Du möchtest deinen Welpen barfen und fragst dich, wie viel Futter er braucht und wie seine Ration aufgebaut sein sollte? Grundsätzlich folgt eine BARF-Ration für Welpen denselben Prinzipien wie die eines erwachsenen Hundes. Während des Wachstums müssen Futtermenge und Versorgung jedoch regelmäßig an die Entwicklung angepasst werden.
Gerade bei der Berechnung entstehen viele Fragen: Mit welchem Futterprozentsatz solltest du rechnen? Benötigt jeder Welpe 20 % rohe fleischige Knochen? Welche Bestandteile gehören in den Napf und woran erkennst du, ob die berechnete Futtermenge tatsächlich passt? In diesem Ratgeber erfährst du, wie du die tägliche BARF-Menge für deinen Welpen berechnest, die Ration sinnvoll aufbaust und während des Wachstums beurteilst. Außerdem zeige ich dir, worauf du bei Calcium, Knochen, Fett, Jod und der regelmäßigen Anpassung der Ration achten solltest.
Welpen barfen kurz zusammengefasst
- Eine BARF-Ration für Welpen besteht grundsätzlich aus denselben Komponenten wie die Ration eines erwachsenen Hundes.
- Welpen erhalten im Verhältnis zu ihrem aktuellen Körpergewicht mehr Futter als ausgewachsene Hunde.
- Die tägliche Futtermenge wird anhand des aktuellen Körpergewichts und eines passenden Futterprozentsatzes berechnet.
- Welpen benötigen nicht automatisch 20 % RFK. Der passende Anteil richtet sich auch nach dem Calciumgehalt der verwendeten Knochen.
- Gewichtsentwicklung und Körperkondition helfen dir zu beurteilen, ob die berechnete Futtermenge noch passt.
- Da sich der Bedarf während des Wachstums verändert, muss die gesamte Ration regelmäßig neu beurteilt und bei Bedarf angepasst werden.
Kann man einen Welpen barfen?
Ja, auch ein Welpe kann mit einer ausgewogen zusammengestellten BARF-Ration gefüttert werden. Voraussetzung ist, dass Futtermenge und Zusammensetzung zu seinem aktuellen Entwicklungsstand passen und die notwendigen Nährstoffe zuverlässig abgedeckt werden. Eine rohe Fütterung ist nicht automatisch bedarfsgerecht. Energie, Calcium, Phosphor, Spurenelemente und Vitamine müssen in einem passenden Verhältnis enthalten sein.
Es reicht deshalb nicht aus, verschiedene rohe Zutaten nach Gefühl miteinander zu kombinieren. Die einzelnen Bestandteile sollten in passenden Mengen eingeplant und aufeinander abgestimmt werden. Sowohl eine Unterversorgung als auch eine dauerhafte Überversorgung können während des Wachstums problematisch sein.
Was unterscheidet die BARF-Ration eines Welpen?
Der grundsätzliche Aufbau unterscheidet sich nicht wesentlich von der BARF-Ration eines erwachsenen Hundes. Auch beim Welpen gehören Muskelfleisch, Pansen oder Blättermagen, Innereien, rohe fleischige Knochen, pflanzliche Bestandteile, Fett und notwendige Ergänzungen in einem passenden Verhältnis in den Napf.
Der wesentliche Unterschied liegt in der höheren Futtermenge im Verhältnis zum Körpergewicht. Ein Welpe frisst pro Kilogramm Körpergewicht deutlich mehr als ein ausgewachsener Hund und nimmt dadurch auch größere Mengen an Energie und Nährstoffen auf. Wie hoch die tägliche Futtermenge ausfällt, hängt nicht allein vom Lebensmonat ab. Auch das aktuelle Gewicht, das erwartete Endgewicht, die Aktivität, die Körperkondition und die individuelle Entwicklung spielen eine Rolle.
Wie viel BARF braucht ein Welpe?
Wie viel BARF dein Welpe täglich braucht, hängt vor allem von seinem aktuellen Körpergewicht, seinem Entwicklungsstand und einem passenden Futterprozentsatz ab. Die daraus berechnete BARF-Menge bildet die gesamte Tagesration, die anschließend auf die einzelnen Bestandteile verteilt wird. Die berechnete Futtermenge ist jedoch immer ein Ausgangswert. Während des Wachstums solltest du regelmäßig prüfen, ob sie noch zur Entwicklung und zur Körperkondition deines Welpen passt.
