Ist die Lipase beim Hund erhöht, fällt der Verdacht schnell auf die Bauchspeicheldrüse. Tatsächlich kann eine erhöhte Lipase bei einer Pankreatitis vorkommen. Der Wert ist jedoch nicht automatisch ein Beweis für eine Entzündung des Pankreas. Entscheidend ist zunächst, welche Lipase überhaupt gemessen wurde. Zwischen einer allgemeinen Lipaseaktivität, der DGGR Lipase und der pankreasspezifischen Lipase bestehen wichtige Unterschiede.
Auch Erkrankungen des Magen Darm Traktes, eine eingeschränkte Nierenfunktion, Medikamente und weitere Veränderungen können bestimmte Lipasemessungen beeinflussen. Deshalb sollte ein erhöhter Lipasewert immer zusammen mit Beschwerden, weiteren Blutwerten der Bauchspeicheldrüse und gegebenenfalls einer Ultraschalluntersuchung beurteilt werden.
Was ist Lipase beim Hund?
Lipasen sind Enzyme, die Fette spalten. Die Bauchspeicheldrüse bildet große Mengen pankreatischer Lipase und gibt sie mit dem Pankreassekret in den Dünndarm ab, wo sie an der Fettverdauung beteiligt ist. Lipaseaktivität stammt im Körper jedoch nicht ausschließlich aus der Bauchspeicheldrüse. Je nach Messmethode können auch Lipasen anderer Gewebe erfasst werden.
Genau deshalb ist die Bezeichnung „Lipase“ auf einem Laborbefund allein noch nicht ausreichend. Für die Interpretation muss bekannt sein, welches Analyseverfahren verwendet wurde.
Lipase beim Hund erhöht: Bedeutet das Pankreatitis?
Nein. Eine erhöhte Lipase beim Hund kann zu einer Pankreatitis passen, reicht für die Diagnose aber nicht aus. Das gilt insbesondere für unspezifische Lipaseaktivitätstests. Bei einer Pankreatitis werden Zellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und pankreatische Enzyme können vermehrt ins Blut gelangen. Dadurch kann die Lipaseaktivität steigen.
Gleichzeitig gibt es Hunde mit Pankreatitis, bei denen eine allgemeine Lipasebestimmung keine eindeutige Erhöhung zeigt. Umgekehrt können erhöhte Werte bei Hunden auftreten, deren Bauchspeicheldrüse nicht die eigentliche Ursache ist. Die Lipase ist deshalb ein Hinweis, dessen Bedeutung stark von Messmethode und Gesamtbefund abhängt.
Welche Ursachen kann eine erhöhte Lipase beim Hund haben?
Abhängig vom verwendeten Test können verschiedene Erkrankungen und Einflüsse mit einer erhöhten Lipaseaktivität verbunden sein. Dazu gehören unter anderem:
- Pankreatitis und andere Schädigungen des Pankreas
- Erkrankungen des Magen Darm Traktes
- eine eingeschränkte Nierenfunktion
- bestimmte Lebererkrankungen
- einige Tumorerkrankungen
- Glukokortikoide beziehungsweise Kortison
- weitere Medikamente und Begleiterkrankungen
Diese Zusammenhänge gelten nicht in gleicher Weise für jedes Lipaseverfahren. Gerade deshalb sollte ein Laborwert nicht allein anhand der Bezeichnung „Lipase“ interpretiert werden.
Warum kann Lipase bei einer Pankreatitis steigen?
Die exokrine Bauchspeicheldrüse besteht unter anderem aus Azinuszellen, in denen Verdauungsenzyme gebildet werden. Bei einer Entzündung und Schädigung des Pankreas können Enzyme beziehungsweise Bestandteile aus diesen Zellen vermehrt in das umliegende Gewebe und anschließend ins Blut gelangen. Bei einer akuten Pankreatitis kann die Lipase deshalb deutlich ansteigen. Wie stark der Anstieg ausfällt, hängt jedoch unter anderem vom Testverfahren, der Ausprägung der Erkrankung und dem Zeitpunkt der Blutentnahme ab.
