Blutbild beim Hund: Kleines und großes Blutbild verständlich erklärt

Wenn du den Laborbefund deines Hundes vor dir hast, begegnen dir schnell Abkürzungen wie HKT, HGB, MCV, MCHC oder RETIC. Dazu kommen Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Auf den ersten Blick sieht das nach einer Menge einzelner Zahlen aus. Genau hier liegt aber auch eine der häufigsten Fallen bei der Interpretation, denn ein Blutbild sollte nicht Wert für Wert isoliert betrachtet werden. Viele Parameter hängen unmittelbar miteinander zusammen und ergeben erst gemeinsam ein sinnvolles Bild.

In diesem Artikel erfährst du, was zum kleinen und zum großen Blutbild gehört, wofür die wichtigsten Werte stehen und warum ein erhöhter oder erniedrigter Wert allein noch keine Diagnose ergibt. Neben dem eigentlichen Blutbild gibt es zahlreiche weitere Blutwerte beim Hund, mit denen zum Beispiel Organe und Stoffwechsel beurteilt werden können.

Was ist ein Blutbild beim Hund?

Bei einem Blutbild werden vor allem die Blutzellen und verschiedene mit ihnen zusammenhängende Werte untersucht. Dazu gehören die roten Blutkörperchen, die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen. Auf diese Weise kann das Blutbild Hinweise auf Veränderungen bei der Blutbildung, beim Sauerstofftransport, bei der Immunabwehr oder bei der Blutgerinnung liefern.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Laboruntersuchungen. Leberwerte, Nierenwerte, Pankreaswerte oder Elektrolyte gehören nicht automatisch zum Blutbild. Sie werden über weitere Untersuchungen beziehungsweise die klinische Chemie bestimmt. Wenn umgangssprachlich von einem großen Blutbild mit Leber und Niere gesprochen wird, wurden deshalb meist mehrere Untersuchungen miteinander kombiniert.

Kleines und großes Blutbild beim Hund: Was ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Blutbild liegt vor allem darin, wie genau die weißen Blutkörperchen untersucht werden. Das kleine Blutbild liefert bereits wichtige Informationen über die Zusammensetzung des Blutes. Beim großen Blutbild kommt das Differentialblutbild hinzu.

Kleines Blutbild beim Hund

Zum kleinen Blutbild gehören die roten Blutkörperchen und verschiedene Werte, die eng mit ihnen zusammenhängen. Außerdem werden die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen erfasst.

  • Erythrozyten
  • Hämoglobin
  • Hämatokrit
  • MCV
  • MCH
  • MCHC
  • Leukozyten als Gesamtzahl
  • Thrombozyten

Je nach Labor und Fragestellung können zusätzlich Retikulozyten bestimmt werden. Gerade bei der roten Reihe ist wichtig, die Zahlen nicht unabhängig voneinander zu lesen. Erythrozyten, Hämatokrit und Hämoglobin stehen beispielsweise in enger Beziehung zueinander. Auch MCV, MCH und MCHC helfen vor allem dann weiter, wenn sie gemeinsam mit den übrigen Werten betrachtet werden.

Großes Blutbild beim Hund

Ein großes Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild und einem zusätzlichen Differentialblutbild. Die weißen Blutkörperchen werden dabei nicht nur als Gesamtzahl erfasst, sondern in ihre verschiedenen Zelltypen aufgeschlüsselt. Dadurch lässt sich genauer erkennen, wie sich die einzelnen Bestandteile der Immunabwehr verteilen.

Ein großes Blutbild bedeutet deshalb nicht, dass automatisch sämtliche Laborwerte des Hundes bestimmt werden. Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse oder Elektrolythaushalt gehören nicht allein deshalb dazu, weil ein großes Blutbild angefordert wurde.

Was ist ein Differentialblutbild beim Hund?

Beim Differentialblutbild des Hundes werden die verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen genauer betrachtet. Dazu gehören neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten sowie Monozyten und Lymphozyten. Bei den neutrophilen Granulozyten können zusätzlich unterschiedliche Reifungsstadien eine Rolle spielen.

  • Neutrophile Granulozyten
  • Eosinophile Granulozyten
  • Basophile Granulozyten
  • Monozyten
  • Lymphozyten

Diese Verteilung kann zum Beispiel bei Entzündungen, Infektionen oder Veränderungen des Immunsystems zusätzliche Hinweise liefern. Ein bestimmtes Muster bedeutet aber nicht automatisch, dass eine konkrete Erkrankung feststeht. Auch das Differentialblutbild muss mit den Beschwerden des Hundes, dem Verlauf und weiteren Befunden zusammenpassen.

