Der GLDH Wert beim Hund gehört zu den Laborparametern, die bei der Beurteilung einer möglichen Leberzellschädigung besonders interessant sind. GLDH steht für Glutamatdehydrogenase. Das Enzym befindet sich überwiegend in den Mitochondrien der Leberzellen und kann bei einer Schädigung der Hepatozyten vermehrt ins Blut gelangen. Ist die GLDH beim Hund erhöht, spricht das deshalb stärker für eine Beteiligung der Leber als beispielsweise eine isolierte AST Erhöhung. Trotzdem liefert auch GLDH keine fertige Diagnose. Erst gemeinsam mit ALT beziehungsweise GPT, AST beziehungsweise GOT und den übrigen Leberwerten lässt sich ein auffälliger Befund sinnvoll einordnen.
Was ist der GLDH Wert beim Hund?
GLDH ist die Abkürzung für Glutamatdehydrogenase. Das Enzym ist am Aminosäurestoffwechsel beteiligt und befindet sich innerhalb der Zellen vor allem in den Mitochondrien. Beim Hund stammt die im Blut gemessene GLDH Aktivität überwiegend aus der Leber. Das macht den Wert für die Beurteilung einer hepatozellulären Schädigung besonders interessant. Innerhalb der Leber findet sich eine hohe Aktivität unter anderem in zentrilobulären Bereichen, die bei Störungen der Sauerstoffversorgung empfindlich reagieren können.
Was sagt GLDH über die Leber aus?
Werden Hepatozyten geschädigt und dabei mitochondriale Strukturen beeinträchtigt, kann GLDH freigesetzt werden und die Enzymaktivität im Blut ansteigen. Der Laborwert gibt damit Hinweise auf eine Schädigung von Leberzellen, misst aber nicht direkt die Funktionsfähigkeit der Leber. Ein erhöhter GLDH Wert sagt deshalb weder, wie viel funktionsfähiges Lebergewebe vorhanden ist, noch wodurch die Schädigung verursacht wurde. Zellschädigung und Leberfunktion sind zwei unterschiedliche diagnostische Fragen.
GLDH Wert beim Hund erhöht: Was bedeutet das?
Ist der GLDH Wert beim Hund erhöht, macht das eine Beteiligung von Leberzellen wahrscheinlich. Da die im Blut gemessene GLDH Aktivität beim Hund überwiegend aus der Leber stammt, lässt sich der Wert deutlich stärker diesem Organ zuordnen als AST. Die Ursache der Veränderung lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Mögliche Zusammenhänge sind unter anderem:
- entzündliche Lebererkrankungen
- toxische Schädigungen
- Durchblutungsstörungen und Sauerstoffmangel
- akute oder chronische hepatozelluläre Schädigungen
- bestimmte Medikamente
- Tumorerkrankungen der Leber
- sekundäre Leberbeteiligung bei anderen Erkrankungen
Ein erhöhter GLDH Wert zeigt also vor allem, dass Leberzellen betroffen sein können. Für die Frage nach der Ursache sind weitere Laborwerte, der klinische Zustand und gegebenenfalls zusätzliche Untersuchungen notwendig.
Warum ist GLDH stärker leberbezogen als AST?
AST beziehungsweise GOT kommt nicht nur in der Leber vor, sondern in relevanten Mengen auch in der Muskulatur und in roten Blutkörperchen. Deshalb kann eine AST Erhöhung beispielsweise bei Muskelschädigungen auftreten oder durch eine hämolytische Blutprobe beeinflusst werden. Bei GLDH ist die Organzuordnung deutlich stärker auf die Leber ausgerichtet. Sind mehrere hepatozelluläre Enzyme einschließlich GLDH verändert, wird eine Leberbeteiligung deshalb wahrscheinlicher als bei einer isolierten AST Erhöhung.
GLDH und ALT beim Hund gemeinsam beurteilen
ALT beziehungsweise GPT und GLDH gehören beide zu den wichtigen Enzymen bei der Beurteilung einer Leberzellschädigung, befinden sich jedoch an unterschiedlichen Stellen innerhalb der Hepatozyten. ALT liegt überwiegend im Zytoplasma, GLDH dagegen in den Mitochondrien. Diese unterschiedliche Lokalisation kann dazu führen, dass sich beide Enzyme bei Leberzellschädigungen nicht immer parallel verändern.