Mit welchem Futterprozentsatz wird beim Welpen gerechnet?
Welpen erhalten im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht meist mehr Futter als ausgewachsene Hunde. Ein sehr junger Welpe kann deshalb einen höheren Futterprozentsatz benötigen als ein älterer Junghund, dessen Wachstum bereits langsamer verläuft. Einen festen Prozentsatz, der für jeden Welpen gleichermaßen passt, gibt es jedoch nicht. Zwei gleich alte Hunde können sich deutlich in Größe, Gewicht, Aktivität, Körperbau und Wachstumsgeschwindigkeit unterscheiden.
Der Futterprozentsatz dient deshalb zunächst als Berechnungsgrundlage. Ob die daraus ermittelte BARF-Menge tatsächlich zu deinem Welpen passt, beurteilst du anschließend anhand seiner Gewichtsentwicklung und Körperkondition.
BARF-Menge für den Welpen berechnen
Für die Berechnung multiplizierst du das aktuelle Körpergewicht deines Welpen mit dem gewählten Futterprozentsatz:
Wiegt dein Welpe beispielsweise 10 Kilogramm und rechnest du mit 5 %, ergibt sich eine tägliche Gesamtfuttermenge von 500 Gramm. Dieses Beispiel zeigt ausschließlich den Rechenweg. Ob ein Futterprozentsatz von 5 % tatsächlich zu deinem Welpen passt, lässt sich nicht allein anhand seines Alters oder seines Gewichts bestimmen.
Warum Tabellen nur eine Orientierung bieten
Tabellen mit festen Futtermengen nach Lebensmonat können eine erste Orientierung geben. Sie berücksichtigen jedoch nicht, dass Welpen im gleichen Alter sehr unterschiedlich groß, schwer und weit entwickelt sein können. Die Berechnung anhand des aktuellen Körpergewichts ist deshalb sinnvoller als eine pauschale Grammangabe. Auch die berechnete Menge sollte anschließend regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
Woran erkennst du, ob die Futtermenge passt?
Die Rippen deines Welpen sollten gut fühlbar sein, ohne deutlich hervorzustehen. Von oben sollte eine Taille erkennbar sein und von der Seite betrachtet zieht sich die Bauchlinie leicht nach oben. Verliert dein Welpe seine erkennbare Taille und nimmt deutlich an Körperfülle zu, kann die Futtermenge zu hoch sein. Wirkt er dagegen dauerhaft sehr dünn oder entwickelt sich sein Gewicht nicht erwartungsgemäß, sollte die gesamte Ration überprüft werden.
Beurteile deshalb nicht nur die Grammzahl im Napf. Gewichtsentwicklung, Körperkondition, Aktivität und Verdauung geben dir gemeinsam ein besseres Bild davon, ob die aktuelle BARF-Menge zu deinem Welpen passt.
Wie ist eine BARF-Ration für Welpen aufgebaut?
Eine BARF-Ration für Welpen besteht grundsätzlich aus einem tierischen und einem pflanzlichen Anteil. Bei der klassischen Aufteilung entfallen etwa 80 % der Gesamtfuttermenge auf tierische und etwa 20 % auf pflanzliche Bestandteile.
Innerhalb des tierischen Anteils werden Muskelfleisch, Pansen oder Blättermagen, Innereien und rohe fleischige Knochen in passenden Verhältnissen kombiniert. Die genaue Aufteilung hängt unter anderem davon ab, welche RFK du verwendest. Wie die einzelnen Bestandteile innerhalb des Beutetierprinzips eingeordnet werden, erfährst du ausführlich in meinem Artikel über die BARF-Aufteilung nach dem Beutetierprinzip.
Tierischer Anteil der Welpenration
Werden weiche und härtere RFK kombiniert, kann der tierische Anteil beispielsweise so aufgebaut werden:
- 50 % Muskelfleisch
- 20 % Pansen oder Blättermagen
- 15 % Innereien
- 15 % rohe fleischige Knochen
Erhält dein Welpe ausschließlich weiche RFK, kann deren Anteil auf etwa 20 % des tierischen Anteils erhöht werden. Der Anteil von Pansen oder Blättermagen wird entsprechend reduziert:
- 50 % Muskelfleisch
- 15 % Pansen oder Blättermagen
- 15 % Innereien
- 20 % weiche rohe fleischige Knochen
Die Prozentwerte beziehen sich jeweils auf den tierischen Anteil und nicht auf die gesamte Tagesration.
