Rohe fleischige Knochen, kurz RFK, sind in einer klassischen BARF-Ration ein fester Bestandteil des tierischen Anteils und dienen vor allem der Calciumversorgung. Doch nicht jeder Knochen ist automatisch ein geeigneter RFK. Knochenart, Calciumgehalt, Fleischanteil und Größe müssen ebenso zu deinem Hund passen wie die gefütterte Menge. Gerade beim Einstieg entstehen deshalb viele Fragen: Welche Knochen darf ein Hund roh fressen? Warum werden je nach BARF-Aufteilung 15 oder 20 % RFK verwendet? Reichen Hühnerhälse aus und was kannst du tun, wenn dein Hund Knochen nicht verträgt?
In diesem Artikel erfährst du, wie du rohe fleischige Knochen sinnvoll in die BARF-Ration einordnest, geeignete RFK auswählst und typische Fehler bei der Fütterung vermeidest. Außerdem zeige ich dir, welche Alternativen es gibt, wenn RFK am Stück oder gewolfte RFK für deinen Hund nicht infrage kommen.
Rohe fleischige Knochen kurz zusammengefasst
- Rohe fleischige Knochen gehören beim BARF zum tierischen Anteil der Ration und dienen vor allem der Calciumversorgung.
- Der RFK-Anteil entspricht nicht dem reinen Knochenanteil, da an den Knochen auch Fleisch, Knorpel, Haut und weiteres Gewebe haften.
- Welche RFK geeignet sind, hängt von der benötigten Calciummenge, der Größe deines Hundes, seinem Kauverhalten und seiner Verträglichkeit ab.
- Knochen werden ausschließlich roh gefüttert. Erhitzte Knochen gehören nicht in den Napf.
- Verträgt dein Hund keine Knochen, muss die Calciumversorgung über eine geeignete Alternative abgedeckt werden.
Was sind rohe fleischige Knochen?
Rohe fleischige Knochen sind rohe Knochen, an denen noch Fleisch und je nach Körperteil auch Knorpel, Bindegewebe oder Haut haften. Sie werden beim BARF als vollständige Futterkomponente betrachtet und dürfen nicht mit nahezu blanken Knochen gleichgesetzt werden. Der tatsächliche Knochenanteil kann sich je nach Tierart und Körperteil deutlich unterscheiden. Ein Hühnerhals enthält beispielsweise einen anderen Anteil an Knochen und anhaftendem Gewebe als eine fleischige Rippe. Deshalb entsprechen 100 Gramm RFK nicht 100 Gramm reinem Knochen.
RFK liefern vor allem Calcium und Phosphor. Ihre Menge muss deshalb zur übrigen Ration passen. Nicht jeder rohe Knochen ist automatisch geeignet. Entscheidend sind neben dem Calciumgehalt auch der Fleischanteil, die Größe des Knochens und die Frage, ob dein Hund ihn sicher fressen und verdauen kann.
Warum gehören RFK in eine BARF-Ration?
In einer klassischen BARF-Ration übernehmen rohe fleischige Knochen vor allem die Calciumversorgung. Muskelfleisch und Innereien liefern vergleichsweise viel Phosphor, enthalten im Verhältnis dazu jedoch nur wenig Calcium. Ohne eine passende Calciumquelle wäre die Ration deshalb nicht ausgewogen. RFK liefern neben Calcium auch Phosphor und weitere Mineralstoffe. Entscheidend ist jedoch nicht allein, dass Knochen gefüttert werden. Die ausgewählte Knochenart und ihre Menge müssen zur übrigen Ration und zum Bedarf deines Hundes passen.
Rohe fleischige Knochen sind dabei nicht zwingend erforderlich, eine zuverlässige Calciumversorgung ist es jedoch. Kann oder soll dein Hund keine Knochen fressen, muss das Calcium über eine geeignete Alternative ergänzt werden. Wie hoch der Calciumbedarf grundsätzlich ist, kannst du zunächst mit meinem Calciumrechner für Hunde einordnen. Warum dabei auch Phosphor berücksichtigt werden muss, erkläre ich ausführlich in den Artikeln über den Calciumbedarf beim Hund und das Calcium-Phosphor-Verhältnis beim Hund.