Wie hoch ist die Lipase bei einer Pankreatitis?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Referenzbereiche und diagnostische Entscheidungsgrenzen unterscheiden sich je nach Messverfahren und Labor. Regeln, nach denen eine Lipase erst ab einem bestimmten Vielfachen des oberen Referenzwertes für eine Pankreatitis sprechen soll, lassen sich deshalb nicht pauschal auf jedes Lipaseverfahren übertragen.
Ein deutlich erhöhter Wert kann den Verdacht auf eine Pankreatitis verstärken. Auch eine starke Erhöhung ersetzt aber nicht die weitere Diagnostik. Ebenso schließt ein nur leicht erhöhter oder normaler Wert eine Pankreatitis nicht in jedem Fall aus.
Was ist der Unterschied zwischen Lipase und pankreasspezifischer Lipase?
Das ist für die Einordnung besonders wichtig. Eine allgemeine Lipaseaktivität kann Enzyme erfassen, die nicht ausschließlich aus der Bauchspeicheldrüse stammen. Dadurch können Erkrankungen außerhalb des Pankreas den Wert beeinflussen.
Bei der pankreasspezifischen Lipase wird dagegen gezielt canine pankreatische Lipase erfasst. Beim Hund wird dafür häufig die Bezeichnung cPLI beziehungsweise cPL verwendet. Die quantitative Laborbestimmung ist unter anderem als Spec cPL bekannt. Bei Verdacht auf eine Pankreatitis ist ein solcher Test gezielter als eine klassische allgemeine Lipasebestimmung. Wie cPLI, cPL und Spec cPL zu beurteilen sind, erkläre ich im dazugehörigen Artikel.
Was ist die DGGR Lipase beim Hund?
Die DGGR Lipase ist eine enzymatische Lipasebestimmung. Dabei wird ein spezielles Substrat verwendet, dessen Spaltung eine messbare Reaktion erzeugt. Das Verfahren wird ebenfalls bei der Untersuchung einer möglichen Pankreatitis eingesetzt.
DGGR Lipase und die immunologische Bestimmung der pankreasspezifischen Lipase sind jedoch nicht identisch. Die Ergebnisse sollten deshalb anhand des jeweils verwendeten Verfahrens und der dazugehörigen Referenz beziehungsweise Entscheidungsbereiche beurteilt werden. Werte verschiedener Lipasetests lassen sich nicht einfach miteinander gleichsetzen.
Was ist der Unterschied zwischen DGGR Lipase und cPLI?
Beide Tests können bei Verdacht auf Pankreatitis eingesetzt werden, funktionieren aber unterschiedlich. DGGR ist ein Aktivitätstest und misst, wie stark Lipasen ein bestimmtes Substrat spalten. cPLI ist dagegen ein immunologischer Test zur Messung der caninen pankreatischen Lipase.
Die Ergebnisse können deshalb nicht einfach ineinander umgerechnet werden. Auch die Referenz und Entscheidungsbereiche unterscheiden sich. Bei widersprüchlichen Ergebnissen werden Beschwerden, Verlauf, weitere Laborwerte und gegebenenfalls die Bildgebung mit einbezogen.
Kann die Lipase durch die Nieren erhöht sein?
Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann bei bestimmten Lipaseaktivitätstests mit erhöhten Werten verbunden sein. Solche Veränderungen treten allerdings nicht bei jedem Hund mit Nierenerkrankung auf und hängen auch vom verwendeten Test ab.