Eine deutliche GLDH Erhöhung kann zu einer stärkeren Beteiligung mitochondrialer Strukturen passen. Daraus sollte jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass eine GLDH Erhöhung grundsätzlich eine schwerere Erkrankung bedeutet als eine ALT Erhöhung. Entscheidend bleiben Höhe, Kombination und zeitlicher Verlauf der Laborwerte sowie die zugrunde liegende Ursache.
GLDH und AST beziehungsweise GOT
Auch AST kann bei einer Leberzellschädigung ansteigen, ist aber wesentlich weniger organspezifisch. Werden AST, ALT und GLDH gemeinsam erhöht gemessen, passt das eher zu einem hepatozellulären Muster als eine isolierte AST Erhöhung. Ist AST dagegen stark erhöht, GLDH unauffällig und gleichzeitig die CK deutlich verändert, kann eine muskuläre Beteiligung stärker in den Vordergrund rücken.
Was bedeutet eine stark erhöhte GLDH beim Hund?
Eine deutlich beziehungsweise vielfach erhöhte GLDH spricht für eine stärkere Freisetzung des Enzyms aus Hepatozyten. Die Höhe des Wertes darf trotzdem nicht eins zu eins mit dem Schweregrad einer Lebererkrankung oder der verbleibenden Leberfunktion gleichgesetzt werden. Ein hoher Wert kann bei einer akuten Zellschädigung auftreten, obwohl die Leber ihre Stoffwechselaufgaben noch weitgehend erfüllt. Umgekehrt kann eine schwere chronische Lebererkrankung mit vergleichsweise moderaten Enzymveränderungen einhergehen, wenn zum Zeitpunkt der Blutentnahme nur wenig aktive Zellschädigung stattfindet.
GLDH erhöht, ALT aber normal oder nur leicht erhöht
Diese Konstellation ist möglich und sollte nicht nach einer einfachen Wenn-dann-Regel interpretiert werden. GLDH und ALT befinden sich in unterschiedlichen Zellkompartimenten und können deshalb abhängig von Art, Lokalisation und Zeitpunkt einer Leberzellschädigung unterschiedlich reagieren. Eine relativ deutliche GLDH Erhöhung bei nur gering veränderter ALT kann beispielsweise bei bestimmten chronischen oder zentrilobulären Prozessen vorkommen. Daraus lässt sich jedoch keine bestimmte Lebererkrankung diagnostizieren. Entscheidend sind Verlauf, klinisches Bild und weitere Labor- beziehungsweise Ultraschallbefunde.
GLDH erhöht, ALT und AST ebenfalls erhöht
Sind GLDH, ALT und AST gemeinsam erhöht, spricht das Muster stärker für eine hepatozelluläre Beteiligung. Vor allem ALT und GLDH helfen dabei, eine Leberquelle wahrscheinlicher zu machen, während AST allein deutlich unspezifischer wäre. Auch eine gemeinsame Erhöhung dieser drei Enzyme sagt jedoch noch nichts über die konkrete Ursache aus. Entzündung, toxische Schädigung, Durchblutungsprobleme und andere Prozesse können ähnliche Veränderungen verursachen.
GLDH erhöht und AP oder GGT ebenfalls erhöht
GLDH, ALT und AST werden vor allem im Zusammenhang mit Leberzellschädigungen betrachtet. AP und GGT liefern dagegen insbesondere Informationen im Zusammenhang mit Cholestase und dem Gallesystem. Ist GLDH zusammen mit der alkalischen Phosphatase oder GGT erhöht, können deshalb sowohl Hepatozyten als auch das biliäre System betroffen sein. Ein solches gemischtes Muster kann beispielsweise entstehen, wenn eine Erkrankung gleichzeitig Leberzellen und Gallefluss beeinflusst.
Kann GLDH durch eine Muskelschädigung erhöht sein?
Eine relevante GLDH Erhöhung wird beim Hund wesentlich stärker mit der Leber verbunden als eine AST Erhöhung. Eine reine Muskelschädigung führt typischerweise nicht zu demselben GLDH Muster wie eine Leberzellschädigung. Besteht der Verdacht auf ein Muskelproblem, sind deshalb besonders CK und AST hilfreich. Eine deutlich erhöhte CK bei verändertem AST, aber unauffälliger GLDH, passt eher zu einer muskulären Beteiligung.
Welche Rolle spielt Sauerstoffmangel bei GLDH?