Wie hoch sollte der RFK-Anteil sein?
Der Anteil roher fleischiger Knochen wird innerhalb der klassischen BARF-Aufteilung anhand der tierischen Rationsmenge bestimmt. Je nachdem, welche RFK verwendet werden, können etwa 15 oder 20 % des tierischen Anteils eingeplant werden. Diese Prozentwerte beziehen sich nicht auf das Alter des Hundes, sondern auf den Calciumgehalt der verwendeten RFK. Entscheidend ist deshalb nicht allein das Gewicht der Knochenportion, sondern welche Knochen darin enthalten sind.
Warum werden manchmal 15 und manchmal 20 % RFK empfohlen?
Beim BARF werden RFK anhand ihres Calciumgehalts in weiche und harte RFK eingeteilt. Weiche RFK liefern im Verhältnis zu ihrem Gesamtgewicht weniger Calcium. Werden ausschließlich weiche RFK verwendet, können sie deshalb etwa 20 % des tierischen Anteils ausmachen. Harte RFK besitzen einen höheren Calciumgehalt. Werden weiche und harte RFK miteinander kombiniert, reichen innerhalb dieser Aufteilung in der Regel etwa 15 % des tierischen Anteils aus.
Der RFK-Anteil ist nicht der reine Knochenanteil
Ein RFK besteht nicht nur aus Knochen. Je nach Körperteil befinden sich daran außerdem Fleisch, Knorpel, Haut und Bindegewebe. Ein stark mit Fleisch umgebener RFK enthält bezogen auf sein Gesamtgewicht weniger Knochen als ein knochenreicheres Stück. Zwei gleich schwere Portionen unterschiedlicher RFK müssen deshalb nicht dieselbe Menge Calcium liefern.
Die 15- beziehungsweise 20-%-Aufteilung kann sowohl bei gesunden erwachsenen Hunden als auch bei Welpen als Grundlage verwendet werden. Bei Welpen muss jedoch die gesamte Futtermenge regelmäßig an das aktuelle Körpergewicht und die jeweilige Wachstumsphase angepasst werden. Dadurch verändert sich auch die absolute RFK-Menge fortlaufend. Für die prozentuale Aufteilung kannst du meinen BARF-Rechner nutzen.
Welche Knochen eignen sich beim BARF?
Geeignete rohe fleischige Knochen sind ausreichend mit Fleisch und weiterem Gewebe umgeben und lassen sich von deinem Hund vollständig fressen. Die Größe des Knochens muss zum Gebiss, zum Kauverhalten und zur Erfahrung deines Hundes passen.
Weiche und harte rohe fleischige Knochen
Typische weiche RFK sind Hühnerhälse, Hühnerflügel, Geflügelkarkassen und Kaninchenkarkassen. Werden ausschließlich weiche RFK verwendet, wird innerhalb der klassischen BARF-Aufteilung meist ein höherer RFK-Anteil eingeplant. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder weiche RFK automatisch für jeden Hund geeignet ist. Ein kleiner Knochen kann für einen stark schlingenden oder sehr großen Hund ungeeignet sein, wenn er vollständig heruntergeschluckt wird.
Zu den härteren RFK gehören beispielsweise Lammrippen, Kalbsrippen und Kalbsbrustbein. Da sie pro 100 Gramm mehr Calcium liefern, werden sie nicht in derselben Menge eingesetzt wie ausschließlich weiche RFK.
Welche Knochen sind nicht als RFK geeignet?
Gekochte, gebratene, gegrillte oder anderweitig erhitzte Knochen gehören nicht in den Napf. Durch die Erhitzung verändert sich ihre Struktur, sodass sie leichter splittern und Verletzungen verursachen können. Nahezu blanke Knochen mit sehr wenig anhaftendem Fleisch entsprechen ebenfalls nicht den üblichen rohen fleischigen Knochen und können nicht nach denselben Prozentwerten in die Ration eingerechnet werden.
