Wenn die Bauchspeicheldrüse beim Hund über Blutwerte beurteilt werden soll, tauchen auf dem Laborbefund unterschiedliche Parameter auf. Lipase, Amylase, cPLI beziehungsweise cPL und TLI klingen zunächst so, als würden sie alle dasselbe Organ beurteilen. Tatsächlich beantworten sie aber ganz unterschiedliche Fragen. Manche Werte können auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hinweisen, andere helfen bei der Diagnose einer exokrinen Pankreasinsuffizienz. Wieder andere sind so unspezifisch, dass sie allein kaum etwas über das Pankreas aussagen.
Genau deshalb sollte kein einzelner Pankreaswert beim Hund isoliert interpretiert werden. Ob beispielsweise eine Pankreatitis wahrscheinlich ist, ergibt sich aus Beschwerden, klinischer Untersuchung, passenden Blutwerten und häufig auch dem Ultraschall. Bei einer vermuteten exokrinen Pankreasinsuffizienz steht dagegen der TLI Wert im Mittelpunkt.
Welche Aufgabe hat die Bauchspeicheldrüse beim Hund?
Die Bauchspeicheldrüse, medizinisch Pankreas genannt, besitzt zwei unterschiedliche Funktionsbereiche. Der exokrine Anteil bildet Verdauungsenzyme und Bikarbonat, die in den Dünndarm abgegeben werden. Die Enzyme helfen dabei, Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aus dem Futter zu verdauen. Bikarbonat trägt dazu bei, den sauren Mageninhalt nach seinem Eintritt in den Dünndarm abzupuffern.
Zum exokrinen Pankreas gehört außerdem die Bildung eines großen Anteils des Intrinsic Factors. Dieser spielt beim Hund eine wichtige Rolle für die Aufnahme von Vitamin B12 beziehungsweise Cobalamin. Der endokrine Anteil der Bauchspeicheldrüse bildet unter anderem Insulin und Glukagon und ist damit an der Regulation des Blutzuckers beteiligt. In diesem Artikel geht es vor allem um die Blutwerte zur Beurteilung des exokrinen Pankreas.
Welche Blutwerte gehören zur Bauchspeicheldrüse beim Hund?
Es gibt nicht den einen Pankreaswert. Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt davon ab, ob beispielsweise der Verdacht auf eine Pankreatitis oder auf eine unzureichende Bildung von Verdauungsenzymen besteht.
| Blutwert | Wofür wird er verwendet? | Wichtig für die Einordnung |
|---|---|---|
| cPLI / cPL / Spec cPL | Hinweis auf eine Entzündung des Pankreas | Pankreasspezifischer als allgemeine Lipase und Amylase |
| Lipase | Kann unter anderem bei Pankreatitis erhöht sein | Nicht jede Lipasebestimmung ist pankreasspezifisch |
| Amylase | Unspezifisches Verdauungsenzym | Für die Diagnose einer Pankreatitis nur begrenzt aussagekräftig |
| TLI | Beurteilung des funktionellen exokrinen Pankreasgewebes | Wichtiger Test bei Verdacht auf exokrine Pankreasinsuffizienz |
| Vitamin B12 | Ergänzende Untersuchung insbesondere bei EPI und chronischen Verdauungsbeschwerden | Kann durch Erkrankungen von Pankreas und Darm beeinflusst werden |
| Folsäure | Ergänzende Beurteilung bei chronischen Verdauungsstörungen | Kein eigenständiger Pankreaswert |
Welche Blutwerte werden bei Verdacht auf Pankreatitis bestimmt?
Bei einer Pankreatitis entzündet sich das Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Beschwerden wie Erbrechen, Appetitverlust, Bauchschmerzen, Durchfall oder Mattigkeit können dazu passen, sind aber nicht spezifisch. Auch das normale Blutbild und die klinische Chemie können Veränderungen zeigen, die bei zahlreichen anderen Erkrankungen ebenfalls vorkommen.
