Blutwerte beim Hund: Tabelle, Abkürzungen und Werte verständlich erklärt

Wenn du den Laborbefund deines Hundes vor dir hast, begegnen dir schnell zahlreiche Abkürzungen, Zahlen und Referenzbereiche. HKT, CRP, ALT, Kreatinin oder SDMA stehen dort scheinbar unabhängig nebeneinander. Tatsächlich lassen sich viele Blutwerte beim Hund aber erst sinnvoll einordnen, wenn man weiß, wofür sie stehen und welche Werte zusammengehören.

In diesem Artikel findest du deshalb eine Übersicht der wichtigsten Laborwerte und kannst direkt zu dem Bereich springen, der dich interessiert. So musst du dich nicht durch sämtliche Werte arbeiten, wenn du eigentlich nur eine bestimmte Abkürzung auf deinem Laborbefund nachschlagen möchtest.

Blutwerte beim Hund nach Themen finden

Nicht jeder Laborbefund enthält dieselben Werte. Wenn du bereits weißt, welcher Bereich dich interessiert, kannst du direkt die passende Gruppe auswählen. Alternativ kannst du nach einer Abkürzung, einem Wert oder einem Begriff wie Leber, Blutarmut oder Pankreatitis suchen.








Blutbild

Blutbild beim Hund

Kleines und großes Blutbild sowie die wichtigsten Zellgruppen verstehen.

Anämie beim Hund

Was Blutarmut bedeutet und welche Blutwerte bei der Einordnung wichtig sind.

Hämatokrit beim Hund

Warum der Hämatokrit erhöht oder erniedrigt sein kann.

Retikulozyten beim Hund

Was junge rote Blutkörperchen über die Blutneubildung verraten.

Leukozyten beim Hund

Erhöhte und niedrige weiße Blutkörperchen richtig einordnen.

Thrombozyten beim Hund

Was niedrige oder erhöhte Blutplättchen bedeuten können.

Blutabnahme beim Hund

Nüchternheit, Vorbereitung und mögliche Einflüsse auf die Blutprobe.

Kosten einer Blutuntersuchung

Wie sich die Kosten für Blutbild und Labor zusammensetzen.

Entzündung

Entzündungswerte beim Hund

Welche Blutwerte Hinweise auf Entzündungsprozesse geben können.

CRP Wert beim Hund

Was ein erhöhter CRP Wert aussagt und was nicht.

Niere

Nierenwerte beim Hund

Die wichtigsten Nierenparameter gemeinsam betrachten.

SDMA beim Hund

Wie der Wert zur Beurteilung der Nierenfunktion eingesetzt wird.

Kreatinin beim Hund

Warum Kreatinin nicht unabhängig von Muskelmasse und Flüssigkeit betrachtet werden sollte.

Harnstoff beim Hund

Welche Faktoren außer der Nierenfunktion den Wert beeinflussen können.

Phosphor beim Hund

Erhöhte und niedrige Phosphatwerte richtig einordnen.

Leber & Galle

Leberwerte beim Hund

Die wichtigsten Leberwerte und ihre unterschiedlichen Aussagen im Überblick.

ALT / GPT beim Hund

Was ein erhöhter ALT Wert bedeuten kann.

AST / GOT beim Hund

Warum bei AST neben der Leber auch andere Gewebe berücksichtigt werden.

GLDH Wert beim Hund

Den Wert im Zusammenhang mit den übrigen Leberparametern einordnen.

Alkalische Phosphatase beim Hund

Warum ein erhöhter AP beziehungsweise ALP Wert viele Ursachen haben kann.

Bilirubin beim Hund

Wie Bilirubin entsteht und wodurch der Wert erhöht sein kann.

Gelbsucht beim Hund

Warum gelbe Augen oder Schleimhäute ein Symptom und keine eigene Diagnose sind.

Bauchspeicheldrüse

Bauchspeicheldrüse beim Hund

Welche Laborwerte bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse eine Rolle spielen.