Muskelfleisch
Muskelfleisch bildet den größten Teil des tierischen Anteils und liefert vor allem Eiweiß und Energie. Beim Welpen sollte der Fettgehalt des verwendeten Muskelfleischs möglichst konstant bei etwa 15 % liegen. Dieser Wert bezieht sich auf das Muskelfleisch und nicht auf den Fettgehalt der gesamten Ration. Sehr mageres Fleisch kann mit tierischem Fett oder einer fettreicheren Fleischsorte ergänzt werden. Gleichzeitig sollte der Fettgehalt nicht beliebig erhöht werden, da sich damit auch die Energiezufuhr verändert.
Mit meinem Fettrechner kannst du prüfen, wie viel Fett deine Fleischmischung enthält und welche Menge gegebenenfalls ergänzt werden muss. Warum Fett beim BARF eine wichtige Energiequelle ist und weshalb Öl diese Aufgabe nicht ersetzt, erfährst du im Artikel über Fett im BARF. Zum Muskelfleisch können je nach Rationsmodell neben reinem Skelettmuskelfleisch auch durchwachsene Fleischstücke und weitere geeignete tierische Bestandteile gerechnet werden. Herz wird in der hier verwendeten Aufteilung den Innereien zugeordnet, auch wenn es überwiegend aus Muskelgewebe besteht.
Pansen und Blättermagen
Pansen und Blättermagen gehören zum tierischen Anteil und werden meist gemeinsam als eigene Komponente eingeplant. Sie sollten nicht einfach durch beliebige Mengen Muskelfleisch oder andere bindegewebsreiche Bestandteile ersetzt werden. Manche Welpen vertragen größere Mengen zunächst nicht gut. In diesem Fall kannst du mit einer kleineren Portion beginnen und die Menge innerhalb der vorgesehenen Aufteilung langsam steigern.
Innereien
Innereien liefern wichtige Vitamine, Spurenelemente und weitere Nährstoffe. Der Innereienanteil sollte deshalb nicht nur aus Leber bestehen, sondern aus verschiedenen Organen zusammengesetzt werden. In der hier verwendeten Aufteilung gehören dazu Leber, Niere, Milz, Lunge und Herz. Die einzelnen Innereien sind ernährungsphysiologisch nicht gleichwertig und sollten deshalb nicht beliebig gegeneinander ausgetauscht werden.
Rohe fleischige Knochen
Rohe fleischige Knochen übernehmen innerhalb der BARF-Ration vor allem die Calciumversorgung. Welche Menge benötigt wird, hängt unter anderem vom Calciumgehalt der verwendeten RFK ab. Warum Welpen nicht automatisch 20 % RFK benötigen, welche Knochen sich eignen und worauf du bei der Calciumversorgung achten solltest, erkläre ich im nächsten Abschnitt ausführlich. Weitere Grundlagen findest du außerdem in meinem Artikel über Knochen beim BARF.
Pflanzlicher Anteil
Der pflanzliche Anteil besteht aus Gemüse und einem kleineren Anteil Obst. Bei einer Gesamtaufteilung von 80 % tierischen und 20 % pflanzlichen Bestandteilen können beispielsweise 15 % der Gesamtration auf Gemüse und 5 % auf Obst entfallen. Die pflanzlichen Bestandteile sollten fein püriert oder anderweitig aufgeschlossen werden. Welche Sorten geeignet sind, hängt auch von der individuellen Verträglichkeit deines Welpen ab.
Öle für essenzielle Fettsäuren
Öle werden nicht eingesetzt, um den allgemeinen Energiebedarf deines Welpen zu decken. Sie ergänzen gezielt bestimmte essenzielle Fettsäuren und unterstützen eine passende Versorgung mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Welche Öle dafür geeignet sind und warum sie tierisches Fett nicht ersetzen können, erfährst du im Artikel Warum Öl beim BARF wichtig ist.