GLDH ist innerhalb der Leber unter anderem in zentrilobulären Bereichen stark vertreten. Diese Regionen können bei einer verminderten Sauerstoffversorgung besonders empfindlich reagieren. Ausgeprägte Kreislaufprobleme oder eine erhebliche Minderdurchblutung können deshalb mit einer Schädigung von Leberzellen und einem Anstieg entsprechender Enzyme einhergehen. Auch hier liefert GLDH den Hinweis auf eine Zellschädigung, nicht auf deren alleinige Ursache.
Welche Medikamente können GLDH beeinflussen?
Medikamente können Leberzellen direkt oder indirekt beeinflussen und dadurch auch Veränderungen der GLDH Aktivität verursachen. Dazu können je nach Wirkstoff beispielsweise bestimmte Antikonvulsiva gehören. Bei auffälligen Leberwerten sollte deshalb berücksichtigt werden, welche Medikamente der Hund aktuell erhält oder in der vergangenen Zeit erhalten hat. Ein Medikament sollte aufgrund eines einzelnen Laborwertes nicht eigenständig abgesetzt werden.
Können Blutprobe und Nüchternheit den GLDH Wert beeinflussen?
Wie bei anderen Parametern der klinischen Chemie können auch präanalytische Einflüsse eine Rolle spielen. Starke Lipämie, Hämolyse oder andere Auffälligkeiten der Probe können abhängig vom verwendeten Messverfahren Laborwerte beeinflussen. Passt ein einzelner GLDH Wert nicht zu den übrigen Befunden, sollte deshalb auch auf entsprechende Hinweise des Labors geachtet werden. Was lipämische und hämolytische Blutproben bedeuten und wie eine Blutuntersuchung vorbereitet werden kann, erkläre ich ausführlicher im Artikel zur Blutabnahme beim Hund.
GLDH Normalwert beim Hund
Für den GLDH Normalwert beim Hund sollte immer der Referenzbereich des untersuchenden Labors verwendet werden. Analyseverfahren, Geräte und Referenzintervalle können sich unterscheiden. Eine Zahl aus dem Internet sollte deshalb nicht anstelle des Referenzbereichs auf dem tatsächlichen Laborbefund verwendet werden.
Was bedeutet eine niedrige GLDH beim Hund?
Eine niedrige GLDH Aktivität besitzt normalerweise keine vergleichbare diagnostische Bedeutung wie eine Erhöhung. Bei diesem Laborparameter steht deshalb vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob die Aktivität erhöht ist und wie sich diese Veränderung in das übrige Leberprofil einfügt. Eine niedrige oder normale GLDH schließt eine Lebererkrankung dennoch nicht grundsätzlich aus.
Warum ist der Verlauf der GLDH wichtig?
GLDH kann sich nach einer akuten Leberzellschädigung im Verlauf relativ rasch verändern. Dadurch können Verlaufskontrollen zusätzliche Informationen liefern. Ein fallender Wert kann dazu passen, dass weniger Enzym aus Hepatozyten freigesetzt wird, beweist aber nicht automatisch, dass die zugrunde liegende Erkrankung behoben ist. Ebenso kann ein erneuter Anstieg zu einer anhaltenden oder neuen Zellschädigung passen. GLDH sollte dabei zusammen mit ALT, AST und gegebenenfalls den cholestatischen Werten beurteilt werden.
Kann GLDH normal sein, obwohl der Hund eine Lebererkrankung hat?
Ja. GLDH ist kein allgemeiner Test dafür, ob die Leber gesund oder krank ist. Eine Erkrankung kann bestehen, ohne dass zum Zeitpunkt der Blutentnahme eine deutliche GLDH Erhöhung vorliegt. Besonders funktionelle, vaskuläre oder bestimmte chronische Veränderungen können andere Laborwerte oder Untersuchungsbefunde stärker in den Vordergrund rücken. Ein normaler GLDH Wert schließt eine Lebererkrankung deshalb nicht aus.
Welche Untersuchungen können bei erhöhter GLDH sinnvoll sein?
Welche weitere Diagnostik notwendig ist, hängt davon ab, wie stark GLDH erhöht ist, welche anderen Werte verändert sind und ob der Hund Beschwerden zeigt. Je nach Befund können beispielsweise sinnvoll sein:
- ALT beziehungsweise GPT
- AST beziehungsweise GOT und gegebenenfalls CK
- AP und GGT
- Bilirubin
- Gallensäuren
- Albumin, Harnstoff, Glukose und Cholesterin
- Blutbild
- Verlaufskontrolle der Leberwerte
- Ultraschall von Leber und Gallenblase
- je nach Verdacht weiterführende spezifische Untersuchungen
GLDH hilft damit vor allem dabei, eine hepatozelluläre Schädigung zu erkennen und das Muster der übrigen Leberwerte besser einzuordnen.