Große tragende Knochen von Rind, Pferd oder anderen großen Tieren sind mechanisch sehr fest und keine geeigneten Futterknochen. Sie werden meist nur abgenagt und können durch ihre hohe Festigkeit die Zähne stark belasten. Auch Knochenstücke, die dein Hund im Ganzen verschlucken könnte, sind ungeeignet.
Welche RFK passen zu meinem Hund?
Nicht jeder rohe fleischige Knochen eignet sich für jeden Hund. Entscheidend sind unter anderem Größe, Gebiss, Kauverhalten, Erfahrung und individuelle Verträglichkeit. Hat dein Hund bisher keine Knochen gefressen, solltest du mit einer kleinen Menge eines gut portionierbaren RFK beginnen und zunächst nur eine Knochenart verwenden. Der Knochen sollte so groß sein, dass dein Hund ihn gut greifen und kauen, aber nicht einfach im Ganzen verschlucken kann. Die ersten Portionen solltest du immer unter Aufsicht füttern.
Die passende Größe lässt sich dabei nicht allein anhand des Körpergewichts bestimmen. Ein kleiner Hund kann mit einem ausreichend fleischigen und gut greifbaren RFK gut zurechtkommen, während ein großer Hund kleine Knochenstücke möglicherweise zu schnell verschluckt. Versucht dein Hund grundsätzlich, Knochenstücke ohne ausreichendes Kauen herunterzuschlucken, können gewolfte RFK oder eine alternative Calciumquelle besser geeignet sein.
RFK für Welpen und Junghunde
Auch Welpen und Junghunde können rohe fleischige Knochen erhalten und anhand einer prozentual aufgebauten BARF-Ration gefüttert werden. Für den RFK-Anteil gelten dieselben Grundsätze wie bei erwachsenen Hunden: Werden ausschließlich weiche RFK verwendet, können sie etwa 20 % des tierischen Anteils ausmachen. Bei einer Mischung aus weichen und harten RFK werden in der Regel etwa 15 % eingeplant. Welpen benötigen also nicht allein aufgrund ihres Wachstums pauschal 20 % RFK. Diese Empfehlung ergibt sich häufig daraus, dass für Welpen überwiegend weiche RFK wie Hühnerhälse, Hühnerflügel oder Geflügelkarkassen verwendet werden.
Der höhere Calciumbedarf während des Wachstums wird innerhalb der prozentualen Aufteilung über die höhere Gesamtfuttermenge berücksichtigt. Ein Welpe frisst im Verhältnis zu seinem Körpergewicht deutlich mehr als ein ausgewachsener Hund und nimmt dadurch auch eine größere absolute Menge RFK und Calcium auf. Da sich Körpergewicht, Wachstumsgeschwindigkeit und Futtermenge laufend verändern, muss die Ration regelmäßig neu berechnet und angepasst werden. Wie du die gesamte BARF-Ration während des Wachstums aufbaust und anpasst, erkläre ich ausführlich im Artikel über das BARFen von Welpen.
Senioren, Zahnprobleme und starkes Schlingen
Bei älteren Hunden entscheidet nicht das Alter allein darüber, ob RFK geeignet sind. Wichtig sind der Zustand der Zähne, die Kaukraft, bestehende Erkrankungen und die Verdauung. Fehlen Zähne, bestehen schmerzhafte Veränderungen im Maul oder kann dein Hund nicht mehr sicher kauen, sind RFK am Stück häufig keine gute Wahl. Ähnliches gilt für Hunde, die Knochenstücke ohne ausreichendes Kauen herunterschlucken. Je nach Hund können dann gewolfte RFK oder eine passend berechnete alternative Calciumquelle sinnvoller sein.
Rohe fleischige Knochen sicher füttern
RFK werden ausschließlich roh verfüttert und grundsätzlich unter Aufsicht angeboten. Wähle die Größe so, dass dein Hund den Knochen gut greifen und zerkauen, aber nicht einfach im Ganzen verschlucken kann. Wird ein verbleibendes Knochenstück so klein, dass dein Hund es vollständig schlucken könnte, solltest du es rechtzeitig wegnehmen. Beginnt dein Hund gerade erst mit der Knochenfütterung, starte mit einer kleinen Menge und zunächst nur einer geeigneten RFK-Art, damit du beurteilen kannst, wie er damit umgeht und wie seine Verdauung reagiert.