Jodversorgung beim Welpen
Auch die Jodversorgung muss bei einer selbst zusammengestellten BARF-Ration für Welpen gezielt berücksichtigt werden. Häufig wird dafür Seealgenmehl verwendet. Die benötigte Menge sollte jedoch nicht pauschal nach einer Herstellerempfehlung oder einem festen Messlöffel bestimmt werden. Für Welpen gibt es unterschiedliche Berechnungsansätze. Je nach verwendetem Modell wird der Jodbedarf anhand der täglichen Futtermenge oder anhand des erwarteten Endgewichts bestimmt.
Bei einer Berechnung über die Futtermenge fließen Alter, Rasse, aktuelles Gewicht, Wachstum und individuelle Entwicklung bereits in die Höhe der täglichen Ration ein. Die benötigte Seealgenmehlmenge wird anschließend passend zu dieser Futtermenge berechnet. Alternativ kann die Berechnung anhand des erwarteten Endgewichts erfolgen. Beide Ansätze verwenden unterschiedliche Bezugsgrößen und sollten deshalb nicht miteinander vermischt werden. Mein Seealgenmehl-Rechner ist für Welpen nicht geeignet, da er für ausgewachsene Hunde ausgelegt ist und die besonderen Berechnungsgrundlagen während des Wachstums nicht berücksichtigt.
Unabhängig vom verwendeten Modell muss außerdem der tatsächliche Jodgehalt des Seealgenmehls berücksichtigt werden. Dieser kann sich zwischen verschiedenen Produkten und Chargen unterscheiden. Verwende deshalb ein Produkt, bei dem der Jodgehalt eindeutig in Milligramm pro Kilogramm angegeben ist. Wechselst du das Produkt oder verändert sich der deklarierte Jodgehalt einer neuen Charge, muss die benötigte Menge erneut berechnet werden.
Weitere Ergänzungen
Welche weiteren Ergänzungen notwendig sind, hängt von den verwendeten Zutaten und der gesamten Zusammensetzung der Ration ab. Zusätze sollten nicht vorsorglich miteinander kombiniert werden, sondern eine konkrete Aufgabe innerhalb des Futterplans erfüllen.
Calcium und RFK beim Welpen
Calcium spielt während des Wachstums eine besonders wichtige Rolle. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Welpe pauschal mehr Knochen oder zusätzliches Calcium benötigt. Entscheidend ist, dass die Calciumversorgung zur gesamten Ration und zu den verwendeten rohen fleischigen Knochen passt.
Bei einer prozentual aufgebauten BARF-Ration wird der höhere Bedarf des Welpen unter anderem über seine im Verhältnis zum Körpergewicht größere Futtermenge berücksichtigt. Dadurch nimmt er auch eine größere absolute Menge an RFK und Calcium auf als ein ausgewachsener Hund mit demselben Körpergewicht.
Warum Welpen nicht automatisch 20 % RFK benötigen
Die häufig genannte Empfehlung von 20 % RFK gilt nicht grundsätzlich für jeden Welpen. Wie hoch der passende Anteil ausfällt, hängt vor allem davon ab, welche Knochen innerhalb der Ration verwendet werden und wie viel Calcium sie liefern. Werden ausschließlich weiche RFK gefüttert, können sie in der hier verwendeten BARF-Aufteilung etwa 20 % des tierischen Anteils ausmachen. Bei einer Kombination aus weichen und härteren RFK werden etwa 15 % eingeplant.
Zusätzliches Calcium sollte nicht vorsorglich zu einer bereits passend berechneten RFK-Menge gegeben werden. Sowohl eine unzureichende als auch eine dauerhaft zu hohe Calciumzufuhr sollte während des Wachstums vermieden werden.
Welche Knochen eignen sich für Welpen?
Für Welpen eignen sich häufig gut portionierbare weiche RFK wie Hühnerhälse, Hühnerflügel oder Geflügelkarkassen. Welche Knochen tatsächlich passen, hängt jedoch auch von der Größe, dem Kauverhalten und der Erfahrung deines Welpen ab. Der RFK sollte so gewählt werden, dass dein Welpe ihn gut greifen und kauen kann, ohne ihn einfach im Ganzen herunterzuschlucken. Füttere RFK am Stück grundsätzlich unter Aufsicht. Schlingt dein Welpe oder kann er die Knochen nicht sicher zerkauen, können gewolfte RFK eine geeignete Alternative sein.