Deshalb sind für die Bauchspeicheldrüse spezifischere Untersuchungen besonders wichtig. Beim Hund wird vor allem die pankreasspezifische Lipase bestimmt. Blutbild, CRP, weitere Entzündungswerte, Leberwerte, Elektrolyte und Glukose helfen zusätzlich dabei, den Gesamtzustand zu beurteilen und mögliche Begleiterkrankungen zu erkennen.
cPLI, cPL und Spec cPL beim Hund
Die Abkürzung cPLI steht für canine pancreatic lipase immunoreactivity. Gemeint ist die Messung der pankreasspezifischen Lipase beim Hund. Anders als eine allgemeine Lipaseaktivität soll dieser Test gezielt pankreatische Lipase erfassen.
cPL wird häufig als verkürzte Bezeichnung für canine pankreasspezifische Lipase verwendet. Spec cPL bezeichnet einen quantitativen Labortest für diesen Parameter. Daneben gibt es Schnelltests, die in der Tierarztpraxis eingesetzt werden können.
Steigt die pankreasspezifische Lipase deutlich an und passen gleichzeitig Beschwerden und weitere Befunde zu einer Pankreatitis, wird die Diagnose wahrscheinlicher. Ein auffälliger Wert sollte aber nicht unabhängig vom Hund beurteilt werden. Wie sich cPLI, cPL und Spec cPL unterscheiden und wie entsprechende Laborbefunde eingeordnet werden, behandeln wir deshalb separat.
Ist cPLI ein sicherer Test auf Pankreatitis?
cPLI gehört beim Hund zu den wichtigsten Blutuntersuchungen bei Verdacht auf eine Pankreatitis, ist aber kein alleiniger Beweis für die Erkrankung. Die Aussagekraft hängt unter anderem von der Ausprägung des Entzündungsgeschehens und dem verwendeten Testverfahren ab. Deshalb basiert die Beurteilung einer möglichen Pankreatitis in der Regel auf mehreren Bausteinen: den Beschwerden des Hundes, der klinischen Untersuchung, pankreasspezifischen Laborwerten und je nach Situation einer Ultraschalluntersuchung.
Lipase beim Hund
Lipasen sind Enzyme, die an der Fettverdauung beteiligt sind. Die Bauchspeicheldrüse produziert große Mengen davon, eine gemessene Lipaseaktivität stammt jedoch nicht zwingend ausschließlich aus dem Pankreas. Genau hier liegt das Problem bei der Interpretation einer allgemeinen Lipasebestimmung.
Eine erhöhte Lipase beim Hund kann bei einer Pankreatitis vorkommen, beweist diese aber nicht. Auch andere Erkrankungen und Veränderungen der Ausscheidung können Einfluss auf den Wert nehmen. Umgekehrt bedeutet ein unauffälliger allgemeiner Lipasewert nicht automatisch, dass das Pankreas gesund ist. Entscheidend ist deshalb auch, welche Lipase überhaupt gemessen wurde.
Was ist die DGGR Lipase beim Hund?
Bei der DGGR Lipase handelt es sich um ein enzymatisches Messverfahren zur Bestimmung der Lipaseaktivität. Es wird häufig im Zusammenhang mit der Pankreatitisdiagnostik eingesetzt. DGGR Lipase und immunologische Tests auf pankreasspezifische Lipase messen jedoch nicht dasselbe und sollten deshalb nicht gleichgesetzt werden.
Ein auffälliger DGGR Lipasewert wird ebenso wenig unabhängig von Beschwerden und weiteren Befunden diagnostisch bewertet. Entscheidend sind die verwendete Methode, der Referenzbereich des Labors und das Gesamtbild des Hundes.
Amylase beim Hund
Amylase ist ein Verdauungsenzym, das an der Aufspaltung von Kohlenhydraten beteiligt ist. Früher wurden erhöhte Amylasewerte zusammen mit der Lipase häufig verwendet, um eine Pankreatitis zu vermuten. Für diesen Zweck ist die Amylase beim Hund jedoch nur begrenzt geeignet.