Auch die Hygiene spielt bei rohen Knochen eine Rolle. Taue RFK im Kühlschrank auf, wasche nach der Zubereitung gründlich deine Hände und reinige Näpfe, Messer, Arbeitsflächen und andere verwendete Gegenstände sorgfältig. Nicht gefressene Reste sollten nicht längere Zeit ungekühlt liegen bleiben.
Würgen, Atemnot oder der Verdacht, dass ein Knochen im Rachen feststeckt, sind ein Notfall. Auch wiederholtes Erbrechen, deutliche Bauchschmerzen, starke Unruhe, ausbleibender Kotabsatz oder Blut im Kot nach der Knochenfütterung sollten umgehend tierärztlich abgeklärt werden.
Wie oft sollte ein Hund RFK bekommen?
Rohe fleischige Knochen müssen bei einem gesunden erwachsenen Hund nicht zwingend täglich im Napf liegen. Die vorgesehene RFK-Menge kann auf mehrere Mahlzeiten innerhalb der Woche verteilt werden. Manche Hunde vertragen kleinere tägliche Portionen gut, während andere besser mit zwei oder drei RFK-Mahlzeiten pro Woche zurechtkommen. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Knochentage, sondern dass die gesamte Menge zur übrigen Ration und zum Calciumgehalt der verwendeten RFK passt.
Die gesamte Wochenmenge an einem einzigen Tag zu füttern, ist meist nicht sinnvoll. Eine große Knochenportion kann den Kot stark verhärten und Knochenkot oder Verstopfung begünstigen. Bei Welpen und Junghunden sollte die aktuell berechnete RFK-Menge möglichst gleichmäßig über die Woche verteilt und wegen des laufenden Wachstums regelmäßig angepasst werden. Sehr heller, trockener oder bröseliger Kot kann darauf hinweisen, dass die RFK-Menge zu hoch ist oder dein Hund mit der gewählten Verteilung nicht gut zurechtkommt.
Gewolfte RFK als Alternative zur Fütterung am Stück
Gewolfte RFK sind vollständige rohe fleischige Knochen, die zusammen mit dem anhaftenden Fleisch zerkleinert wurden. Es handelt sich also nicht um eine andere Calciumquelle, sondern um dieselben RFK in einer anderen Darreichungsform. Durch das Wolfen verändern sich weder der enthaltene Knochenanteil noch der Calciumgehalt des Ausgangsmaterials. Gewolfte Hühnerhälse liefern beispielsweise dieselben Bestandteile wie Hühnerhälse am Stück.
Gewolfte RFK können sinnvoll sein, wenn dein Hund Knochen am Stück nicht sicher kaut, stark schlingt oder aufgrund fehlender Zähne größere Stücke nicht ausreichend zerkleinern kann. Für die Rationsberechnung ist weiterhin entscheidend, welche Knochenart verarbeitet wurde und in welcher Menge sie gefüttert wird. Achte beim Kauf deshalb auf eine eindeutige Bezeichnung wie „gewolfte Hühnerhälse“ oder „gewolfte Geflügelkarkasse“. Bei nicht näher bezeichneten Knochenmischungen ist der tatsächliche Knochenanteil schwieriger einzuordnen.
Gewolfte RFK werden vollständig in den vorgesehenen RFK-Anteil eingerechnet. Sie dürfen nicht zusätzlich zu einer bereits vollständig eingeplanten Calciumquelle gefüttert werden, da die Ration sonst zu viel Calcium enthalten kann.
Knochenkot und Verstopfung erkennen
Sehr heller, trockener und bröseliger Kot wird häufig als Knochenkot bezeichnet. Er kann darauf hinweisen, dass dein Hund zu viele RFK erhalten hat, die verwendeten Knochen besonders calciumreich waren oder die gefütterte Menge nicht zu seiner Verdauung passt. Einzelne hellere Kotabschnitte nach einer Knochenmahlzeit sind nicht automatisch problematisch. Treten sie jedoch regelmäßig auf oder muss dein Hund stark pressen, sollte die RFK-Menge überprüft werden.