Lipase beim Hund

Warum eine erhöhte Lipase nicht automatisch eine Pankreatitis beweist.

TLI Wert beim Hund

Der wichtige Laborwert bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz.

cPLI beim Hund

Wie die pankreasspezifische Lipase bei Verdacht auf Pankreatitis eingesetzt wird.

Darm & Vitamine

Vitamin B12 beim Hund

Cobalaminwert, Mangel und mögliche Zusammenhänge verstehen.

Folsäure beim Hund

Niedrige und erhöhte Folatwerte richtig einordnen.

BARF & Labor

BARF Profil beim Hund

Was ein BARF Profil über eine Ration aussagen kann und wo seine Grenzen liegen.

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Warum werden Blutwerte beim Hund bestimmt?

Eine Blutuntersuchung kann bei sehr unterschiedlichen Fragestellungen eingesetzt werden. Sie kann Hinweise auf Veränderungen des Blutbildes, Entzündungsprozesse, Organfunktionen oder Stoffwechselvorgänge liefern. Bei bekannten Erkrankungen werden Laborwerte außerdem häufig genutzt, um Entwicklungen im Verlauf zu beobachten.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen dem Blutbild beim Hund und anderen Laborwerten. Beim Blutbild stehen vor allem die Blutzellen im Mittelpunkt. Leberwerte, Nierenwerte, Elektrolyte oder Pankreasparameter gehören dagegen zur klinischen Chemie oder zu weiteren Laboruntersuchungen.

Blutwerte Hund Tabelle: wichtige Laborwerte im Überblick

Eine Blutwerte Hund Tabelle kann dir helfen, die Abkürzungen auf einem Laborbefund zunächst den richtigen Bereichen zuzuordnen. Sie zeigt bewusst keine allgemeingültigen Normalwerte. Referenzbereiche können sich je nach Labor, Messmethode und Untersuchungsgerät unterscheiden. Maßgeblich ist deshalb immer der Referenzbereich auf dem konkreten Laborbefund deines Hundes.

AbkürzungBlutwertBereichWofür der Wert grob steht
HKT / PCVHämatokritBlutbildAnteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen
HGB / HbHämoglobinBlutbildRoter Blutfarbstoff und wichtiger Bestandteil des Sauerstofftransports
RETICRetikulozytenBlutbildJunge rote Blutkörperchen, die bei der Beurteilung der Blutneubildung wichtig sind
LEUK / WBCLeukozytenBlutbildGesamtzahl der weißen Blutkörperchen
PLTThrombozytenBlutbildBlutplättchen, die eine wichtige Rolle bei der Blutstillung spielen
CRPC reaktives ProteinEntzündungAkute Phase Protein, das bei unterschiedlichen Entzündungsprozessen deutlich ansteigen kann
ALT / GPTAlanin AminotransferaseLeberEnzym, das beim Hund besonders bei Veränderungen von Leberzellen relevant ist
AST / GOTAspartat AminotransferaseLeber und MuskulaturEnzym, dessen Aktivität unter anderem bei Veränderungen von Leber oder Muskulatur steigen kann
GLDHGlutamatdehydrogenaseLeberEnzym, das bei der Beurteilung von Veränderungen der Leberzellen eingesetzt wird
AP / ALPAlkalische PhosphataseLeber, Galle und KnochenEnzym mit unterschiedlichen möglichen Ursprüngen und Einflussfaktoren
BILIBilirubinLeber und GalleAbbauprodukt des Hämoglobins, das unter anderem bei Hämolyse, Lebererkrankungen oder Störungen des Galleabflusses erhöht sein kann
CREA / KREAKreatininNiereWird zusammen mit weiteren Befunden zur Beurteilung der Nierenfunktion genutzt
BUN / UREAHarnstoffNiere und StoffwechselKann unter anderem durch Nierenfunktion, Fütterung und Flüssigkeitshaushalt beeinflusst werden
SDMASymmetrisches DimethylargininNiereErgänzender Marker zur Beurteilung der glomerulären Filtration
PHOSPhosphatMineralstoff und NiereWird unter anderem im Zusammenhang mit Nierenfunktion und Mineralstoffhaushalt beurteilt
LIPLipaseBauchspeicheldrüse und weitere GewebeDie allgemeine Lipaseaktivität ist nicht mit der pankreasspezifischen Lipase gleichzusetzen
cPLI / cPLCanine pankreasspezifische LipaseBauchspeicheldrüseWird bei Verdacht auf eine Pankreatitis eingesetzt
TLITrypsin-like ImmunoreactivityBauchspeicheldrüseWichtiger Laborwert bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz
B12CobalaminDarm und BauchspeicheldrüseVitaminwert, der unter anderem bei Erkrankungen des Verdauungstraktes oder einer EPI verändert sein kann
FolatFolsäureDarm und StoffwechselKann bei bestimmten intestinalen Fragestellungen ergänzend untersucht werden