Die roten Blutwerte beim Hund

Die roten Blutkörperchen übernehmen vor allem den Sauerstofftransport. Einige Werte zeigen ihre Anzahl, andere beschreiben ihre Größe oder ihren Hämoglobingehalt. Genau deshalb ist es bei der roten Reihe besonders wichtig, nicht nur nach einem einzelnen erhöhten oder erniedrigten Wert zu suchen.

Erythrozyten beim Hund

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie enthalten Hämoglobin und transportieren damit Sauerstoff durch den Körper. Eine erhöhte Erythrozytenzahl kann zum Beispiel entstehen, wenn dem Körper Flüssigkeit fehlt und das Blut dadurch stärker konzentriert ist. Erniedrigte Erythrozyten können dagegen unter anderem im Zusammenhang mit einer Blutarmut auftreten.

Welche Ursache tatsächlich dahintersteht, lässt sich aus der Zahl der Erythrozyten allein nicht erkennen. Hämatokrit, Hämoglobin und weitere Werte helfen dabei, eine Veränderung genauer einzuordnen.

Hämatokrit beim Hund

Der Hämatokrit beim Hund, häufig als HKT, HK oder PCV angegeben, zeigt vereinfacht gesagt, welchen Anteil die roten Blutkörperchen am Blutvolumen ausmachen. Flüssigkeitshaushalt und Erythrozytenzahl haben deshalb einen deutlichen Einfluss auf diesen Wert.

Ein erhöhter Hämatokrit kann zum Beispiel bei Flüssigkeitsmangel auftreten, ein erniedrigter Wert unter anderem bei einer Anämie. Warum der Hämatokrit beim Hund erhöht oder niedrig sein kann, lässt sich erst zusammen mit Erythrozyten, Hämoglobin und dem übrigen Befund sinnvoll beurteilen.

Hämoglobin beim Hund

Hämoglobin, kurz HGB oder Hb, ist der rote Blutfarbstoff innerhalb der Erythrozyten und bindet den Sauerstoff, der durch den Körper transportiert wird. Weil Hämoglobin eng mit den roten Blutkörperchen verbunden ist, verändern sich Hämoglobin, Erythrozytenzahl und Hämatokrit häufig gemeinsam. Ein niedriger Wert kann beispielsweise im Rahmen einer Anämie auftreten, während erhöhte Werte unter anderem bei Flüssigkeitsmangel vorkommen können.

Retikulozyten beim Hund

Retikulozyten sind junge rote Blutkörperchen. Sie entstehen im Knochenmark und reifen anschließend zu vollständig funktionsfähigen Erythrozyten heran. Besonders interessant werden sie, wenn niedrige rote Blutwerte näher eingeordnet werden sollen, denn die Retikulozyten können Hinweise darauf geben, wie aktiv neue rote Blutkörperchen gebildet werden.

Für die Blutbildung benötigt der Körper verschiedene Nährstoffe. Deshalb können je nach Fragestellung beim Hund auch Vitamin B12 und Folsäure ergänzend untersucht werden. Aus einem einzelnen Vitaminwert lässt sich die Ursache veränderter roter Blutwerte jedoch ebenfalls nicht ableiten.

MCV, MCH und MCHC beim Hund

MCV, MCH und MCHC werden häufig als Erythrozytenindizes zusammengefasst. Sie beschreiben Eigenschaften der roten Blutkörperchen und helfen dabei, Veränderungen der roten Reihe genauer einzuordnen.

  • MCV beschreibt die durchschnittliche Größe eines Erythrozyten.
  • MCH gibt an, wie viel Hämoglobin ein Erythrozyt durchschnittlich enthält.
  • MCHC beschreibt die durchschnittliche Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen.

Ist der MCV erniedrigt, sind die roten Blutkörperchen im Durchschnitt kleiner. Bei einem erhöhten Wert sind sie größer. MCV und MCH verändern sich häufig in eine ähnliche Richtung, während MCHC meist weniger stark schwankt. Erst zusammen mit Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit und gegebenenfalls Retikulozyten werden diese Werte wirklich aussagekräftig.