Der Grund ist ihre geringe Spezifität. Amylase stammt nicht ausschließlich aus der Bauchspeicheldrüse und ihre Konzentration kann auch durch andere Vorgänge beeinflusst werden. Unter anderem spielt die Ausscheidung über die Nieren eine Rolle. Ein erhöhter Amylasewert kann deshalb Teil eines auffälligen Laborprofils sein, reicht aber weder zum Nachweis noch zum Ausschluss einer Pankreatitis aus.
Amylase beim Hund erhöht: Was bedeutet das?
Ist die Amylase beim Hund erhöht, sollte nicht automatisch auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse geschlossen werden. Der Wert kann bei einer Pankreatitis ansteigen, besitzt dafür aber keine ausreichende Spezifität. Besonders wichtig ist die Nierenfunktion, weil eine verminderte Ausscheidung ebenfalls zu höheren Konzentrationen beitragen kann. Für die gezielte Untersuchung einer vermuteten Pankreatitis sind pankreasspezifischere Tests wesentlich aussagekräftiger.
Was ist der TLI Wert beim Hund?
TLI steht für Trypsin Like Immunoreactivity. Der Test erfasst im Blut vor allem Trypsinogen und verwandte Moleküle, die aus dem exokrinen Pankreas stammen. Damit beantwortet TLI eine andere Frage als cPLI.
Während cPLI vor allem im Zusammenhang mit einer möglichen Pankreatitis eingesetzt wird, ist der TLI Wert beim Hund der wichtigste Bluttest bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz, kurz EPI. Bei einer ausgeprägten EPI ist nur noch wenig funktionelles exokrines Pankreasgewebe vorhanden. Entsprechend sinkt die Menge des im Blut messbaren Trypsinogens deutlich ab.
Was ist eine exokrine Pankreasinsuffizienz beim Hund?
Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz produziert beziehungsweise sezerniert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme. Dadurch kann das Futter nicht mehr normal aufgeschlossen werden. Es kommt zu einer Maldigestion und in der Folge häufig auch zu einer eingeschränkten Aufnahme von Nährstoffen.
Typische Beschwerden können Gewichtsverlust trotz guten oder sogar gesteigerten Appetits, große Kotmengen, weicher oder breiiger Kot, Durchfall und Blähungen sein. Bei Hunden können unterschiedliche Ursachen zu einer EPI führen. Dazu gehören insbesondere eine Atrophie der pankreatischen Azinuszellen und eine chronische Pankreatitis.
Warum sind Vitamin B12 und Folsäure bei Pankreasproblemen interessant?
Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, spielt bei Erkrankungen des Verdauungstraktes eine wichtige Rolle. Beim Hund wird ein großer Teil des für die Cobalaminaufnahme notwendigen Intrinsic Factors in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Bei einer EPI kann deshalb zusätzlich ein Vitamin B12 Mangel entstehen.
Auch Folsäure wird bei chronischen Verdauungsbeschwerden und bei Verdacht auf EPI häufig mitbestimmt. Beide Werte liefern jedoch keine eigenständige Diagnose einer Pankreaserkrankung. Sie helfen vielmehr dabei, Begleitveränderungen im Verdauungstrakt zu erkennen und die weitere Versorgung des Hundes zu beurteilen.
Kann eine Pankreatitis die Entzündungswerte verändern?
Ja. Eine akute Pankreatitis kann eine systemische Entzündungsreaktion auslösen. Beim Hund kann dabei beispielsweise der CRP Wert erhöht sein. Auch Leukozyten und neutrophile Granulozyten können sich verändern.
Diese Werte zeigen jedoch nicht, dass die Entzündung aus der Bauchspeicheldrüse stammt. Ein hohes CRP kann bei vielen entzündlichen Erkrankungen auftreten. Die Entzündungswerte ergänzen deshalb die Pankreasdiagnostik, ersetzen aber keine pankreasspezifischen Untersuchungen.
Können Leberwerte bei einer Pankreatitis erhöht sein?