Diese Übersicht hilft dir vor allem dabei, die Abkürzungen der Blutwerte beim Hund schneller zu verstehen. Ein Wert sollte anschließend immer zusammen mit seinem laborabhängigen Referenzbereich und den übrigen Befunden betrachtet werden.

Warum ein einzelner erhöhter oder niedriger Blutwert wenig aussagt

Der Blick fällt auf einem Laborbericht meistens zuerst auf die Werte, die mit einem Pfeil nach oben oder unten markiert wurden. Das ist verständlich. Aus einem auffälligen Einzelwert lässt sich jedoch nur selten direkt eine Ursache ableiten.

Viele Werte hängen miteinander zusammen oder verändern sich gemeinsam. Bei einer möglichen Anämie sind beispielsweise Erythrozyten, Hämatokrit, Hämoglobin und Retikulozyten wesentlich hilfreicher, wenn sie zusammen betrachtet werden. Bei einer möglichen Nierenerkrankung können wiederum Kreatinin, SDMA, Harnstoff, Phosphat und eine Urinuntersuchung gemeinsam relevant sein.

Auch die Stärke einer Abweichung, Beschwerden, Alter, Rasse, Medikamente und bisherige Untersuchungsbefunde können die Einordnung verändern.

Referenzwerte beim Hund sind nicht bei jedem Labor gleich

Wer nach Normalwerten oder einer Blutwerte Tabelle für Hunde sucht, findet online schnell feste Zahlenbereiche. Diese lassen sich aber nicht einfach auf jeden Laborbefund übertragen.

Labore können unterschiedliche Messmethoden, Analysegeräte und Referenzpopulationen verwenden. Deshalb können sich die angegebenen Referenzbereiche voneinander unterscheiden. Bei der Beurteilung deines Hundes ist zunächst der Bereich entscheidend, den das untersuchende Labor direkt neben dem jeweiligen Wert angibt.

Eine geringe Abweichung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Umgekehrt kann ein einzelner Wert innerhalb des Referenzbereichs eine Erkrankung nicht grundsätzlich ausschließen.

Was Blutwerte beeinflussen kann

Bei der Beurteilung eines Laborbefundes spielt nicht nur der gemessene Wert selbst eine Rolle. Auch Fütterung, Stress, Medikamente und die Qualität der Blutprobe können einzelne Ergebnisse beeinflussen.

Was du vor einer Blutuntersuchung beachten solltest, wann eine nüchterne Blutabnahme sinnvoll ist und was Hinweise wie lipämisch, hämolytisch oder ikterisch bedeuten, erkläre ich ausführlich im Artikel zur Blutabnahme beim Hund.

Blutbild beim Hund

Das Blutbild beschäftigt sich vor allem mit den Blutzellen. Dazu gehören die roten Blutkörperchen, die weißen Blutkörperchen und die Thrombozyten. Hinzu kommen verschiedene Werte, die Eigenschaften dieser Zellen näher beschreiben.