Ausführliche Informationen zur Auswahl, Berechnung und sicheren Fütterung findest du in meinem Artikel über Knochen beim BARF. Wie sich der Calciumbedarf während der verschiedenen Entwicklungsphasen verändert, erfährst du außerdem im Beitrag über den Calciumbedarf beim Hund.
Wie oft sollte ein Welpe gefüttert werden?
Die tägliche BARF-Menge sollte bei einem Welpen auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden. Sehr junge Welpen kommen meist mit drei bis vier kleineren Portionen besser zurecht als mit wenigen großen Mahlzeiten. Mit zunehmendem Alter kannst du die Anzahl der Mahlzeiten schrittweise reduzieren. Viele Junghunde kommen später mit zwei Mahlzeiten am Tag gut zurecht. Wann der richtige Zeitpunkt dafür erreicht ist, hängt von Größe, Entwicklungsstand und individueller Verträglichkeit ab.
Die Tagesration muss dabei nicht in jeder Mahlzeit identisch zusammengesetzt sein. Entscheidend ist, dass die einzelnen Bestandteile über einen passenden Zeitraum in der vorgesehenen Menge gefüttert werden. Bei einem Welpen sollten wichtige Nährstoffquellen jedoch nicht über längere Zeit vollständig fehlen. Das gilt insbesondere für Bestandteile, die für die Versorgung während des Wachstums eine wichtige Rolle spielen.
Beobachte außerdem, wie dein Welpe mit den einzelnen Portionen zurechtkommt. Wiederholtes Erbrechen nach dem Fressen, auffälliges Schlingen oder anhaltende Verdauungsprobleme können ein Hinweis darauf sein, Portionsgröße und Mahlzeitenverteilung zu überprüfen.
Wie kannst du deinen Welpen auf BARF umstellen?
Wurde dein Welpe bereits beim Züchter gebarft, solltest du zunächst die vertraute Ration weiterfüttern. Der Umzug in ein neues Zuhause, die Trennung von Mutter und Wurfgeschwistern und der veränderte Tagesablauf können die Verdauung bereits beeinflussen. Eine gleichzeitige vollständige Futterumstellung erschwert es zusätzlich, mögliche Beschwerden richtig einzuordnen.
Hat dein Welpe bisher Fertigfutter erhalten, kann der Wechsel abhängig von der bisherigen Fütterung und seiner individuellen Verdauung direkt oder schrittweise erfolgen. Wichtig ist, dass die Umstellung einem klaren Plan folgt und die Ration nicht über längere Zeit unvollständig bleibt.
Wie reagiert die Verdauung auf die Umstellung?
Mit dem Wechsel auf BARF verändert sich nicht nur die Form des Futters. Auch Fettgehalt, Eiweißquellen, Bindegewebsanteil, Ballaststoffe und die Verteilung der einzelnen Komponenten können sich von der bisherigen Ration deutlich unterscheiden. Dadurch können sich während der ersten Zeit auch Kotmenge, Kotkonsistenz und die Häufigkeit des Kotabsatzes verändern.
Bei einem empfindlichen Welpen kann es sinnvoll sein, zunächst mit einer übersichtlichen Auswahl gut verträglicher Zutaten zu beginnen. Werden gleichzeitig mehrere neue Fleischsorten, Innereien, Pansen, Knochen und Ergänzungen eingeführt, lässt sich bei Beschwerden kaum erkennen, welche Komponente oder welche Menge dafür verantwortlich sein könnte. Eine übersichtliche Ration bedeutet jedoch nicht, dass dein Welpe über Wochen nur Muskelfleisch erhalten sollte. Gerade während des Wachstums müssen Calcium, Innereien, Fett, Jod und weitere notwendige Bestandteile zuverlässig berücksichtigt werden. Die Ration sollte deshalb von Anfang an planvoll aufgebaut und zügig vervollständigt werden.
Was bedeutet orale Toleranz?