Deshalb sollten bei einer erhöhten Lipase auch die Nierenwerte wie Kreatinin, SDMA und Harnstoff berücksichtigt werden, wenn der übrige Befund dafür Anlass gibt. Eine gleichzeitig erhöhte Lipase bedeutet bei einem Hund mit Nierenerkrankung nicht automatisch, dass zusätzlich eine Pankreatitis vorliegt. Umgekehrt sollte eine deutliche Lipaseerhöhung auch nicht vorschnell ausschließlich mit der Niere erklärt werden.
Kann eine Darmerkrankung die Lipase erhöhen?
Auch Erkrankungen des Magen Darm Traktes können mit einer erhöhten Lipaseaktivität einhergehen. Beschrieben sind Veränderungen beispielsweise bei Gastritis, Darmerkrankungen, Darmverschlüssen und anderen gastrointestinalen Prozessen.
Gerade bei einem Hund mit Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen entsteht dadurch ein diagnostisches Problem: Diese Symptome können sowohl bei einer Pankreatitis als auch bei verschiedenen Erkrankungen von Magen und Darm vorkommen. Eine erhöhte allgemeine Lipase löst diese Frage nicht automatisch.
Kann Kortison die Lipase beim Hund erhöhen?
Glukokortikoide können bestimmte Lipaseaktivitätstests beeinflussen und mit erhöhten Werten einhergehen. Deshalb gehört eine aktuelle oder kürzlich erfolgte Kortisonbehandlung zur wichtigen Vorgeschichte bei der Interpretation eines auffälligen Lipasewertes.
Auch ein körpereigener Glukokortikoidüberschuss, wie er beim Hyperadrenokortizismus beziehungsweise Cushing Syndrom vorkommt, kann mit erhöhten Lipaseaktivitäten verbunden sein. Ein erhöhter Wert bei einem Hund unter Kortison darf deshalb nicht automatisch als Pankreatitis interpretiert werden.
Welche Medikamente können bei erhöhter Lipase eine Rolle spielen?
Neben einem möglichen Einfluss bestimmter Medikamente auf die gemessene Lipase gibt es Arzneimittel, die im Zusammenhang mit Pankreatitiden beschrieben wurden. Deshalb ist bei der Interpretation wichtig, welche Medikamente ein Hund aktuell bekommt oder in der letzten Zeit bekommen hat. Ein zeitlicher Zusammenhang allein beweist allerdings keine medikamentenbedingte Pankreatitis. Medikamente sind nur ein Teil der Anamnese und müssen gemeinsam mit Symptomen und Untersuchungsergebnissen bewertet werden.
Welche Symptome passen zu einer Pankreatitis?
Eine Pankreatitis kann sehr unterschiedlich verlaufen. Typische Beschwerden sind Appetitverlust, Erbrechen, Mattigkeit, Durchfall und Bauchschmerzen. Manche Hunde zeigen eine auffällige Körperhaltung oder reagieren empfindlich auf Berührungen im Bauchbereich. Bei schwereren Verläufen können Dehydratation, Kreislaufprobleme und weitere systemische Veränderungen hinzukommen.
Keines dieser Symptome ist spezifisch für die Bauchspeicheldrüse. Genau deshalb kann weder die Symptomatik noch ein einzelner Lipasewert die Diagnose allein sichern.
Welche Blutwerte können bei einer Pankreatitis zusätzlich verändert sein?
Bei einer stärkeren Pankreatitis kann der gesamte Organismus auf die Entzündung reagieren. Beim Hund können deshalb beispielsweise CRP und weitere Entzündungswerte verändert sein. Auch Leukozyten und neutrophile Granulozyten können auffällig werden.
Zusätzlich können Elektrolyte, Glukose, Nierenwerte sowie Leberwerte verändert sein. Diese Befunde helfen bei der Beurteilung des Gesamtzustands und möglicher Begleitveränderungen, sind aber nicht pankreasspezifisch.