Setzt dein Hund trotz wiederholter Versuche keinen Kot ab, zeigt er Schmerzen, Unruhe, einen angespannten Bauch oder erbricht, kann eine Verstopfung oder Blockade vorliegen. In diesem Fall solltest du nicht eigenständig weitere Knochen, Öl oder andere Hausmittel geben, sondern deinen Hund tierärztlich untersuchen lassen. Auch gewolfte RFK können Knochenkot verursachen, denn die Zerkleinerung verändert den Calciumgehalt nicht.
Was tun, wenn der Hund keine Knochen verträgt?
Nicht jeder Hund kann oder sollte rohe fleischige Knochen fressen. Manche reagieren wiederholt mit sehr festem Kot, Verstopfung oder Erbrechen. Andere kauen Knochen nicht sicher, schlingen größere Stücke hinunter oder können sie aufgrund von Zahnproblemen nicht ausreichend zerkleinern. Zunächst sollte geprüft werden, ob tatsächlich die Knochenfütterung an sich das Problem ist oder lediglich Menge, RFK-Art, Verteilung über die Woche oder eine zu schnelle Gewöhnung ungeeignet sind.
Verträgt dein Hund RFK am Stück nicht, können gewolfte RFK infrage kommen. Ist auch diese Darreichungsform ungeeignet, muss die Calciumversorgung über eine passend berechnete Alternative abgedeckt werden. Je nach Rationsaufbau kommen beispielsweise Eierschalenpulver, Calciumcarbonat oder Knochenmehl infrage. Diese Quellen sind jedoch nicht beliebig austauschbar. Eierschalenpulver und Calciumcarbonat liefern nahezu ausschließlich Calcium, während Knochenmehl zusätzlich Phosphor enthält. Welche Ergänzung sinnvoll ist, hängt deshalb von der Zusammensetzung der gesamten Ration ab. Im Artikel über Eierschalenpulver und andere Calciumquellen als Knochenersatz findest du die verschiedenen Möglichkeiten ausführlich erklärt.
Typische Fehler bei der RFK-Fütterung
- RFK zusätzlich zu einer berechneten Calciumquelle: Rohe fleischige Knochen sind Bestandteil der Ration und keine beliebige zusätzliche Beschäftigung. Werden sie neben einer bereits vollständig berechneten Calciumquelle gefüttert, kann die Ration zu viel Calcium enthalten.
- RFK ohne Berücksichtigung ihres Calciumgehalts austauschen: Verschiedene RFK können trotz des gleichen Gewichts unterschiedlich viel Calcium liefern und sollten deshalb nicht ohne Anpassung der Menge gegeneinander ausgetauscht werden.
- Ungeeignete Knochen auswählen: Große tragende Knochen sehr großer Tiere können die Zähne stark belasten. Zu kleine Stücke können dagegen besonders von großen oder schlingenden Hunden vollständig verschluckt werden.
- Die gesamte Wochenmenge auf einmal füttern: Sehr große Knochenmengen in einer einzigen Mahlzeit können trockenen Knochenkot oder Verstopfung begünstigen.
- Gewolfte Knochenmischungen ohne genaue Zusammensetzung verwenden: Bei nicht näher bezeichneten Mischungen ist häufig unklar, welche Knochenarten verarbeitet wurden und wie hoch der tatsächliche Knochenanteil ist.
- Warnzeichen ignorieren: Regelmäßig sehr heller, trockener Kot, starkes Pressen, Erbrechen oder Schmerzen nach der Knochenfütterung sollten nicht als normale Begleiterscheinung abgetan werden.
Passt die RFK-Menge wirklich zu deiner BARF-Ration?
Vielleicht fütterst du bereits rohe fleischige Knochen, bist dir aber unsicher, ob Menge, verwendete Knochenart und gesamte Calciumversorgung wirklich zu deinem Hund passen. Da verschiedene RFK unterschiedliche Mengen Calcium liefern, lässt sich die Versorgung nicht allein anhand der gefütterten Grammzahl beurteilen. Auch zusätzliche Calciumquellen und das Calcium-Phosphor-Verhältnis der übrigen Ration müssen berücksichtigt werden.