Auch Leberwerte können im Zusammenhang mit einer Pankreatitis verändert sein. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass zusätzlich eine primäre Lebererkrankung besteht. Leber, Gallensystem, Zwölffingerdarm und Bauchspeicheldrüse liegen anatomisch eng beieinander und können sich bei Erkrankungen gegenseitig beeinflussen.
Kann eine Pankreatitis Bilirubin und Gallenwerte erhöhen?
Das ist möglich. Entzündliche Veränderungen und Schwellungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse können den Galleabfluss beeinträchtigen. Dadurch können unter anderem Bilirubin und cholestatische Werte verändert sein. Bei einer entsprechenden Konstellation kann eine Ultraschalluntersuchung besonders hilfreich sein, weil damit nicht nur die Bauchspeicheldrüse, sondern auch Leber, Gallenblase, Gallengänge und angrenzende Strukturen beurteilt werden können.
Kann man eine Pankreatitis nur anhand der Blutwerte erkennen?
Nein. Weder ein gewöhnliches Blutbild noch ein einzelner biochemischer Wert kann eine Pankreatitis sicher beweisen oder ausschließen. Pankreasspezifische Lipasetests liefern gezieltere Informationen als Amylase oder allgemeine Lipase. Trotzdem werden sie zusammen mit Symptomen, klinischer Untersuchung und gegebenenfalls bildgebenden Verfahren beurteilt. Besonders bei milden oder chronischen Verläufen kann die Diagnose schwieriger sein als bei einem ausgeprägten akuten Geschehen.
Warum ist Ultraschall bei Verdacht auf Pankreatitis sinnvoll?
Blutwerte zeigen biochemische Veränderungen, aber nicht direkt, wie die Bauchspeicheldrüse aussieht. Im Ultraschall können Veränderungen des Pankreas und des umgebenden Gewebes sichtbar werden. Gleichzeitig lassen sich andere Organe im Bauchraum beurteilen, die ähnliche Beschwerden verursachen oder gleichzeitig betroffen sein können.
Auch ein Ultraschall ist nicht in jeder Situation allein beweisend. Seine Aussagekraft hängt unter anderem von der Ausprägung der Veränderungen, dem Untersuchungszeitpunkt und der Erfahrung des Untersuchers ab. Labor und Bildgebung ergänzen sich deshalb.
Welche Blutwerte passen eher zu Pankreatitis und welche zu EPI?
| Fragestellung | Besonders wichtiger Wert | Ergänzende Werte |
|---|---|---|
| Verdacht auf Pankreatitis | cPLI / cPL beziehungsweise pankreasspezifische Lipase | CRP, Blutbild, Organwerte, Elektrolyte, Glukose sowie je nach Situation weitere Parameter |
| Verdacht auf EPI | TLI | Vitamin B12, Folsäure, Gesamtprotein, Albumin und weitere Werte entsprechend der Beschwerden |
Damit wird der Unterschied besonders deutlich: Bei Verdacht auf eine Pankreatitis wird vor allem nach Hinweisen auf eine Entzündung beziehungsweise Schädigung des Pankreas gesucht. Bei einer EPI geht es dagegen darum, ob noch ausreichend funktionelles exokrines Pankreasgewebe vorhanden ist.
Kann der TLI Wert auch erhöht sein?
Ja. Für die Diagnose einer EPI ist vor allem ein deutlich erniedrigter TLI Wert entscheidend. Ein erhöhter TLI Wert bedeutet dagegen nicht, dass die Bauchspeicheldrüse besonders gut arbeitet. Erhöhungen können unter anderem im Zusammenhang mit einer verminderten Nierenfunktion auftreten. Auch bei bestimmten gastrointestinalen oder pankreatischen Erkrankungen können erhöhte Werte vorkommen. Die genaue Einordnung findest du im Artikel zum TLI Wert.
Muss der Hund für Pankreaswerte nüchtern sein?