Wenn die roten Blutwerte erniedrigt sind

Sind Erythrozyten, Hämatokrit oder Hämoglobin bei deinem Hund erniedrigt, kann eine Anämie dahinterstehen. Blutarmut ist dabei zunächst eine Beschreibung des Befundes und noch keine Erklärung für dessen Ursache. Für die weitere Einordnung werden mehrere Werte miteinander verglichen, wobei auch die Neubildung der roten Blutkörperchen eine wichtige Rolle spielt.

Eine Anämie kann unterschiedliche Formen und Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise regenerative und nicht regenerative Anämien, Blutverlust oder ein verstärkter Abbau roter Blutkörperchen. Diese Unterscheidung gehört deshalb nicht mehr in die grundlegende Erklärung des Blutbildes, sondern in die gezielte Beurteilung einer Anämie.

Die weißen Blutwerte beim Hund

Die weißen Blutkörperchen, also die Leukozyten, gehören zur Immunabwehr. Ihre Gesamtzahl liefert einen ersten Überblick. Im Differentialblutbild wird anschließend genauer betrachtet, wie sich diese Gesamtzahl auf die verschiedenen Zelltypen verteilt.

Leukozyten beim Hund

Der Leukozytenwert beim Hund umfasst die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen. Dazu zählen Lymphozyten, Monozyten sowie neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Eine Erhöhung wird als Leukozytose bezeichnet, eine Erniedrigung als Leukopenie.

Beide Veränderungen können zahlreiche Ursachen haben. Entzündungen, Infektionen, Medikamente, Stressreaktionen oder Veränderungen des Knochenmarks können eine Rolle spielen. Deshalb reicht die Gesamtzahl allein nicht aus. Warum Leukozyten beim Hund erhöht oder niedrig sein können, lässt sich besser beurteilen, wenn zusätzlich das Differentialblutbild und der übrige Befund berücksichtigt werden.

Neutrophile Granulozyten

Neutrophile Granulozyten gehören zur unspezifischen Immunabwehr und machen einen großen Anteil der Leukozyten aus. Bei Entzündungen und Infektionen können sie sich deutlich verändern. Ist der Bedarf besonders hoch, können zusätzlich unreifere neutrophile Granulozyten aus dem Knochenmark freigesetzt werden. Diese Verschiebung hin zu jüngeren Zellformen wird als Linksverschiebung bezeichnet und ist einer der Punkte, die bei der Beurteilung von Entzündungswerten berücksichtigt werden können.

Lymphozyten

Lymphozyten gehören zur spezifischen Immunabwehr. Zu ihnen zählen unter anderem B-Zellen und T-Zellen. Ihre Zahl kann sich bei verschiedenen Immunreaktionen und Infektionen verändern, doch auch Alter, Belastung, Stress und Medikamente können Einfluss auf den Wert haben.

Monozyten

Monozyten nehmen beschädigte, abgestorbene oder körperfremde Bestandteile auf und helfen dabei, sie zu beseitigen. Sie bleiben nur vergleichsweise kurze Zeit im Blut und wandern anschließend ins Gewebe, wo sie sich zu Makrophagen weiterentwickeln.

Eosinophile Granulozyten

Eosinophile Granulozyten sind unter anderem an der Abwehr bestimmter Parasiten und an Überempfindlichkeitsreaktionen beteiligt. Ein erhöhter Wert beweist deshalb weder einen Parasitenbefall noch eine Allergie. Er ist zunächst ein Hinweis, der zum übrigen Befund passen muss.

Basophile Granulozyten

Basophile Granulozyten kommen beim Hund nur in geringer Zahl vor. Sie enthalten unter anderem Histamin und können im Zusammenhang mit entzündlichen und allergischen Reaktionen stehen. Erhöhte Werte sind beim Hund vergleichsweise selten und können gemeinsam mit erhöhten Eosinophilen auftreten.

Thrombozyten beim Hund

Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, sind wesentlich an der Blutstillung beteiligt. Wird ein Blutgefäß verletzt, lagern sie sich an der betroffenen Stelle an und helfen dabei, die Blutung zu verschließen. Bei der Beurteilung spielt aber nicht ausschließlich die Zellzahl eine Rolle. Größe, Verteilung und mögliche Messartefakte müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Gerade bei scheinbar niedrigen Werten ist diese Differenzierung wichtig. Auch rassebedingte Besonderheiten können vorkommen. Deshalb sollte die Frage, warum Thrombozyten beim Hund niedrig oder erhöht sind, nicht allein anhand der markierten Zahl im Laborbericht beantwortet werden.