Über den Darm kommt das Immunsystem regelmäßig mit Proteinen aus dem Futter in Kontakt. Im Normalfall werden Nahrungsbestandteile als harmlos toleriert. Dieser Vorgang wird als orale Toleranz bezeichnet. An ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung sind unter anderem die Darmschleimhaut, das darmassoziierte Immunsystem, regulatorische Immunzellen und das Darmmikrobiom beteiligt.
Für die praktische Fütterung bedeutet das nicht, dass dein Welpe möglichst schnell viele verschiedene Proteinquellen kennenlernen muss. Sinnvoller ist eine übersichtliche, bedarfsdeckende Grundration, die zunächst möglichst stabil gefüttert wird. Neue Fleischsorten oder andere Futterbestandteile können anschließend einzeln und mit ausreichend zeitlichem Abstand ergänzt werden. So lässt sich besser beobachten, wie dein Welpe mit einer neuen Komponente zurechtkommt.
Eine spätere Futtermittelreaktion lässt sich dadurch nicht sicher verhindern. Eine kontrollierte Einführung sorgt jedoch dafür, dass Veränderungen besser zugeordnet werden können und nicht innerhalb kurzer Zeit zahlreiche neue Bestandteile gleichzeitig in der Ration landen.
Neue Bestandteile einzeln einführen
Ergänzt du eine neue Komponente, sollte die übrige Ration während der Beobachtungszeit möglichst unverändert bleiben. Veränderungen bei Kot, Blähungen, Bauchgeräuschen oder Erbrechen lassen sich dadurch leichter einordnen. Besonders Innereien, Pansen, Blättermagen, größere Fettmengen und bindegewebsreiche Bestandteile können bei empfindlichen Welpen zunächst zu weicherem Kot oder anderen Verdauungsreaktionen führen. Das bedeutet nicht automatisch, dass die jeweilige Zutat grundsätzlich ungeeignet ist. Auch eine zu große Einstiegsportion kann eine Rolle spielen.
Beginne bei solchen Komponenten deshalb mit einer kleineren Menge und steigere sie schrittweise bis zum vorgesehenen Anteil der Ration. Auch rohe fleischige Knochen müssen in einer zur Ration passenden Menge eingeführt werden. Eine zu große Portion kann den Kot stark verhärten. Eine über längere Zeit fehlende oder zu geringe Calciumquelle macht die Ration dagegen unvollständig.
Weicher Kot während einer Umstellung ist nicht automatisch ein Hinweis auf eine Futtermittelallergie. Auch Portionsgröße, Fettgehalt, Bindegewebsanteil, die Geschwindigkeit der Umstellung oder andere Ursachen können eine Rolle spielen. Anhaltender Durchfall, wiederholtes Erbrechen, Blut im Kot, deutliche Bauchschmerzen, Teilnahmslosigkeit oder ein beeinträchtigter Allgemeinzustand sollten bei einem Welpen zeitnah tierärztlich abgeklärt werden. Wie du den Wechsel abhängig von der bisherigen Fütterung gestalten kannst, erfährst du ausführlicher in meinem Artikel über die BARF-Umstellung beim Hund.
Wie oft muss die Welpenration angepasst werden?
Wie häufig die BARF-Ration neu berechnet werden sollte, hängt davon ab, wie schnell dein Welpe wächst. In Phasen mit deutlicher Gewichtszunahme sind kürzere Kontrollabstände sinnvoll. Verlangsamt sich das Wachstum, können die Abstände später größer werden. Wiege deinen Welpen regelmäßig und beobachte zusätzlich seine Körperkondition. Entscheidend ist nicht jede kleine Gewichtsschwankung, sondern die Entwicklung über mehrere Messungen hinweg.
Verändert sich die benötigte Gesamtfuttermenge, sollte nicht nur die Menge an Muskelfleisch angepasst werden. Auch Pansen oder Blättermagen, Innereien, rohe fleischige Knochen, pflanzliche Bestandteile und mengenabhängig berechnete Ergänzungen müssen entsprechend neu berechnet werden. Auch der Futterprozentsatz bleibt während des Wachstums nicht zwangsläufig gleich. Mit zunehmendem Alter kann er sinken, obwohl dein Welpe aufgrund seines höheren Körpergewichts in Gramm weiterhin mehr Futter erhält.
