen und spielt bei der Interpretation von Nierenparametern eine besonders wichtige Rolle. Eine verminderte Nierendurchblutung kann dazu führen, dass unter anderem Harnstoff und Kreatinin ansteigen.

Gleichzeitig können andere Blutwerte Hinweise auf eine Hämokonzentration liefern. Deshalb sollte berücksichtigt werden, ob ein Hund beispielsweise durch Erbrechen, Durchfall, starke Flüssigkeitsverluste oder eine deutlich reduzierte Wasseraufnahme dehydriert sein könnte.

Das bedeutet nicht, dass erhöhte Nierenwerte bei einem dehydrierten Hund automatisch harmlos sind. Es bedeutet lediglich, dass geklärt werden muss, welchen Anteil der Flüssigkeitshaushalt an der Veränderung hat.

Nierenwerte beim Hund und Fütterung

Auch die Fütterung kann einzelne Laborparameter beeinflussen. Besonders Harnstoff reagiert auf die Proteinzufuhr. Deshalb können Zeitpunkt und Zusammensetzung der letzten Mahlzeit bei der Beurteilung eines Laborbefundes eine Rolle spielen.

Aus einem erhöhten Harnstoffwert sollte jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass ein Hund zu viel Protein bekommt oder dass die Proteinmenge vorsorglich stark reduziert werden muss. Erst die Ursache des veränderten Wertes entscheidet darüber, ob und welche Anpassung der Fütterung sinnvoll ist.

Muss der Hund für die Kontrolle der Nierenwerte nüchtern sein?

Für möglichst vergleichbare Laborbedingungen wird bei umfangreichen Blutuntersuchungen häufig eine nüchterne Blutentnahme empfohlen. Ob Nüchternheit erforderlich ist und wie lange sie dauern soll, hängt jedoch von den geplanten Untersuchungen und den Vorgaben des Labors beziehungsweise der Tierarztpraxis ab.

Wasser darf in vielen Fällen weiterhin angeboten werden, sofern die Praxis keine andere Anweisung gegeben hat. Gerade bei der Beurteilung der Nierenfunktion sollte Wasser nicht ohne medizinischen Grund vorenthalten werden. Weitere mögliche Störfaktoren vor der Untersuchung erkläre ich bei der Blutabnahme beim Hund.

Was bedeutet es, wenn nur ein Nierenwert erhöht ist?

Ein isoliert veränderter Wert sollte zunächst genau eingeordnet werden. Ein hoher Harnstoff bei normalem Kreatinin und unauffälligem SDMA kann eine andere Bedeutung haben als eine gemeinsame Veränderung mehrerer Parameter. Ebenso kann ein leicht erhöhtes Kreatinin bei einem stark bemuskelten Hund anders zu beurteilen sein als derselbe Wert bei einem alten Hund mit ausgeprägtem Muskelabbau.

Auch ein isoliert erhöhtes SDMA sollte nicht ignoriert werden, führt aber nicht automatisch zu einer fertigen Diagnose. Wiederholungsmessungen, Urinuntersuchung und weitere Befunde helfen dabei festzustellen, ob eine anhaltende Veränderung der Nierenfunktion vorliegt.

Warum ist der Verlauf der Nierenwerte wichtig?

Der Verlauf kann mehr Informationen liefern als eine einzelne Blutabnahme. Ein Kreatininwert, der sich über mehrere Kontrollen kontinuierlich verändert, kann beispielsweise relevanter sein als eine isolierte Messung ohne frühere Vergleichswerte.

Das gilt ebenso für SDMA, Harnstoff und Phosphat. Wiederholte Untersuchungen unter möglichst vergleichbaren Bedingungen helfen dabei zu unterscheiden, ob es sich um eine vorübergehende Schwankung oder eine anhaltende Veränderung handelt.

Normale Nierenwerte schließen eine frühe Nierenerkrankung nicht sicher aus

Ein wichtiger Punkt bei der Interpretation ist, dass die Niere funktionelle Reserven besitzt. Veränderungen klassischer Retentionsparameter können deshalb erst sichtbar werden, wenn die Filtrationsleistung bereits abgenommen hat.