Das hängt von der geplanten Untersuchung ab. Besonders für die TLI Bestimmung ist eine vorherige Nahrungskarenz wichtig. Für TLI wird häufig eine etwa zwölfstündige Nüchternphase empfohlen. Welche Vorgabe für die konkrete Untersuchung gilt, sollte aber immer mit der Tierarztpraxis oder dem Labor abgestimmt werden. Wasser kann in der Regel weiterhin angeboten werden, sofern keine andere Anweisung besteht.
Welche weiteren Faktoren Laborwerte bereits vor der Analyse beeinflussen können, erkläre ich ausführlicher bei der Blutabnahme beim Hund.
Was bedeuten normale Pankreaswerte beim Hund?
Normale Werte sind zunächst beruhigend, schließen eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse aber nicht in jeder Situation vollständig aus. Das gilt besonders für leichte, frühe oder chronische Pankreatitiden. Auch die Wahl des untersuchten Parameters spielt eine entscheidende Rolle.
Eine normale allgemeine Lipase oder Amylase besitzt beispielsweise eine andere Aussagekraft als ein unauffälliger pankreasspezifischer Test. Ebenso beurteilt ein normaler TLI Wert eine mögliche EPI wesentlich gezielter als Lipase oder Amylase.
Warum sollte man Pankreaswerte nicht miteinander verwechseln?
Auf Laborbefunden stehen häufig mehrere Werte nebeneinander, wodurch schnell der Eindruck entsteht, sie würden alle dieselbe Information liefern. Das ist bei der Bauchspeicheldrüse nicht der Fall. Amylase und allgemeine Lipase sind relativ unspezifisch. cPLI beziehungsweise cPL beantworten eine andere diagnostische Frage als TLI. TLI wiederum ist vor allem für die Diagnose einer EPI relevant.
Ein niedriger TLI Wert lässt sich deshalb beispielsweise nicht durch einen normalen Lipasewert entkräften. Diese Zuordnung ist wichtiger als die isolierte Frage, ob irgendein Pankreaswert oberhalb oder unterhalb seines Referenzbereichs liegt.
Welche weiteren Untersuchungen können bei auffälligen Pankreaswerten sinnvoll sein?
Die weitere Diagnostik richtet sich nach den Beschwerden und der vermuteten Erkrankung. Je nach Situation können zusätzlich zum jeweiligen Pankreaswert beispielsweise ein großes Blutbild, CRP, Leber und Nierenwerte, Elektrolyte, Glukose, Vitamin B12, Folsäure sowie Urin und Kotuntersuchungen sinnvoll sein. Bei Verdacht auf Pankreatitis spielt außerdem die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums eine wichtige Rolle.
Bei chronischen Verdauungsproblemen muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass Erkrankungen von Darm und Pankreas ähnliche Beschwerden verursachen und teilweise gleichzeitig auftreten können. Gewichtsverlust, Durchfall oder veränderte Kotmengen lassen sich deshalb nicht allein anhand der Symptome einem Organ zuordnen.
Pankreaswerte deines Hundes sind auffällig?
Laborwerte sind immer nur ein Teil des Gesamtbildes. Wenn die tierärztliche Diagnostik bereits erfolgt ist, betrachte ich in meiner Tierheilpraxis vorhandene Befunde gemeinsam mit Beschwerden, Vorgeschichte, bisherigen Untersuchungen und der Fütterung deines Hundes. Gerade bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist wichtig zu unterscheiden, ob eine Pankreatitis, eine exokrine Pankreasinsuffizienz oder eine andere Ursache im Vordergrund steht.
Bauchspeicheldrüse und Blutwerte beim Hund richtig einordnen
Bei der Bauchspeicheldrüse gibt es keinen Laborwert, der jede Erkrankung zuverlässig beantwortet. Amylase und allgemeine Lipase sind nur begrenzt pankreasspezifisch. Bei Verdacht auf eine Pankreatitis sind Tests auf pankreasspezifische Lipase deutlich aussagekräftiger, während der TLI Wert vor allem bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz eingesetzt wird.