Eine Anpassung kann außerdem notwendig werden, wenn dein Welpe seine erkennbare Taille verliert, deutlich zu schlank wird oder sich seine Aktivität verändert. Die Zahl auf der Waage sollte deshalb nie allein darüber entscheiden, ob die aktuelle Ration noch passt.
Typische Fehler beim BARF von Welpen
Viele Fehler entstehen nicht durch die rohe Fütterung selbst, sondern durch pauschale Empfehlungen, ungeeignete Berechnungsgrundlagen oder zu viele Veränderungen innerhalb kurzer Zeit.
- Die Futtermenge über Monate unverändert lassen: Körpergewicht, Wachstumsgeschwindigkeit und Futterprozentsatz verändern sich. Die gesamte Ration sollte deshalb regelmäßig neu beurteilt werden.
- Jedem Welpen pauschal 20 % RFK geben: Der passende Anteil hängt von den verwendeten Knochen und ihrem Calciumgehalt ab. Zusätzliches Calcium sollte nicht vorsorglich zu einer bereits passend berechneten RFK-Menge gegeben werden.
- Den Fettgehalt stark schwanken lassen: Große Unterschiede im Fettgehalt verändern die Energiezufuhr. Bei sehr magerem Fleisch sollte tierisches Fett gezielt ergänzt werden. Öl ersetzt diese Funktion nicht.
- Jod und andere Ergänzungen nach Gefühl dosieren: Entscheidend sind die verwendete Berechnungsgrundlage und der tatsächliche Nährstoffgehalt des jeweiligen Produkts.
- Viele neue Bestandteile gleichzeitig einführen: Verdauungsreaktionen lassen sich dann nur schwer einer einzelnen Veränderung zuordnen. Neue Komponenten sollten möglichst einzeln ergänzt werden.
- Die Umstellung über längere Zeit unvollständig lassen: Calcium, Innereien, Fett, Jod und weitere notwendige Bestandteile müssen innerhalb eines klaren Futterplans berücksichtigt werden.
- Verdauungsprobleme automatisch als Allergie einordnen: Weicher Kot, Blähungen oder Bauchgeräusche können unterschiedliche Ursachen haben. Anhaltender Durchfall, wiederholtes Erbrechen, Blut im Kot, deutliche Schmerzen oder ein beeinträchtigter Allgemeinzustand sollten bei einem Welpen zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.
Du möchtest einen BARFplan für deinen Welpen erstellen lassen?
Eine Welpenration muss zum aktuellen Gewicht, zur Entwicklung und zum Wachstum deines Hundes passen. Wenn du die Berechnung nicht selbst übernehmen möchtest, erstelle ich dir einen individuellen BARFplan für deinen Welpen. Dabei werden die einzelnen Komponenten, Ergänzungen und Futtermengen passend zu deinem Hund berechnet und während des gebuchten Zeitraums an seine weitere Entwicklung angepasst.
Bedarfsgerecht barfen während des Wachstums
Du bekommst einen nachvollziehbaren BARFplan, der zur aktuellen Entwicklungsphase deines Welpen passt und während des Wachstums regelmäßig überprüft werden kann.
Fazit: Welpen barfen braucht eine passende und regelmäßig angepasste Ration
Auch ein Welpe kann mit einer ausgewogen zusammengestellten BARF-Ration bedarfsgerecht gefüttert werden. Der grundsätzliche Aufbau ähnelt der Ration eines erwachsenen Hundes. Während des Wachstums verändern sich jedoch Futtermenge, Entwicklung und Bedarf, sodass die Ration regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden sollte. Calcium, RFK, Fett, Jod und weitere Nährstoffe sollten dabei nicht nach pauschalen Empfehlungen oder nach Gefühl ergänzt werden.
Entscheidend ist, dass alle Bestandteile in einem passenden Verhältnis zueinander stehen und zur aktuellen Entwicklungsphase deines Welpen passen. Beobachtest du Gewicht, Körperkondition, Verdauung und Entwicklung regelmäßig und passt die gesamte Ration entsprechend an, schaffst du eine verlässliche Grundlage für die BARF-Fütterung während des Wachstums.
Häufige Fragen zum BARFen von Welpen
Kann man einen Welpen barfen?
Ja, auch ein Welpe kann mit einer ausgewogen zusammengestellten BARF-Ration gefüttert werden. Entscheidend ist, dass Futtermenge und Zusammensetzung zu seinem Entwicklungsstand passen und alle notwendigen Nährstoffe zuverlässig berücksichtigt werden.