SDMA kann Veränderungen der GFR früher anzeigen als Kreatinin, trotzdem bleibt auch dieser Wert nur ein Teil der Diagnostik. Bei einem konkreten Verdacht sind Urinuntersuchung, Verlauf und gegebenenfalls weitere Untersuchungen wichtig, selbst wenn einzelne Blutwerte noch im Referenzbereich liegen.

Nierenwerte bei chronischer Nierenerkrankung

Wurde eine chronische Nierenerkrankung tatsächlich diagnostiziert, können Kreatinin und SDMA auch zur Einschätzung des Schweregrades herangezogen werden. Die international verwendete IRIS-Klassifikation berücksichtigt diese Werte bei stabilen Patienten. Zusätzlich wird unter anderem anhand der Proteinurie und des Blutdrucks weiter differenziert.

Die IRIS-Stadien sollten deshalb nicht allein anhand eines einzelnen Kreatininwertes aus einem Laborbefund vergeben werden. Zunächst muss feststehen, dass tatsächlich eine chronische Nierenerkrankung vorliegt und der Hund für die Stadieneinteilung ausreichend stabil ist.

Welche weiteren Blutwerte können bei einer Nierenerkrankung verändert sein?

Nierenerkrankungen können sich auf verschiedene Bereiche des Stoffwechsels auswirken. Deshalb werden je nach Situation nicht nur die klassischen Nierenparameter betrachtet.

  • Kalium
  • Natrium
  • Calcium
  • Phosphat
  • Albumin und Gesamtprotein
  • Cholesterin
  • Erythrozyten
  • Hämoglobin
  • Hämatokrit
  • Retikulozyten

Gerade bei einer länger bestehenden chronischen Nierenerkrankung kann auch die rote Blutreihe relevant werden. Die Niere bildet Erythropoetin, das im Knochenmark die Bildung roter Blutkörperchen stimuliert. Eine verminderte Erythropoetinwirkung kann deshalb zu einer Anämie beim Hund beitragen.

Welche Untersuchungen gehören zu einer sinnvollen Nierenabklärung?

Welche Untersuchungen erforderlich sind, richtet sich immer nach dem einzelnen Hund. Häufig entsteht eine sinnvolle Beurteilung jedoch erst aus mehreren Bausteinen:

  • Harnstoff, Kreatinin und SDMA
  • Phosphat und weitere Elektrolyte
  • vollständige Urinuntersuchung
  • spezifisches Gewicht des Urins
  • Urinsediment
  • Protein-Kreatinin-Quotient im Urin
  • Blutdruck
  • gegebenenfalls Urinkultur
  • gegebenenfalls Ultraschall von Nieren und Harnwegen

Das zeigt auch, warum die Frage „Sind die Nierenwerte gut?“ manchmal zu kurz greift. Blutwerte sind ein wichtiger Teil der Nierendiagnostik, aber eben nur ein Teil.

Die Nierenwerte deines Hundes sind auffällig?

Laborwerte sind immer nur ein Teil des Gesamtbildes. Wenn die tierärztliche Diagnostik bereits erfolgt ist, betrachte ich in meiner Tierheilpraxis vorhandene Befunde gemeinsam mit Beschwerden, Vorgeschichte, Fütterung und bereits eingeleiteten Maßnahmen. Gerade bei Nierenwerten sind auch Urinbefund, Flüssigkeitshaushalt und Verlauf wichtig, damit einzelne Werte nicht isoliert betrachtet werden.

Nierenwerte beim Hund richtig einordnen

Harnstoff, Kreatinin, SDMA und Phosphat liefern wertvolle Informationen, beantworten aber nicht alle dieselbe Frage. Jeder Parameter besitzt eigene Einflussfaktoren und Grenzen. Ein erhöhter Wert ist deshalb zunächst ein Befund und nicht automatisch die Diagnose einer Niereninsuffizienz.

Besonders aussagekräftig wird die Untersuchung, wenn die Blutwerte gemeinsam mit Urinbefund, Flüssigkeitshaushalt, Muskelmasse, Fütterung, Medikamenten und zeitlichem Verlauf betrachtet werden. Erst dieses Gesamtbild hilft dabei einzuschätzen, ob eine Veränderung vorübergehend ist oder ob weitere Nierendiagnostik notwendig wird.