Lipase erhöht und CRP erhöht
Sind sowohl Lipase als auch CRP erhöht, kann das zu einer Pankreatitis mit systemischer Entzündungsreaktion passen. Auch diese Kombination ist jedoch nicht eindeutig. Eine Erkrankung des Magen Darm Traktes kann beispielsweise Entzündungswerte erhöhen und gleichzeitig mit einer veränderten Lipaseaktivität einhergehen.
CRP zeigt eine systemische Entzündungsreaktion, aber nicht deren Ursprung. Die Lipase wiederum muss entsprechend der verwendeten Messmethode interpretiert werden. Beide Werte ergänzen sich, ersetzen aber keine gezielte Ursachenklärung.
Lipase erhöht und Leberwerte erhöht
Auch diese Kombination kann unterschiedliche Gründe haben. Eine Pankreatitis kann aufgrund der engen anatomischen Beziehungen zwischen Bauchspeicheldrüse, Gallenwegen, Leber und Zwölffingerdarm mit Veränderungen hepatobiliärer Werte einhergehen.
Umgekehrt können bestimmte Erkrankungen außerhalb des Pankreas mit erhöhter Lipaseaktivität verbunden sein. Welche Veränderung primär ist, lässt sich deshalb aus dieser Kombination allein nicht bestimmen. Besonders bei gleichzeitig erhöhtem Bilirubin, AP oder GGT kann eine Ultraschalluntersuchung von Bauchspeicheldrüse, Leber und Gallesystem wichtige zusätzliche Informationen liefern.
Lipase erhöht und Nierenwerte erhöht
Sind Lipase und Nierenwerte gleichzeitig erhöht, muss ebenfalls differenziert werden. Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann bestimmte Lipaseaktivitätstests beeinflussen. Gleichzeitig kann eine schwere Pankreatitis durch Flüssigkeitsverluste und Kreislaufveränderungen Auswirkungen auf die Nierenwerte haben.
Die Richtung des Zusammenhangs lässt sich deshalb nicht anhand zweier erhöhter Werte bestimmen. Hydratationszustand, Urinuntersuchung, Verlauf und weitere Laborparameter helfen bei der Einordnung.
Kann die Lipase erhöht sein, obwohl der Hund keine Symptome hat?
Ja. Besonders geringgradige Lipaseerhöhungen können als Zufallsbefund bei einer Blutuntersuchung auffallen. Dann ist zunächst wichtig, welcher Lipasetest durchgeführt wurde und wie stark der Wert vom Referenzbereich abweicht.
Ein asymptomatischer Hund mit einer einzelnen leichten Abweichung wird anders beurteilt als ein Hund mit Erbrechen, Bauchschmerzen und einer deutlichen Erhöhung eines pankreasspezifischeren Parameters. Je nach Befund kann deshalb beispielsweise eine Verlaufskontrolle oder weiterführende Untersuchung sinnvoll sein.
Kann eine Pankreatitis trotz normaler Lipase vorliegen?
Ja. Besonders eine allgemeine Lipasebestimmung kann bei einer bestehenden Pankreatitis unauffällig bleiben. Auch bei pankreasspezifischeren Tests können milde oder chronische Veränderungen diagnostisch schwieriger zu erfassen sein.
Ein normaler Lipasewert sollte deshalb nicht unabhängig von den Beschwerden des Hundes interpretiert werden. Besteht klinisch weiterhin ein begründeter Verdacht, können ein gezielter pankreasspezifischer Test und eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein.
Was bedeutet eine niedrige Lipase beim Hund?
Eine niedrige allgemeine Lipaseaktivität besitzt in der Routinediagnostik normalerweise keine vergleichbare Bedeutung wie eine Erhöhung. Insbesondere lässt sich daraus nicht ableiten, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme produziert.
Bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz wird deshalb nicht die Lipase zur Diagnose verwendet. Dafür ist der TLI Wert wesentlich wichtiger. Ein niedriger Lipasewert ist kein Ersatz für diese Untersuchung.
Kann man an der Lipase eine exokrine Pankreasinsuffizienz erkennen?