Du möchtest wissen, ob deine RFK-Menge und Calciumversorgung wirklich passen?
Beim Calcium-Check prüfe ich die verwendete Calciumquelle, die tatsächliche Calciumzufuhr und das Calcium-Phosphor-Verhältnis deiner bestehenden Ration. Wenn mehrere Bereiche deiner Fütterung überprüft werden sollen, ist die vollständige Rationsüberprüfung die passendere Leistung.
Fazit: RFK müssen zum Hund und zur Ration passen
Rohe fleischige Knochen übernehmen beim BARF vor allem die Calciumversorgung. Knochenart, Calciumgehalt, Menge, Darreichungsform und Verteilung müssen deshalb zur übrigen Ration und zu deinem Hund passen. Ob dein Hund RFK am Stück oder gewolft erhält, verändert ihre Funktion innerhalb der Ration nicht. Gewolfte RFK sind vollständige rohe fleischige Knochen in zerkleinerter Form und werden genauso in den vorgesehenen RFK-Anteil eingerechnet.
Verträgt dein Hund keine Knochen oder kann er sie nicht sicher fressen, lässt sich die Calciumversorgung auch über eine passend berechnete Alternative abdecken. Wichtig ist nicht die Knochenfütterung um jeden Preis, sondern eine zuverlässige Versorgung, die zum Bedarf deines Hundes und zur Zusammensetzung seiner gesamten Ration passt.
Häufige Fragen zu Knochen beim BARF
Welche Knochen eignen sich beim BARF?
Geeignet sind rohe fleischige Knochen, die ausreichend mit Fleisch und weiterem Gewebe umgeben sind und von deinem Hund vollständig gefressen werden können. Dazu gehören je nach Hund beispielsweise Hühnerhälse, Geflügelkarkassen, Kaninchenkarkassen, Lammrippen, Kalbsrippen oder Kalbsbrustbein. Auch Größe, Zuschnitt, Kauverhalten, Erfahrung und Verträglichkeit deines Hundes müssen berücksichtigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen weichen und harten RFK?
Die Einteilung in weiche und harte RFK bezieht sich beim BARF auf den Calciumgehalt. Weiche RFK liefern im Verhältnis zu ihrem Gesamtgewicht weniger Calcium als harte RFK. Mechanisch sehr feste Knochen, beispielsweise große tragende Knochen, sind davon unabhängig zu beurteilen und keine üblichen Futterknochen.
Dürfen Hunde gekochte Knochen fressen?
Nein. Knochen werden beim BARF ausschließlich roh verfüttert. Gekochte, gebratene, gegrillte oder anderweitig erhitzte Knochen können leichter splittern und Verletzungen im Maul oder Verdauungstrakt verursachen.
Wie viel RFK braucht mein Hund?
Der RFK-Anteil richtet sich innerhalb der klassischen BARF-Aufteilung vor allem danach, welche Knochenarten verwendet werden. Werden ausschließlich weiche RFK gefüttert, können sie etwa 20 % des tierischen Anteils ausmachen. Bei einer Mischung aus weichen und harten RFK werden in der Regel etwa 15 % eingeplant. Diese Einteilung gilt auch für Welpen. Ihr höherer absoluter Calciumbedarf wird über die im Verhältnis zum Körpergewicht größere Futtermenge berücksichtigt. Deinen RFK-Anteil kannst du mit dem BARF-Rechner berechnen.
Muss mein Hund jeden Tag Knochen bekommen?
Ein gesunder erwachsener Hund muss RFK nicht zwingend täglich erhalten. Die vorgesehene Menge kann auf mehrere Mahlzeiten innerhalb der Woche verteilt werden. Die gesamte Wochenmenge sollte jedoch nicht auf einmal gefüttert werden, da große Knochenportionen sehr festen Knochenkot oder Verstopfung begünstigen können.
Können Welpen rohe fleischige Knochen fressen?