Entscheidend ist deshalb zunächst die Fragestellung. Erst wenn klar ist, was untersucht werden soll, lässt sich beurteilen, welcher Pankreaswert wirklich relevant ist. Symptome, Verlauf, weitere Blutwerte und gegebenenfalls Ultraschall vervollständigen anschließend das Bild.
FAQ zu Blutwerten der Bauchspeicheldrüse beim Hund
Welche Blutwerte zeigen die Bauchspeicheldrüse beim Hund?
Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören cPLI beziehungsweise cPL bei Verdacht auf Pankreatitis und TLI bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz. Lipase und Amylase können ebenfalls bestimmt werden, sind jedoch weniger pankreasspezifisch.
Welcher Blutwert zeigt eine Pankreatitis beim Hund?
Die pankreasspezifische Lipase, beispielsweise cPLI beziehungsweise Spec cPL, gehört zu den wichtigsten Blutwerten bei Verdacht auf Pankreatitis. Die Diagnose wird jedoch nicht allein anhand dieses Wertes gestellt, sondern zusammen mit Beschwerden und weiteren Untersuchungen beurteilt.
Welche Werte sind bei einer Pankreatitis beim Hund erhöht?
Neben der pankreasspezifischen Lipase können unter anderem CRP, Leukozyten und verschiedene Organwerte verändert sein. Diese Begleitwerte sind allerdings nicht spezifisch für eine Pankreatitis und können auch bei anderen Erkrankungen auffällig werden.
Was bedeutet eine erhöhte Lipase beim Hund?
Eine erhöhte allgemeine Lipase kann bei einer Pankreatitis vorkommen, besitzt aber auch andere mögliche Ursachen. Entscheidend ist außerdem, mit welchem Verfahren die Lipase bestimmt wurde. Ein erhöhter Lipasewert allein beweist deshalb keine Pankreatitis.
Was bedeutet eine erhöhte Amylase beim Hund?
Amylase ist kein pankreasspezifischer Wert. Sie kann bei einer Pankreatitis erhöht sein, aber auch durch andere Erkrankungen und eine eingeschränkte Nierenfunktion beeinflusst werden. Für eine gezielte Pankreasdiagnostik sind spezifischere Tests aussagekräftiger.
Was ist der Unterschied zwischen cPLI und TLI?
cPLI misst pankreasspezifische Lipase und wird vor allem bei Verdacht auf eine Pankreatitis eingesetzt. TLI erfasst vor allem Trypsinogen und verwandte Moleküle und ist der wichtigste Bluttest bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz.
Welcher Blutwert zeigt eine exokrine Pankreasinsuffizienz beim Hund?
Der wichtigste Laborwert zur Diagnose einer exokrinen Pankreasinsuffizienz ist TLI. Bei einer ausgeprägten EPI ist der TLI Wert deutlich erniedrigt. Häufig werden zusätzlich Vitamin B12 und Folsäure bestimmt.
Kann eine Pankreatitis trotz normaler Blutwerte vorliegen?
Ja. Besonders bei milden oder chronischen Veränderungen können einzelne Laborwerte unauffällig oder nicht eindeutig sein. Deshalb werden bei entsprechendem Verdacht Symptome, pankreasspezifische Tests und gegebenenfalls Ultraschall gemeinsam beurteilt.
Kann eine Pankreatitis die Leberwerte erhöhen?
Ja. Im Zusammenhang mit einer Pankreatitis können auch Leber und Gallenwerte verändert sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine eigenständige Lebererkrankung vorliegt. Die anatomische Nähe von Bauchspeicheldrüse, Gallesystem und Zwölffingerdarm kann dabei eine Rolle spielen.
Muss ein Hund für die Pankreas Blutwerte nüchtern sein?
Das hängt von der geplanten Untersuchung ab. Besonders für TLI ist eine nüchterne Blutentnahme wichtig. Die erforderliche Nahrungskarenz sollte vorab mit der Tierarztpraxis oder dem untersuchenden Labor abgestimmt werden.