Bei der roten Reihe werden unter anderem Erythrozyten, Hämatokrit, Hämoglobin, MCV, MCH und MCHC betrachtet. Auch die Retikulozyten können wichtig werden, wenn beurteilt werden soll, wie aktiv neue rote Blutkörperchen gebildet werden.

Sind mehrere rote Blutwerte erniedrigt, kann eine Anämie dahinterstehen. Bei den weißen Blutkörperchen ist neben der Gesamtzahl der Leukozyten besonders deren Verteilung im Differentialblutbild interessant.

Auch die Thrombozyten gehören zum Blutbild und spielen eine wichtige Rolle bei der Blutstillung.

Entzündungswerte beim Hund

Es gibt nicht den einen Blutwert, der sämtliche Entzündungen zuverlässig erkennt. Welche Entzündungswerte besonders interessant sind, hängt von der jeweiligen Fragestellung ab. Unter anderem können CRP, die Leukozytenzahl und die Verteilung bestimmter weißer Blutkörperchen eine Rolle spielen.

Der CRP Wert gehört zu den wichtigen Akute Phase Proteinen. Ein erhöhter Wert zeigt jedoch nicht automatisch, wodurch eine Entzündungsreaktion ausgelöst wurde. Auch hier entsteht die eigentliche Aussage erst zusammen mit Symptomen und weiteren Befunden.

Nierenwerte beim Hund

Bei der Beurteilung der Nierenwerte werden häufig mehrere Parameter miteinander kombiniert. Dazu gehören unter anderem Kreatinin, SDMA und Harnstoff. Auch Phosphat kann je nach Fragestellung wichtig sein.

Kreatinin wird unter anderem durch die Muskelmasse und den Flüssigkeitshaushalt beeinflusst. Der SDMA Wert kann ergänzende Hinweise auf die glomeruläre Filtration liefern.

Auch ein erhöhter Harnstoffwert ist nicht automatisch mit einer Nierenerkrankung gleichzusetzen. Fütterung und Flüssigkeitshaushalt können ebenfalls Einfluss nehmen. Phosphor beziehungsweise Phosphat wird wiederum unter anderem im Zusammenhang mit der Nierenfunktion und dem Mineralstoffhaushalt beurteilt.

Zusätzlich liefern Urinuntersuchung, Blutdruck und Verlaufskontrollen häufig wichtige Informationen.

Leberwerte beim Hund

Die verschiedenen Leberwerte beantworten nicht alle dieselbe Frage. Einige Enzyme reagieren eher auf Veränderungen von Leberzellen, andere können beispielsweise bei Veränderungen des Galleflusses oder durch Prozesse außerhalb der Leber ansteigen.

Bei der ALT beziehungsweise GPT steht beim Hund vor allem die Leber im Vordergrund. Auch die GLDH wird zur Beurteilung von Veränderungen der Leberzellen genutzt. Beide Werte sind jedoch keine direkten Messwerte der gesamten Leberfunktion.

Die AST beziehungsweise GOT kann dagegen auch bei Veränderungen der Muskulatur ansteigen. Bei der alkalischen Phosphatase kommen wiederum mehrere mögliche Ursachen infrage, darunter Veränderungen im Bereich von Leber und Galle, aber auch Einflüsse durch Knochenstoffwechsel, Alter oder bestimmte Medikamente.

Auch Bilirubin kann aus unterschiedlichen Gründen ansteigen. Wird die Bilirubinkonzentration so hoch, dass Augen, Haut oder Schleimhäute gelblich erscheinen, spricht man von Gelbsucht beziehungsweise Ikterus. Gelbsucht ist dabei ein Symptom und noch keine Aussage über die zugrunde liegende Ursache.

Blutwerte der Bauchspeicheldrüse

Bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist besonders wichtig, welcher Laborwert für welche Fragestellung eingesetzt wird. Eine allgemeine Lipase ist beispielsweise nicht mit der pankreasspezifischen Lipase gleichzusetzen.

Bei Verdacht auf eine Pankreatitis kann die cPLI eine wichtige Rolle spielen. Der TLI Wert beantwortet dagegen eine andere Frage und wird insbesondere bei Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz eingesetzt.