Was bedeuten erhöhte oder niedrige Werte im Blutbild?

Der Blick fällt bei einem Laborbericht meistens zuerst auf die Werte außerhalb des Referenzbereichs. Das ist verständlich. Ein Pfeil nach oben oder unten ist aber noch keine Diagnose. Ein erhöhter Hämatokrit zusammen mit erhöhten Erythrozyten und Hämoglobin ergibt beispielsweise ein anderes Muster als ein isoliert auffälliger Einzelwert.

Dasselbe gilt für die weiße Reihe. Eine erhöhte Gesamtzahl der Leukozyten sagt zunächst weniger aus als das Zusammenspiel aus Gesamtzahl, Differentialblutbild, möglichen Entzündungsparametern und den Beschwerden des Hundes. Hinzu kommen Einflussfaktoren wie Alter, Rasse, Medikamente, körperliche Belastung, Aufregung und die Bedingungen rund um die Blutentnahme. Ein Blutbild liefert Hinweise. Die eigentliche Aussage entsteht aus dem Zusammenhang.

Referenzwerte beim Blutbild des Hundes

Wer nach Blutbild Hund Referenzwerte sucht, findet schnell Tabellen mit festen Zahlenbereichen. Solche Übersichten können eine grobe Orientierung geben, sollten aber nicht einfach auf jeden Laborbefund übertragen werden. Referenzbereiche können sich je nach Labor, Messmethode, Analysegerät und zugrunde liegender Referenzpopulation unterscheiden. Bei einzelnen Parametern spielen außerdem Alter oder Rasse eine Rolle.

Für den Befund deines Hundes ist deshalb zunächst der Referenzbereich entscheidend, den das untersuchende Labor direkt neben dem gemessenen Wert angibt. Eine geringe Abweichung bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Gleichzeitig kann ein unauffälliger Einzelwert nicht jede Erkrankung ausschließen.

Muss mein Hund für ein Blutbild nüchtern sein?

Für die reine Untersuchung der Blutzellen ist eine vorherige Futteraufnahme nicht bei allen Parametern gleichermaßen entscheidend. In der Praxis wird allerdings häufig nicht ausschließlich ein Blutbild erstellt. Oft werden gleichzeitig Organwerte, Glukose, Fettstoffwechsel oder weitere Parameter bestimmt, die stärker durch die letzte Mahlzeit beeinflusst werden können.

Deshalb wird für viele Blutuntersuchungen eine nüchterne Blutabnahme empfohlen. Wenn du auf der sicheren Seite sein möchtest, leg den Termin am besten auf den Morgen und gib deinem Hund am Nachmittag des Vortages die letzte Mahlzeit beziehungsweise den letzten Bissen. Wasser kann in der Regel weiterhin angeboten werden.

Was ein großes Blutbild beim Hund nicht zeigt

Der Begriff großes Blutbild wird im Alltag häufig so verstanden, als würde damit automatisch alles untersucht, was sich im Blut messen lässt. Das stimmt nicht. Das große Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild und dem Differentialblutbild.

Parameter zur Beurteilung von Leber, Niere oder Bauchspeicheldrüse gehören zu anderen Laborbereichen. Deshalb werden beim Hund die Leberwerte, die Nierenwerte und die Blutwerte der Bauchspeicheldrüse getrennt betrachtet. So lässt sich auch besser verstehen, warum ein Laborbericht aus deutlich mehr bestehen kann als dem eigentlichen Blutbild.

Du möchtest einen Laborbefund deines Hundes besser verstehen?

In meiner Tierheilpraxis betrachte ich vorhandene Laborwerte zusammen mit den Beschwerden, der Vorgeschichte und bisherigen Untersuchungen deines Hundes. So lassen sich auffällige Werte besser in den individuellen Zusammenhang einordnen.

Blutbild beim Hund verstehen: Entscheidend ist das Muster

Ein Blutbild kann viele hilfreiche Hinweise liefern. Es beantwortet aber nur selten mit einer einzelnen Zahl die Frage, was einem Hund fehlt. Gerade die roten Blutwerte hängen eng miteinander zusammen, während bei der weißen Reihe zusätzlich wichtig wird, welche Zelltypen sich verändert haben.