Nein. Eine exokrine Pankreasinsuffizienz, kurz EPI, lässt sich nicht zuverlässig anhand der Serumlipase diagnostizieren. Bei einer EPI produziert beziehungsweise sezerniert das exokrine Pankreas nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme, doch daraus folgt nicht automatisch ein diagnostisch niedriger Lipasewert im Blut.
Bestehen Gewichtsverlust trotz guten Appetits, große Kotmengen, chronischer Durchfall oder andere Hinweise auf eine Maldigestion, wird vor allem TLI untersucht. Vitamin B12 und Folsäure können das diagnostische Bild ergänzen.
Muss der Hund für die Lipasebestimmung nüchtern sein?
Für die Beurteilung eines umfangreicheren Pankreas und Blutprofils wird häufig eine nüchterne Blutentnahme empfohlen. Dadurch lässt sich unter anderem eine ausgeprägte postprandiale Lipämie vermeiden, die verschiedene Laborverfahren stören kann. Die genauen Anforderungen hängen jedoch vom verwendeten Test und vom Labor ab.
Deshalb sollte vor der Blutentnahme die Vorgabe der Tierarztpraxis beziehungsweise des untersuchenden Labors beachtet werden. Weitere Informationen zu Nüchternheit, Lipämie und möglichen Störfaktoren findest du bei der Blutabnahme beim Hund.
Wie wird eine erhöhte Lipase weiter abgeklärt?
Welche Untersuchungen folgen, hängt davon ab, wie stark die Lipase erhöht ist, welcher Test verwendet wurde und welche Beschwerden bestehen. Je nach Situation können beispielsweise sinnvoll sein:
- pankreasspezifische Lipase beziehungsweise cPLI oder Spec cPL
- großes Blutbild
- CRP und weitere Entzündungsparameter
- Leber und Gallenwerte
- Nierenwerte und Urinuntersuchung
- Elektrolyte und Glukose
- Triglyzeride und Cholesterin
- Ultraschall des Bauchraums
- Kontrolle der Werte im Verlauf
Damit wird aus dem einzelnen Lipasewert nach und nach ein Gesamtbild. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Pankreaswerte gleichzeitig zu messen, sondern die Untersuchungen passend zur konkreten Fragestellung auszuwählen.
Warum ist Ultraschall bei erhöhter Lipase wichtig?
Blutwerte zeigen Veränderungen auf biochemischer Ebene. Sie zeigen aber nicht, wie die Bauchspeicheldrüse und das umgebende Gewebe aussehen. Im Ultraschall können Veränderungen des Pankreas, des umliegenden Fettgewebes und angrenzender Organe beurteilt werden.
Der Ultraschall hilft außerdem dabei, andere Ursachen für Erbrechen, Bauchschmerzen oder auffällige Laborwerte zu erkennen. Auch er wird deshalb nicht isoliert, sondern zusammen mit klinischem Bild und Laborbefunden beurteilt.
Die Lipase deines Hundes ist erhöht?
Laborwerte sind immer nur ein Teil des Gesamtbildes. Wenn die tierärztliche Diagnostik bereits erfolgt ist, betrachte ich in meiner Tierheilpraxis vorhandene Befunde gemeinsam mit Beschwerden, Vorgeschichte, bisherigen Untersuchungen und der Fütterung deines Hundes. Gerade bei wiederkehrenden Problemen der Bauchspeicheldrüse ist wichtig, nicht nur einen einzelnen Lipasewert, sondern den gesamten Verlauf zu betrachten.
Lipase beim Hund richtig einordnen
Eine erhöhte Lipase kann auf eine Pankreatitis hinweisen, bedeutet aber nicht automatisch, dass die Bauchspeicheldrüse erkrankt ist. Besonders bei allgemeinen Lipaseaktivitätstests können auch Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Nieren und weitere Einflüsse eine Rolle spielen.