Auch Vitamin B12 und Folsäure können bei bestimmten Erkrankungen des Verdauungstraktes oder der Bauchspeicheldrüse ergänzend untersucht werden.

Was sagt ein BARF Profil über die Fütterung aus?

Ein BARF Profil kann im Rahmen einer medizinischen Untersuchung durchaus interessante Laborwerte liefern. Es kann jedoch nicht zuverlässig beweisen, dass eine selbst zusammengestellte Ration dauerhaft bedarfsdeckend ist.

Viele Nährstoffe werden im Körper reguliert, gespeichert oder zwischen unterschiedlichen Geweben verteilt. Ein unauffälliger Blutwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Zufuhr über das Futter optimal ist. Umgekehrt muss ein auffälliger Laborwert nicht durch einen Fütterungsfehler entstanden sein.

Wenn die Frage lautet, ob eine BARF Ration den Bedarf des Hundes deckt, ist eine Berechnung der gesamten Ration deshalb die passendere Methode.

Du möchtest die Blutwerte deines Hundes besser einordnen?

In meiner Tierheilpraxis betrachte ich vorhandene Laborbefunde zusammen mit den Beschwerden, der Vorgeschichte und bisherigen Untersuchungen deines Hundes. Je nach Fragestellung können auch Medikamente und die Fütterung mit einbezogen werden.

Blutwerte beim Hund verstehen: Das Gesamtbild entscheidet

Ein Laborbefund wird deutlich übersichtlicher, wenn du zunächst weißt, zu welchem Bereich ein Wert gehört. Danach geht es nicht darum, jede Zahl isoliert als gut oder schlecht einzustufen. Entscheidend ist vielmehr, welche Werte sich gemeinsam verändern und ob dieses Muster zu den Beschwerden und bisherigen Untersuchungen deines Hundes passt.

Eine Blutwerte Tabelle und die Erklärung der Abkürzungen können dabei eine gute Orientierung bieten. Die eigentliche Aussage entsteht jedoch erst aus dem Zusammenhang von Laborwerten, klinischem Bild, Vorgeschichte und Verlauf.

Was zeigt eine Blutwerte Tabelle beim Hund?

Eine Blutwerte Tabelle hilft dir zunächst dabei, Abkürzungen und Laborwerte den verschiedenen Bereichen zuzuordnen. So kannst du beispielsweise erkennen, ob ein Wert zum Blutbild, zur Leber, zur Niere oder zur Bauchspeicheldrüse gehört.

Für die Beurteilung deines Hundes solltest du anschließend den Referenzbereich des untersuchenden Labors verwenden. Eine allgemeine Tabelle kann den konkreten Laborbefund nicht ersetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Blutbild und Blutwerten beim Hund?

Das Blutbild untersucht vor allem die Blutzellen. Dazu gehören Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten sowie verschiedene damit zusammenhängende Parameter. Wie sich dabei kleines und großes Blutbild unterscheiden, hängt vor allem davon ab, ob zusätzlich ein Differentialblutbild erstellt wird.

Blutwerte beziehungsweise Laborwerte ist dagegen der übergeordnete Begriff. Dazu gehören zusätzlich beispielsweise Leberwerte, Nierenwerte, Elektrolyte, Stoffwechselparameter und Spezialuntersuchungen.

Welche Blutwerte sind beim Hund besonders wichtig?

Das hängt von der jeweiligen Fragestellung ab. Bei einer möglichen Anämie sind andere Werte wichtig als bei Verdacht auf eine Nieren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung.

Deshalb gibt es nicht den einen wichtigsten Blutwert. Entscheidend ist, welche Untersuchung zur Situation und zu den Beschwerden des Hundes passt.

Was bedeutet es, wenn ein Blutwert beim Hund erhöht oder niedrig ist?

Eine Abweichung bedeutet zunächst nur, dass der gemessene Wert außerhalb des vom Labor angegebenen Referenzbereichs liegt. Daraus lässt sich allein noch keine Ursache ableiten.