Deshalb lohnt es sich, einen Laborbefund nicht ausschließlich nach zu hoch und zu niedrig zu lesen. Viel interessanter ist die Frage, welche Werte sich gemeinsam verändern und ob dieses Muster zu den Beschwerden, den bisherigen Untersuchungen und dem Verlauf des Hundes passt. Genau darin liegt der eigentliche Nutzen eines Blutbildes.

Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild beim Hund?

Das kleine Blutbild umfasst unter anderem Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, die Erythrozytenindizes sowie die Gesamtzahl von Leukozyten und Thrombozyten. Beim großen Blutbild kommt das Differentialblutbild hinzu. Dabei werden die verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen genauer unterschieden.

Welche Werte gehören zum großen Blutbild beim Hund?

Zum großen Blutbild gehören die Werte des kleinen Blutbildes sowie das Differentialblutbild mit neutrophilen, eosinophilen und basophilen Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Organwerte wie ALT, Kreatinin oder Lipase gehören nicht automatisch dazu. Einen Überblick über diese zusätzlichen Blutwerte beim Hund findest du deshalb getrennt vom eigentlichen Blutbild.

Was bedeutet es, wenn ein Wert im Blutbild erhöht oder erniedrigt ist?

Eine Abweichung zeigt zunächst nur, dass der gemessene Wert außerhalb des jeweiligen Referenzbereichs liegt. Welche Bedeutung das hat, hängt davon ab, wie stark die Veränderung ist, welche weiteren Werte betroffen sind und ob Beschwerden oder andere Befunde dazu passen.

Welche Blutwerte verändern sich bei einer Anämie beim Hund?

Bei einer Anämie spielen vor allem Erythrozyten, Hämatokrit und Hämoglobin eine Rolle. Retikulozyten helfen zusätzlich dabei einzuschätzen, wie der Körper auf die verminderten roten Blutwerte reagiert.

Was bedeuten Retikulozyten im Blutbild des Hundes?

Retikulozyten sind junge rote Blutkörperchen. Ihre Zahl kann dabei helfen einzuschätzen, ob das Knochenmark verstärkt neue Erythrozyten bildet. Besonders bei einer Anämie kann die Beurteilung der Retikulozyten deshalb wichtige zusätzliche Informationen liefern.

Muss mein Hund für ein großes Blutbild nüchtern sein?

Für ein reines Blutbild muss dein Hund in der Regel nicht nüchtern sein. Trotzdem wird häufig empfohlen, das Blut nach einer Nüchternphase abzunehmen. Nach einer Mahlzeit kann das Blut durch erhöhte Fettwerte lipämisch werden, was bestimmte Messungen beeinflussen kann. Außerdem werden neben dem Blutbild häufig gleichzeitig Organwerte und andere biochemische Parameter bestimmt, bei denen eine nüchterne Blutabnahme sinnvoll oder erforderlich sein kann.

Sind Leberwerte und Nierenwerte im großen Blutbild enthalten?

Nein. Das große Blutbild besteht aus kleinem Blutbild und Differentialblutbild. Leberwerte, Nierenwerte und andere Organparameter gehören zur klinischen Chemie beziehungsweise zu zusätzlichen Laborprofilen. Die Unterschiede werden auch in der Übersicht zu den Blutwerten beim Hund deutlich.

Was kostet ein Blutbild beim Hund?

Die Kosten hängen davon ab, welche Untersuchungen durchgeführt werden, ob zusätzlich weitere Laborparameter bestimmt werden und wo die Analyse erfolgt. Deshalb können die Kosten einer Blutuntersuchung beim Hund je nach Umfang deutlich unterschiedlich ausfallen.

Sabine Nowak

Sabine Nowak

Tierheilpraktikerin für Hunde

Hi, ich bin Sabine. Ich helfe dir, deinen Hund besser zu verstehen, wenn Gesundheit, Fütterung oder Alltag nicht mehr rundlaufen.

Ob Verdauung, Haut, Ernährung, Verhalten, Betreuung oder wiederkehrende Unsicherheit: Ich schaue nicht nur auf einzelne Probleme, sondern darauf, was bei deinem Hund zusammenhängt.

So bekommst du mehr Klarheit, bessere Entscheidungen und einen alltagstauglichen Weg, der wirklich zu deinem Hund passt.

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