Wie viel BARF braucht ein Welpe am Tag?
Die tägliche BARF-Menge wird anhand des aktuellen Körpergewichts und eines passenden Futterprozentsatzes berechnet. Welpen erhalten im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht meist mehr Futter als ausgewachsene Hunde. Die berechnete Menge ist ein Ausgangswert und sollte anhand von Gewichtsentwicklung, Körperkondition, Aktivität und Verdauung regelmäßig überprüft werden.
Mit wie viel Prozent BARF wird bei einem Welpen gerechnet?
Einen festen Futterprozentsatz, der für jeden Welpen gleichermaßen passt, gibt es nicht. Sehr junge Welpen benötigen bezogen auf ihr Körpergewicht häufig einen höheren Prozentsatz als ältere Junghunde. Auch Gewicht, Größe, Aktivität, Körperkondition und individuelle Wachstumsgeschwindigkeit beeinflussen die passende Futtermenge.
Wie oft muss die BARF-Ration eines Welpen angepasst werden?
Wie häufig eine Anpassung notwendig ist, hängt davon ab, wie schnell dein Welpe wächst. In Phasen mit deutlicher Gewichtszunahme sind kürzere Kontrollabstände sinnvoll. Verändert sich die benötigte Futtermenge, sollte die gesamte Ration einschließlich Muskelfleisch, Innereien, RFK, pflanzlicher Bestandteile und mengenabhängig berechneter Ergänzungen neu beurteilt werden.
Braucht jeder Welpe 20 % rohe fleischige Knochen?
Nein. Welpen benötigen nicht allein aufgrund ihres Wachstums automatisch 20 % RFK. Der passende Anteil hängt unter anderem davon ab, welche Knochen verwendet werden und wie viel Calcium sie liefern. Bei ausschließlich weichen RFK können in der hier verwendeten Aufteilung etwa 20 % des tierischen Anteils eingeplant werden. Bei einer Kombination aus weichen und härteren RFK sind es etwa 15 %.
Welche Knochen eignen sich für einen Welpen?
Für Welpen eignen sich häufig gut portionierbare weiche RFK wie Hühnerhälse, Hühnerflügel oder Geflügelkarkassen. Entscheidend ist, dass Größe und Form zum Kauverhalten deines Welpen passen. Knochen am Stück sollten immer unter Aufsicht gefüttert werden. Schlingt dein Welpe oder kann er RFK nicht sicher zerkauen, können gewolfte RFK eine Alternative sein. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über Knochen beim BARF.
Wie oft am Tag sollte ein Welpe gefüttert werden?
Sehr junge Welpen erhalten ihre Tagesration meist auf drei bis vier kleinere Mahlzeiten verteilt. Mit zunehmendem Alter kann die Anzahl der Mahlzeiten schrittweise reduziert werden. Viele Junghunde kommen später mit zwei Mahlzeiten am Tag gut zurecht. Der passende Zeitpunkt hängt von Größe, Entwicklungsstand und individueller Verträglichkeit ab.
Wie stelle ich meinen Welpen auf BARF um?
Wurde dein Welpe bereits beim Züchter gebarft, solltest du zunächst seine vertraute Ration weiterfüttern. Hat er bisher Fertigfutter erhalten, kann die Umstellung abhängig von der bisherigen Fütterung und seiner Verdauung direkt oder schrittweise erfolgen. Wichtig ist, dass die Ration planvoll aufgebaut wird und notwendige Bestandteile wie Calcium, Innereien, Fett und Jod nicht über längere Zeit fehlen. Mehr dazu erfährst du in meinem Artikel über die BARF-Umstellung beim Hund.
Ist weicher Kot während der BARF-Umstellung normal?
Vorübergehend weicher Kot kann während einer Futterumstellung auftreten. Mögliche Ursachen sind beispielsweise eine zu schnelle Umstellung, große Portionen oder Veränderungen bei Fett- und Bindegewebsanteil. Anhaltender Durchfall, wiederholtes Erbrechen, Blut im Kot, deutliche Bauchschmerzen oder ein beeinträchtigter Allgemeinzustand sollten bei einem Welpen zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.