Wichtig sind unter anderem die Stärke der Abweichung, weitere Laborwerte, Beschwerden, Medikamente, Alter und Verlauf.

Warum unterscheiden sich die Normalwerte zwischen verschiedenen Laboren?

Labore können unterschiedliche Messmethoden, Analysegeräte und Referenzpopulationen verwenden. Dadurch können sich auch die angegebenen Referenzbereiche unterscheiden.

Für den Laborbefund deines Hundes solltest du deshalb in erster Linie die Referenzwerte verwenden, die das untersuchende Labor direkt zu diesem Befund angegeben hat.

Muss mein Hund für eine Blutuntersuchung nüchtern sein?

Das hängt davon ab, welche Werte untersucht werden. Für ein reines Blutbild ist Nüchternheit nicht bei jedem Parameter zwingend erforderlich. Da häufig gleichzeitig weitere Laborwerte bestimmt werden, ist eine mehrstündige Futterpause jedoch oft sinnvoll. Für bestimmte Spezialuntersuchungen können längere Nüchternzeiten erforderlich sein.

Wie du deinen Hund auf die Untersuchung vorbereitest und welche Rolle Futter, Stress oder die Probenqualität spielen, erkläre ich ausführlich im Artikel zur Blutabnahme.

Können Stress oder Aufregung Blutwerte beim Hund verändern?

Ja. Stress kann kurzfristige körperliche Reaktionen auslösen und dadurch einzelne Laborwerte beeinflussen. Wie relevant dieser Einfluss ist, hängt vom jeweiligen Wert und von der Situation ab.

Bei unerwarteten Ergebnissen sollte deshalb auch berücksichtigt werden, wie aufgeregt der Hund während der Untersuchung und Blutabnahme war.

Welche Blutwerte gehören zur Niere?

Zu den häufig beurteilten Nierenparametern gehören unter anderem Kreatinin, SDMA und Harnstoff. Auch Phosphat kann bei bestimmten Fragestellungen eine Rolle spielen. Wie diese Nierenwerte gemeinsam eingeordnet werden, hängt zusätzlich von Urinbefund, Flüssigkeitshaushalt und weiteren Untersuchungen ab.

Ein einzelner erhöhter Nierenwert reicht deshalb nicht aus, um daraus unmittelbar eine chronische Nierenerkrankung abzuleiten.

Welche Blutwerte gehören zu den Leberwerten beim Hund?

Zu den häufig bestimmten Leberwerten gehören unter anderem ALT, AST, GLDH, AP, GGT und Bilirubin. Die Werte haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen und sollten nicht als eine einzige Gruppe mit identischer Aussage betrachtet werden.

Ein erhöhter Leberwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Leberfunktion eingeschränkt ist.

Kann man anhand eines BARF Profils erkennen, ob die Fütterung ausgewogen ist?

Nicht zuverlässig. Einige Nährstoffkonzentrationen werden im Körper stark reguliert oder spiegeln die langfristige Versorgung über das Futter nur eingeschränkt wider. Genau darin liegen auch die Grenzen eines BARF Profils.

Wenn du wissen möchtest, ob die Zusammensetzung deiner BARF Ration zum Bedarf deines Hundes passt, ist eine Berechnung der gesamten Ration aussagekräftiger als ein unauffälliger Laborbefund.

Sabine Nowak

Sabine Nowak

Tierheilpraktikerin für Hunde

Hi, ich bin Sabine. Ich helfe dir, deinen Hund besser zu verstehen, wenn Gesundheit, Fütterung oder Alltag nicht mehr rundlaufen.

Ob Verdauung, Haut, Ernährung, Verhalten, Betreuung oder wiederkehrende Unsicherheit: Ich schaue nicht nur auf einzelne Probleme, sondern darauf, was bei deinem Hund zusammenhängt.

So bekommst du mehr Klarheit, bessere Entscheidungen und einen alltagstauglichen Weg, der wirklich zu deinem Hund passt.

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