Der GLDH Wert deines Hundes ist erhöht?
Laborwerte sind immer nur ein Teil des Gesamtbildes. In meiner Tierheilpraxis betrachte ich vorhandene Befunde zusammen mit Beschwerden, Vorgeschichte, bisherigen Untersuchungen und Medikamenten deines Hundes. So lässt sich besser einschätzen, welche Zusammenhänge berücksichtigt werden sollten und welche unterstützenden Maßnahmen individuell sinnvoll sein können.
GLDH Wert beim Hund richtig einordnen
GLDH ist beim Hund ein wichtiger Marker für Leberzellschädigungen und deutlich stärker leberbezogen als AST. Die mitochondriale Lokalisation unterscheidet den Wert außerdem von ALT, das überwiegend im Zytoplasma der Hepatozyten liegt. Ein erhöhter GLDH Wert zeigt jedoch weder die Ursache noch automatisch die Schwere einer Lebererkrankung und sagt nicht direkt, wie gut die Leber ihre Funktionen erfüllt. Besonders aussagekräftig wird der Wert deshalb gemeinsam mit ALT, AST, AP, GGT, Bilirubin, Verlauf und dem klinischen Zustand des Hundes.
FAQ zum GLDH Wert beim Hund
Was ist der GLDH Wert beim Hund?
GLDH steht für Glutamatdehydrogenase. Das Enzym befindet sich überwiegend in den Mitochondrien der Leberzellen und kann bei einer hepatozellulären Schädigung vermehrt ins Blut freigesetzt werden.
Was bedeutet es, wenn GLDH beim Hund erhöht ist?
Eine erhöhte GLDH macht eine Schädigung von Leberzellen wahrscheinlicher. Der Wert ist beim Hund stark leberbezogen, zeigt aber nicht allein, welche Ursache hinter der Veränderung steckt.
Ist GLDH beim Hund ein Leberwert?
Ja. GLDH gehört zu den hepatozellulären Enzymen. Die im Blut gemessene Aktivität stammt beim Hund überwiegend aus der Leber und ist deshalb für die Beurteilung einer Leberzellschädigung hilfreich.
Was bedeutet eine stark erhöhte GLDH beim Hund?
Eine starke Erhöhung spricht für eine ausgeprägtere Freisetzung des Enzyms aus Leberzellen. Daraus lässt sich jedoch nicht direkt ableiten, wie stark die Leberfunktion eingeschränkt ist oder welche Erkrankung die Veränderung verursacht hat.
Was bedeutet GLDH erhöht und ALT erhöht?
Die gemeinsame Erhöhung unterstützt die Einschätzung einer hepatozellulären Beteiligung. ALT und GLDH befinden sich in unterschiedlichen Bereichen der Leberzellen und können sich bei der Interpretation ergänzen.
Was bedeutet GLDH erhöht und ALT normal?
Dieses Muster kann vorkommen und sollte gemeinsam mit Verlauf und übrigen Leberwerten beurteilt werden. Daraus lässt sich allein keine bestimmte Lebererkrankung ableiten.
Kann GLDH durch Muskelschäden erhöht sein?
Eine relevante GLDH Erhöhung wird beim Hund wesentlich stärker mit der Leber verbunden als mit der Muskulatur. Bei Muskelproblemen sind insbesondere CK und AST aussagekräftiger.
Wie hoch darf der GLDH Wert beim Hund sein?
Entscheidend ist der Referenzbereich des untersuchenden Labors. Unterschiedliche Analyseverfahren können unterschiedliche Grenzwerte verwenden, deshalb sollte der auf dem konkreten Laborbefund angegebene Bereich herangezogen werden.
Kann GLDH normal sein, obwohl mein Hund eine Lebererkrankung hat?
Ja. GLDH zeigt eine bestimmte Form der Leberzellschädigung und bildet nicht jede Lebererkrankung zu jedem Zeitpunkt ab. Ein normaler Wert schließt eine Erkrankung deshalb nicht grundsätzlich aus.
Ist ein erhöhter GLDH Wert beim Hund schlimm?
Das lässt sich anhand des einzelnen Wertes nicht beurteilen. Entscheidend sind Höhe und Verlauf der Veränderung, die übrigen Leberwerte, mögliche Beschwerden und die zugrunde liegende Ursache.