Ja, Welpen können geeignete rohe fleischige Knochen erhalten. Die häufig genannte Empfehlung von 20 % RFK gilt jedoch nicht automatisch für jeden Welpen. Sie ergibt sich häufig daraus, dass Welpen überwiegend weiche RFK erhalten. Werden weiche und harte RFK kombiniert, wird der Anteil entsprechend angepasst. Da sich Gewicht und Futtermenge während des Wachstums fortlaufend verändern, muss auch die RFK-Menge regelmäßig neu berechnet werden.
Sind gewolfte RFK genauso geeignet wie RFK am Stück?
Gewolfte RFK sind vollständige rohe fleischige Knochen, die zusammen mit dem anhaftenden Gewebe mechanisch zerkleinert wurden. Durch das Wolfen verändern sich Knochenanteil und Calciumgehalt des Ausgangsmaterials nicht. Sie können beispielsweise für Hunde sinnvoll sein, die RFK am Stück nicht sicher kauen, stark schlingen oder größere Stücke aufgrund fehlender Zähne nicht ausreichend zerkleinern können.
Was ist Knochenkot?
Als Knochenkot wird sehr heller, trockener und bröseliger Kot bezeichnet, der sich häufig nur schwer absetzen lässt. Er kann darauf hinweisen, dass die RFK-Menge zu hoch war oder dein Hund die gewählte Menge nicht gut verträgt. Muss dein Hund stark pressen, setzt keinen Kot ab oder zeigt Schmerzen, Unruhe oder Erbrechen, sollte er tierärztlich untersucht werden.
Reichen Hühnerhälse als Calciumquelle aus?
Ob Hühnerhälse ausreichen, hängt von ihrer Menge, ihrem tatsächlichen Knochenanteil und der Zusammensetzung der übrigen Ration ab. Eine bestimmte Anzahl Hühnerhälse ist deshalb nicht automatisch für jeden Hund passend. Konkrete Beispiele findest du im Artikel Reichen Hühnerhälse beim BARF als Calciumquelle?.
Was kann ich füttern, wenn mein Hund keine Knochen verträgt?
Verträgt dein Hund RFK am Stück nicht, können zunächst gewolfte RFK infrage kommen. Ist auch diese Darreichungsform ungeeignet, muss die Calciumversorgung über eine passend berechnete Alternative abgedeckt werden. Je nach Zusammensetzung der Ration kommen beispielsweise Eierschalenpulver, Calciumcarbonat oder Knochenmehl infrage. Die Unterschiede erkläre ich im Artikel über Eierschalenpulver und andere Calciumquellen als Knochenersatz.
Können Knorpel oder Euter rohe fleischige Knochen ersetzen?
Nein. Weder Knorpel noch Euter liefern ausreichend Calcium, um den vorgesehenen RFK-Anteil zu ersetzen. Beide können die Ration in verträglicher Menge ergänzen, übernehmen jedoch weder die Aufgabe der RFK noch die einer Calciumquelle.
Reinigen rohe Knochen die Zähne?
Das Kauen an geeigneten rohen fleischigen Knochen kann Beläge mechanisch reduzieren. Knochen verhindern jedoch nicht zuverlässig Zahnfleischerkrankungen und ersetzen weder regelmäßige Zahnkontrollen noch eine notwendige Zahnbehandlung. Mechanisch sehr feste Knochen sollten nicht zur Zahnreinigung angeboten werden, da sie Zahnfrakturen begünstigen können.
Sind große tragende Knochen für Hunde geeignet?
Große tragende Knochen von Rind, Pferd oder anderen großen Tieren sind mechanisch sehr fest und keine üblichen RFK, die vollständig gefressen und in die BARF-Ration eingerechnet werden. Beim intensiven Abnagen können sie die Zähne stark belasten und Zahnfrakturen begünstigen.
Warum ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis bei RFK wichtig?
Muskelfleisch und Innereien liefern vergleichsweise viel Phosphor, enthalten im Verhältnis dazu aber nur wenig Calcium. RFK gleichen dieses Verhältnis als Calciumquelle innerhalb der Ration aus. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Calcium zu füttern. Die Menge muss zur gesamten Ration und zum Bedarf deines Hundes passen. Mehr dazu findest du im Artikel über das Calcium-Phosphor-Verhältnis beim Hund.