Für die Interpretation ist deshalb zunächst wichtig zu wissen, welche Lipase gemessen wurde. Allgemeine Lipase, DGGR Lipase und pankreasspezifische Lipase sind nicht gleichbedeutend. Erst zusammen mit Beschwerden, weiteren Laborwerten, Verlauf und gegebenenfalls Ultraschall lässt sich einschätzen, wie relevant eine erhöhte Lipase beim jeweiligen Hund tatsächlich ist.
FAQ zur Lipase beim Hund
Was bedeutet eine erhöhte Lipase beim Hund?
Eine erhöhte Lipase kann unter anderem bei einer Pankreatitis vorkommen. Je nach Messmethode können aber auch Erkrankungen des Magen Darm Traktes, eine eingeschränkte Nierenfunktion, Glukokortikoide und weitere Faktoren den Wert beeinflussen. Die Lipase allein stellt deshalb keine Diagnose dar.
Ist eine erhöhte Lipase beim Hund immer Pankreatitis?
Nein. Besonders eine allgemeine Lipaseaktivität ist nicht ausreichend pankreasspezifisch. Für die Diagnose einer Pankreatitis werden deshalb Symptome, gezieltere Pankreaswerte und gegebenenfalls Ultraschall gemeinsam betrachtet.
Wie hoch ist die Lipase bei einer Pankreatitis beim Hund?
Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Grenzwert, weil unterschiedliche Lipaseverfahren unterschiedliche Referenz und Entscheidungsbereiche besitzen. Ein deutlich erhöhter Wert kann den Verdacht verstärken, muss aber entsprechend der verwendeten Methode beurteilt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Lipase und cPLI?
Bei einer allgemeinen Lipasebestimmung wird Enzymaktivität gemessen, die nicht ausschließlich aus der Bauchspeicheldrüse stammen muss. cPLI erfasst dagegen canine pankreatische Lipase und wird gezielter bei Verdacht auf Pankreatitis eingesetzt.
Was bedeutet DGGR Lipase beim Hund?
DGGR bezeichnet ein enzymatisches Verfahren zur Messung der Lipaseaktivität. Der Test kann bei Verdacht auf Pankreatitis hilfreich sein, ist aber nicht identisch mit der immunologischen Messung der pankreasspezifischen Lipase.
Kann die Lipase durch Nierenprobleme erhöht sein?
Ja, bestimmte Lipaseaktivitätstests können bei eingeschränkter Nierenfunktion erhöht sein. Das tritt allerdings nicht bei jedem Hund auf. Deshalb sollten Lipase und Nierenwerte gemeinsam mit dem übrigen Befund beurteilt werden.
Kann Kortison die Lipase beim Hund erhöhen?
Glukokortikoide können bestimmte Lipaseaktivitätstests beeinflussen. Auch Hunde mit Hyperadrenokortizismus können erhöhte Lipaseaktivitäten aufweisen. Eine Kortisonbehandlung sollte deshalb bei der Interpretation berücksichtigt werden.
Kann die Lipase erhöht sein, obwohl der Hund keine Beschwerden hat?
Ja. Besonders leichte Erhöhungen können als Zufallsbefund auftreten. Entscheidend sind Messmethode, Höhe der Veränderung, weitere Blutwerte und der klinische Zustand des Hundes.
Kann mein Hund trotz normaler Lipase eine Pankreatitis haben?
Ja. Ein normaler allgemeiner Lipasewert schließt eine Pankreatitis nicht sicher aus. Besonders milde oder chronische Veränderungen können diagnostisch schwierig sein und weitere Untersuchungen erforderlich machen.
Zeigt eine niedrige Lipase eine exokrine Pankreasinsuffizienz an?
Nein. Für die Diagnose einer exokrinen Pankreasinsuffizienz wird beim Hund vor allem der TLI Wert verwendet. Eine niedrige Serumlipase besitzt dafür keine ausreichende Aussagekraft.