FAQ zu Nierenwerten beim Hund

Welche Nierenwerte werden beim Hund im Blut untersucht?

Zu den häufig verwendeten Nierenparametern gehören Harnstoff, Kreatinin und SDMA. Auch Phosphat spielt bei der Beurteilung eine wichtige Rolle. Je nach Fragestellung werden zusätzlich Elektrolyte, Proteine und weitere Blutwerte untersucht.

Was bedeuten erhöhte Nierenwerte beim Hund?

Erhöhte Nierenwerte können auf eine verminderte Ausscheidungs- oder Filtrationsleistung hinweisen, haben aber nicht ausschließlich renale Ursachen. Dehydratation, Veränderungen des Harnabflusses und weitere Faktoren können insbesondere Harnstoff und Kreatinin ebenfalls beeinflussen.

Welcher Nierenwert ist beim Hund am wichtigsten?

Es gibt keinen einzelnen Nierenwert, der alle Fragen beantwortet. Kreatinin, SDMA und Harnstoff besitzen unterschiedliche Stärken und Einflussfaktoren. Für eine sinnvolle Beurteilung werden deshalb mehrere Werte gemeinsam mit einer Urinuntersuchung betrachtet.

Was ist besser, Kreatinin oder SDMA?

Die Werte ergänzen sich. Kreatinin ist ein etablierter Marker, wird aber unter anderem von der Muskelmasse beeinflusst. SDMA kann Veränderungen der glomerulären Filtrationsrate früher anzeigen und ist wesentlich weniger von der Muskelmasse abhängig. Auch SDMA sollte jedoch nicht isoliert interpretiert werden.

Können Nierenwerte durch zu wenig Trinken erhöht sein?

Ja. Flüssigkeitsmangel beziehungsweise Dehydratation kann die Nierendurchblutung beeinflussen. Besonders Harnstoff und Kreatinin können dadurch ansteigen. Deshalb muss der Flüssigkeitshaushalt bei der Interpretation berücksichtigt werden.

Kann die Fütterung die Nierenwerte beim Hund beeinflussen?

Ja. Besonders Harnstoff kann durch die Proteinzufuhr beeinflusst werden. Deshalb sollten Zeitpunkt und Zusammensetzung der letzten Mahlzeit bei der Beurteilung des Befundes berücksichtigt werden. Ein auffälliger Wert beweist jedoch weder eine falsche Fütterung noch eine Nierenerkrankung.

Sind normale Nierenwerte ein sicherer Beweis für gesunde Nieren?

Nein. Gerade frühe Veränderungen der Nierenfunktion können bestehen, obwohl einzelne klassische Blutwerte noch im Referenzbereich liegen. Je nach Verdacht können SDMA, Urinuntersuchung, Verlauf, Blutdruck und weitere Untersuchungen zusätzliche Informationen liefern.

Warum wird bei auffälligen Nierenwerten Urin untersucht?

Die Urinuntersuchung zeigt unter anderem, wie gut der Hund seinen Urin konzentriert, ob Protein verloren geht und ob sich auffällige Bestandteile im Sediment befinden. Diese Informationen ergänzen Kreatinin, Harnstoff und SDMA wesentlich.

Kann eine Nierenerkrankung beim Hund eine Anämie verursachen?

Ja. Die Niere produziert Erythropoetin, das die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark unterstützt. Bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung kann eine verminderte Erythropoetinwirkung deshalb zur Entstehung einer nicht regenerativen Anämie beitragen.

Sabine Nowak

Sabine Nowak

Tierheilpraktikerin für Hunde

Hi, ich bin Sabine. Ich helfe dir, deinen Hund besser zu verstehen, wenn Gesundheit, Fütterung oder Alltag nicht mehr rundlaufen.

Ob Verdauung, Haut, Ernährung, Verhalten, Betreuung oder wiederkehrende Unsicherheit: Ich schaue nicht nur auf einzelne Probleme, sondern darauf, was bei deinem Hund zusammenhängt.

So bekommst du mehr Klarheit, bessere Entscheidungen und einen alltagstauglichen Weg, der wirklich zu deinem Hund passt.

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